n8n vs. Make: n8n ist meist günstiger, wenn du es selbst hostest, Make ist im Setup einfacher und bringt mehr Vorlagen mit. Beide sind Workflow-Baukästen mit Knoten und Verbindungen. Bevor du dich für eines der beiden entscheidest, lohnt sich aber eine Frage davor: Brauchst du für deine Aufgabe überhaupt einen Baukasten, wenn Claude direkt auf deine Mails, deinen Kalender und deine Dateien zugreifen kann?
Ich beantworte hier beides. Ich betreibe KI-Agenten für mein eigenes Business und für Kunden, kenne beide Werkzeuge aus eigenen Projekten und habe mich am Ende bewusst gegen Workflow-Baukästen als Basis meiner Belegschaft entschieden. Warum, zeige ich an einem konkreten Beispiel: Susi, meiner Mitarbeiterin für Ads-Auswertung, neben derselben Aufgabe als Workflow gedacht.
n8n vs. Make: das Preismodell im Vergleich
Make rechnet in Credits: Eine Modul-Aktion in einem Szenario kostet standardmäßig einen Credit, einzelne Module wie der AI Content Extractor kosten laut Hilfeseite zwei oder zehn, und bei KI-Funktionen mit Makes eigenem Anbieter hängt der Verbrauch zusätzlich von der Zahl der Tokens ab (Make-Hilfe zu Credits, Abruf 07.09.2026). Ein Szenario mit vielen kleinen Schritten verbraucht dein Kontingent deshalb schneller als eines mit wenigen großen. n8n rechnet dagegen in Ausführungen: Ein kompletter Workflow-Durchlauf zählt einmal, unabhängig davon, aus wie vielen Knoten er besteht.
Die folgenden Zahlen stammen aus den Preisseiten der Anbieter selbst, n8n und Make, abgerufen am 07.09.2026. Pläne und Kontingente ändern sich dort regelmäßig, prüfe die Werte vor einer Entscheidung also neu.
| Variante |
Preis laut Anbieter, Abruf 07.09.2026 |
Abrechnungseinheit |
| n8n Community Edition, selbst gehostet |
keine Abogebühr, Standardversion über GitHub |
keine Zählung durch den Anbieter |
| n8n Cloud Starter |
20 Euro im Monat bei Jahreszahlung, 2.500 Ausführungen |
Workflow-Ausführungen |
| n8n Cloud Pro |
50 Euro im Monat bei Jahreszahlung, 10.000 Ausführungen |
Workflow-Ausführungen |
| n8n Business und Enterprise |
667 Euro im Monat bei Jahreszahlung, Enterprise auf Anfrage, beide auch selbst gehostet |
Workflow-Ausführungen |
| Make Free |
0 Dollar, 1.000 Credits im Monat |
Credits |
| Make Core, Pro, Teams |
9, 16 und 29 Dollar im Monat für je 10.000 Credits |
Credits |
Drei Dinge sind an dieser Tabelle wichtig. Für die Community Edition verlangt n8n keine Abogebühr, Server, Betrieb und Wartung kosten trotzdem Geld, je nach Anbieter und Größe, dazu kommt deine eigene Zeit für Updates, Backups und Absicherung. Bei Make steigt der Preis mit dem gewählten Credit-Volumen, die genannten Beträge gelten für 10.000 Credits im Monat. Und wer viele kleinteilige Schritte baut, spürt das bei Make direkt im Kontingent, während bei n8n die Zahl der Knoten für die Kosten ohne Bedeutung bleibt.
Hosting und Datenschutz: selbst betreiben oder Cloud nutzen
Make läuft ausschließlich als Cloud-Dienst des Anbieters, du hast keine Möglichkeit, die Software selbst zu hosten. n8n gibt es dagegen in zwei Varianten: als gehostete Cloud-Version oder zum Selbst-Hosten auf einem eigenen Server. Für dich heißt das: Wenn dir wichtig ist, wo deine Daten liegen, zum Beispiel für eine DSGVO-konforme Verarbeitung auf einem Server in Deutschland oder der EU, ist die selbst gehostete n8n-Variante die einzige der beiden Optionen, die dir diese Kontrolle gibt. Dafür trägst du dann auch die Verantwortung für Updates, Backups und die Absicherung des Servers selbst.
Wann keins von beiden reicht: Claude als n8n-Alternative
Hier ist die Frage, die in den meisten Vergleichen fehlt: Was, wenn du für deine Aufgabe gar keinen Workflow-Baukasten brauchst? Claude bringt mit Claude Code und Claude Cowork inzwischen selbst Wege mit, auf deine Dateien und Systeme zuzugreifen, ohne dass du davor Knoten und Verbindungen zusammenklickst. Welche Funktionen in welchem Tarif stecken, steht in Claude Kosten und Abos im Überblick. Für Aufgaben, die eine feste Reihenfolge von Schritten brauchen, zum Beispiel „neuer Formular-Eintrag, Zeile in die Tabelle, Mail raus", ist ein Workflow-Baukasten trotzdem die ehrlichere Wahl. Ein Flussdiagramm bildet solche Fließband-Aufgaben eins zu eins ab.
Für Aufgaben, die Kontext und ein Urteil brauchen, etwa „lies diese Kampagnenzahlen und sag mir, was ich als Nächstes tun sollte", stößt ein Workflow-Baukasten dagegen an eine Grenze: Jede neue Variante der Aufgabe musst du vorher vorsehen, als zusätzliche Bedingung, als Code- oder KI-Knoten oder als eigenen Zweig. Flexibel bauen lässt sich das durchaus, nur eben immer im Voraus und von dir. Claude liest die Zahlen, den Kontext dazu und deine bisherigen Entscheidungen direkt, ohne dass du das vorher als Diagramm modelliert haben musst. Wie ich diesen Unterschied für meine eigene Belegschaft entschieden habe, mit allen Vor- und Nachteilen, steht ausführlich in KI-Agenten erstellen ohne Code: mein Weg, das wiederhole ich hier nicht.
