Die CKA-Prüfung, die Certified Kubernetes Administrator-Prüfung der CNCF, ist ein zweistündiger Online-Test direkt am Terminal, in dem du reale Probleme in laufenden Kubernetes-Clustern löst statt Multiple-Choice-Fragen zu beantworten. Sie kostet laut CNCF-Seite, Stand September 2026, 445 US-Dollar inklusive eines kostenlosen Wiederholungsversuchs und prüft fünf Domänen von der Cluster-Installation bis zur Fehlersuche. Wer sie besteht, hat laut Prüfungsanbieter Linux Foundation Training, Stand September 2026, zwei Jahre lang ein Zertifikat, das zeigt, dass er einen Cluster nicht nur erklären, sondern tatsächlich betreiben kann.
Ich bin Kubestronaut der CNCF, habe alle fünf Kubernetes-Zertifizierungen bestanden, darunter die CKA, und betreibe produktionsreife Kubernetes-Cluster auf Hetzner. Wie sich das Kubestronaut-Programm insgesamt zusammensetzt, beschreibe ich in Kubestronaut: was ist das?. Alle meine Beiträge zu Kubernetes findest du auf der Seite Kubernetes.
CKA-Prüfungsformat: zwei Stunden, echtes Terminal, keine Multiple-Choice
Die CKA ist ein Performance-Based Test: Du bekommst mehrere Aufgaben, die sich über mehrere vorbereitete Kubernetes-Cluster verteilen, und musst sie über die Kommandozeile lösen, nicht ankreuzen. Zu jeder Aufgabe gehört ein bestimmter Kontext, in den du zuerst wechselst. Ein Prüfer beobachtet die Sitzung online, Bildschirm und Kamera eingeschlossen. Die Zeit beträgt zwei Stunden für alle Aufgaben zusammen. Die geprüfte Kubernetes-Version zieht die CNCF regelmäßig nach; welche gerade gilt, steht im Curriculum-Repository, und genau dort solltest du vor der Anmeldung nachsehen.
Während der Prüfung darfst du in einem eigenen Browser-Tab die offizielle Kubernetes-Dokumentation und weitere von der CNCF freigegebene Seiten öffnen, alles andere ist gesperrt. Das verschiebt die Vorbereitung: Es geht weniger darum, jeden Feldnamen auswendig zu kennen, als darum, in der Dokumentation und mit kubectl schnell genug zu sein, um in der Zeit fertig zu werden. Wer im Alltag viel mit der grafischen Oberfläche arbeitet, sollte genau das vor der Prüfung trainieren.
Die fünf Domänen des CKA-Curriculums
Das Curriculum der CNCF, veröffentlicht im Curriculum-Repository auf GitHub, teilt die CKA-Prüfung in fünf Domänen mit klar unterschiedlicher Gewichtung. Troubleshooting hat mit Abstand das größte Gewicht, ein deutliches Signal, wie die CNCF die Rolle eines Administrators versteht: weniger Objekte anlegen, mehr kaputte Cluster reparieren.
| Domäne |
Anteil |
| Cluster Architecture, Installation & Configuration |
25 % |
| Workloads & Scheduling |
15 % |
| Services & Networking |
20 % |
| Storage |
10 % |
| Troubleshooting |
30 % |
Diese Gewichtung ändert sich mit jeder Curriculum-Version, und die Dateinamen im Repository folgen direkt der geprüften Kubernetes-Version. Wer sich vorbereitet, sollte immer die neueste Datei im Repository prüfen statt sich auf ältere Kursmaterialien zu verlassen, Kubernetes-Objekte und -Felder verändern sich zwischen den Versionen.
Vorbereitung: was wirklich zählt
Reines Lesen bringt bei einem praktischen Test wenig. Die Vorbereitung, die bei mir funktioniert hat, bestand aus drei Teilen: Erstens die offizielle Kubernetes-Dokumentation so oft nutzen, dass ich die richtige Seite in Sekunden finde, denn genau diese Fähigkeit brauchst du in der Prüfung selbst. Zweitens jede Übungsaufgabe mit Timer lösen, nicht nur bis die Lösung stimmt, sondern bis sie schnell genug sitzt. Drittens die typischen Werkzeuge der Fehlersuche verinnerlichen, kubectl describe, kubectl logs, kubectl get events, bis sie zur Reflexbewegung werden.
Ein Punkt, der in vielen Vorbereitungslisten fehlt: kubectl-Kurzformen und Autovervollständigung einzurichten spart in der Prüfung tatsächlich Minuten, und Minuten sind bei zwei Stunden für mehrere Aufgaben knapp. Ebenso hilfreich ist es, sich mit vim oder einem im Prüfungssystem verfügbaren Editor vertraut zu machen, statt sich in der Prüfung erstmals mit dessen Tastenkürzeln herumzuschlagen.
Übungsumgebung: einen eigenen Cluster zum Üben aufsetzen
Am meisten bringt Üben an einem Cluster, der sich wie eine echte Prüfungssituation anfühlt: mehrere Nodes, echte Fehler, keine Klicks. Ein lokaler Mehrknoten-Cluster mit kind oder k3d reicht dafür völlig aus und kostet nichts. Wichtig ist, bewusst Fehler einzubauen, etwa eine falsche Selector-Angabe im Service oder ein fehlendes Secret, statt nur funktionierende Manifeste abzutippen. Genau diese kaputten Zustände simulieren die Troubleshooting-Aufgaben der Prüfung, die allein 30 Prozent der Punkte ausmachen.
kubectl get pods --all-namespaces --field-selector=status.phase!=Running
kubectl describe pod <name> -n <namespace>
kubectl logs <name> -n <namespace> --previous
kubectl get events -n <namespace> --sort-by=.lastTimestamp
Diese vier Befehle nacheinander decken bei mir in der Praxis den größten Teil aller Fehlerbilder ab: nicht laufende Pods finden, Ursache im Event-Verlauf oder Log erkennen, entscheiden, ob ein Neustart oder eine Konfigurationsänderung nötig ist. Wer diese Reihenfolge automatisch abruft, verliert in der Prüfung keine Zeit mit Nachdenken über den nächsten Schritt.