Susis Aufgabe: als Workflow gedacht und als Mitarbeiterin
Nimm die Auswertung von Werbekampagnen. Als Workflow gedacht, würde das in n8n oder Make so aussehen: wöchentlich die Exportdaten aus dem Ads-Konto ziehen, in eine Tabelle eintragen und feste Schwellenwerte prüfen, zum Beispiel ob eine Kampagne einen bestimmten Kostenwert überschritten hat. Bei einem Treffer geht eine Mail raus. Alles, was außerhalb dieser festen Regeln liegt, eine ungewöhnliche Kombination aus Klickzahlen und Conversions etwa, sieht dieser Ablauf nicht, weil dafür kein Zweig gebaut ist.
Bei mir macht das Susi, meine Mitarbeiterin für Ads von der Recherche bis zur Auswertung. An einem typischen Montag liegt ihr der Wochenbericht der laufenden Kampagnen vor. Sie sieht sich Ausgaben, Klickzahlen und Conversions im Zusammenhang an, nicht nur einzelne Werte gegen einen Schwellenwert, und schreibt mir eine Einschätzung in normaler Sprache: welche Kampagne gut läuft, wo etwas auffällig ist und warum, und was sie vorschlägt. Die Entscheidung, ob ich ein Budget verschiebe oder eine Kampagne pausiere, treffe ich danach selbst, das gebe ich nicht ab. Der Unterschied zum festgelegten Ablauf oben ist nicht die Geschwindigkeit, sondern dass am Ende eine Einschätzung steht statt einer Meldung.
Entscheidungstabelle: Workflow oder Mitarbeiter
| Kriterium |
Workflow (n8n, Make) |
Mitarbeiter (Claude) |
| Passt für |
feste, wiederkehrende Schritte |
Aufgaben mit Kontext und Urteilsvermögen |
| Aufbau |
Trigger, Module, Verbindungen |
Rolle, Personalakte, Onboarding-Gespräch |
| Bei einer neuen Variante der Aufgabe |
vorher vorsehen, als Bedingung, Code- oder KI-Knoten |
derselbe Mitarbeiter passt sich an |
| Laufende Pflege |
du wartest den Flow, reparierst Verbindungen |
du gibst Feedback, es landet in der Akte |
| Kosten |
Plan- oder Ausführungsgebühr, ggf. eigener Server |
im bestehenden Claude-Abo enthalten |
Für Aufgaben, die wirklich ein Fließband sind, ist die linke Spalte die ehrliche Antwort. Für Aufgaben, bei denen du bisher gezögert hast, sie überhaupt zu delegieren, weil sie Einschätzung brauchen, ist es die rechte.
Häufige Fragen
Ist n8n kostenlos?
Die Community Edition ist laut Anbieter die selbst gehostete Standardversion und kostet keine Abogebühr (Abruf 07.09.2026). Kostenlos ist der Betrieb damit trotzdem nicht: Du brauchst einen eigenen Server und trägst Updates, Backups und Absicherung selbst. Wer diese Arbeit nicht will, nimmt die Cloud-Variante, die bei 20 Euro im Monat bei Jahreszahlung beginnt.
Kann ich von Make zu n8n wechseln, oder umgekehrt?
Technisch nicht direkt, weil beide Tools ihre Workflows in einem eigenen Format speichern. Du baust die Logik in der Regel neu auf, kannst dabei aber die bestehende Automatisierung als Vorlage für die Schritte nehmen, die du übertragen willst.
Brauche ich Programmierkenntnisse für n8n oder Make?
Für die Grundfunktionen beider Tools nicht, du arbeitest mit vorgefertigten Modulen und Verbindungen per Maus. Für komplexere Logik, etwa eigene Code-Schritte oder das Verarbeiten ungewöhnlicher Datenformate, hilft Programmiererfahrung in beiden Tools deutlich.
Reicht Claude ohne ein zusätzliches Automatisierungstool?
Für Aufgaben mit festem Ablauf und vielen Wiederholungen pro Tag ist ein Workflow-Baukasten oft die schnellere und günstigere Lösung. Für Aufgaben, die Kontext, Recherche oder ein Urteil brauchen, kommst du mit einem Claude-Abo allein weit, wie der Vergleich oben zeigt. Viele Selbstständige brauchen am Ende beides nebeneinander, nicht eines statt des anderen.
Was sind gute KI-Automatisierung-Tools neben n8n und Claude?
Das hängt stark von der Aufgabe ab. Eine breitere Übersicht über Beispiele aus meiner eigenen Praxis, von Buchhaltung bis Content, findest du in Prozesse automatisieren mit KI: 8 Beispiele.
Wie du weitermachst
Wenn du deinen ersten Agenten ohne Kosten testen willst, bevor du dich für ein Abo entscheidest, findest du dazu KI-Agent erstellen kostenlos: was geht?. Und wenn du den vollständigen Gedanken hinter „Mitarbeiter statt Workflow" lesen willst, mit allen Abwägungen, steht er in KI-Agenten erstellen ohne Code: mein Weg.
Die acht fertigen KI-Mitarbeiter-Pakete, darunter Susi für Ads, gibt es fertig in meiner Community, mit Onboarding-Gespräch statt Workflow-Editor: Claude Practitioners.