Tipps aus der Prüfungserfahrung
Die größte Falle bei einer zeitkritischen Prüfung ist, sich an einer einzelnen Aufgabe festzubeißen. Jede Aufgabe hat eine Punktzahl, und eine schwierige Aufgabe mit wenigen Punkten kostet dieselbe Zeit wie eine leichte mit vielen. Es lohnt sich, zuerst alle Aufgaben zu überfliegen, Reihenfolge und Zeitbudget grob zu planen, und eine Aufgabe zu überspringen, wenn sie nicht in angemessener Zeit vorangeht, mit der Option, am Ende zurückzukommen.
Ebenso wichtig: den richtigen Kontext prüfen, bevor du überhaupt anfängst. Die Prüfung wechselt zwischen mehreren Clustern, und ein kubectl config current-context zu Beginn jeder Aufgabe verhindert, dass du eine an sich richtige Lösung im falschen Cluster einträgst, ein Fehler, der mich selbst schon unnötig Zeit gekostet hat. Und: Wende jede Änderung sofort im Cluster an, statt sie im Editor liegen zu lassen, denn bewertet wird am Ende der Zustand des Clusters. Ein Verbindungsabbruch mitten in der Prüfung ist dann unangenehm, aber kein Weltuntergang.
Abgrenzung zu CKAD und CKS
Die CNCF bietet mit CKAD und CKS zwei weitere Kubernetes-Zertifizierungen an, die sich in Zielgruppe und Inhalt deutlich von der CKA unterscheiden. Die CKAD, Certified Kubernetes Application Developer, richtet sich an Entwickler, die Anwendungen für Kubernetes bauen und ausrollen, mit Schwerpunkt auf Application Design, Deployment, Konfiguration und Observability statt auf Cluster-Betrieb. Die CKS, Certified Kubernetes Security Specialist, setzt eine bestandene CKA voraus und vertieft Sicherheit: Cluster- und System-Hardening, Absicherung von Microservices, Supply-Chain-Security sowie Monitoring und Runtime-Security.
| Zertifizierung |
Zielgruppe |
Schwerpunkt |
| CKA |
Administratoren |
Cluster installieren, konfigurieren, betreiben, reparieren |
| CKAD |
Entwickler |
Anwendungen für Kubernetes entwerfen und ausrollen |
| CKS |
Administratoren mit bestandener CKA |
Sicherheit im Cluster und in der Lieferkette |
Wer beruflich Cluster betreibt, fängt in der Regel mit der CKA an, weil sie die breiteste Grundlage legt. Ein Überblick über alle Kubernetes-Zertifizierungen und wie sie zusammenhängen, steht in Kubernetes-Zertifizierungen: CKA, CKAD & Co..
Häufige Fragen
Wie lange dauert die CKA-Prüfung?
Zwei Stunden für alle Aufgaben zusammen. Die Zeit läuft insgesamt, nicht pro Aufgabe, weshalb ein grobes Zeitbudget pro Aufgabe vor Beginn hilft, um nicht an einer einzelnen Aufgabe hängen zu bleiben.
Was ist der Unterschied zwischen CKAD und CKA?
Die CKAD prüft die Entwicklerperspektive, Anwendungen entwerfen, ausrollen und konfigurieren, während die CKA die Administratorperspektive prüft, einen Cluster installieren, absichern und bei Fehlern reparieren. Beide teilen sich Grundwissen zu Pods und Workloads, die Schwerpunkte unterscheiden sich aber deutlich.
Brauche ich Vorwissen für die CKA-Prüfung?
Formal verlangt die CNCF keine Vorbedingung. In der Praxis brauchst du aber sicheren Umgang mit der Kommandozeile, Grundverständnis von Linux und praktische Erfahrung mit Kubernetes-Objekten, reines Lesen der Dokumentation reicht für die Zeitvorgabe nicht.
Wie lange ist die CKA gültig?
Zwei Jahre ab dem Bestehen. Für Zertifizierungen von vor dem 01.04.2024 nennt die Linux Foundation drei Jahre (Zertifizierungs-FAQ). Danach musst du die Prüfung erneut ablegen, eine Verlängerung durch Weiterbildung gibt es nicht.
Wie oft kann ich die CKA-Prüfung wiederholen?
Im Preis ist ein kostenloser Wiederholungsversuch enthalten, falls der erste Versuch nicht besteht. Danach lässt sich die Prüfung gegen Gebühr erneut buchen.
Wie du weitermachst
Requests, Limits, Storage-Konzepte und Fehlerbilder, die in der CKA-Prüfung geprüft werden, beschreibe ich mit allen Beispielen ausführlicher in meinem Kubernetes-Praxisbuch bei Rheinwerk. Alle Informationen zum Buch findest du auf meiner Kubernetes-Seite.
Mein Vorschlag für den nächsten Schritt: Baue dir mit kind oder k3d einen kleinen Übungscluster, lade das aktuelle Curriculum-PDF aus dem CNCF-Curriculum-Repository herunter und arbeite die Domänen der Reihe nach durch, mit Timer. Eine breitere Lernroadmap zum Kubestronaut, inklusive der Frage, in welcher Reihenfolge sich die fünf Zertifizierungen lohnen, findest du in Kubernetes lernen: Roadmap zum Kubestronaut.