Blog · 22. Juni 2026 · Aktualisiert am 27. August 2026 · 5 Min. Lesezeit

Kubernetes-Zertifizierungen: CKA, CKAD & Co.

Aufgeklappter Laptop über einem Blatt mit handschriftlichen Notizen

Es gibt fünf offizielle Kubernetes-Zertifizierungen der Cloud Native Computing Foundation (CNCF): KCNA, KCSA, CKA, CKAD und CKS. Zwei davon sind Multiple-Choice-Einstiegsprüfungen für je 250 US-Dollar, drei sind praktische Hands-on-Prüfungen für je 445 US-Dollar (Stand: August 2026). Wer alle fünf gleichzeitig aktiv hält, wird von der CNCF als Kubestronaut ausgezeichnet.

Ich habe alle fünf Prüfungen selbst abgelegt und bin einer der Kubestronauten in Deutschland. Hier ist der Überblick, den ich mir vor der ersten Anmeldung gewünscht hätte: was welche Prüfung testet, was sie kostet und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind. Was ich mit Kubernetes beruflich mache, findest du auf meiner Kubernetes-Seite.

Die fünf Zertifizierungen im Überblick

Zertifizierung Format Preis (Stand: August 2026)
KCNA (Kubernetes and Cloud Native Associate) Multiple-Choice, online 250 USD
KCSA (Kubernetes and Cloud Native Security Associate) Multiple-Choice, online 250 USD
CKA (Certified Kubernetes Administrator) Hands-on, 2 Stunden 445 USD
CKAD (Certified Kubernetes Application Developer) Hands-on, ca. 2 Stunden 445 USD
CKS (Certified Kubernetes Security Specialist) Hands-on, 2 Stunden, setzt CKA voraus 445 USD

Alle fünf Prüfungen laufen online mit Aufsicht per Proctoring, und in jedem Prüfungspreis ist ein kostenloser zweiter Versuch enthalten. Nach der Anmeldung hast du 12 Monate Zeit, die Prüfung zu planen und abzulegen. Die Zertifikate sind jeweils 24 Monate gültig, danach steht eine Rezertifizierung an.

KCNA und KCSA: die zwei Einstiegsprüfungen

KCNA testet das Grundverständnis von Kubernetes und dem Cloud-Native-Ökosystem: Konzepte, Architektur, Begriffe. KCSA macht dasselbe für das Thema Security. Beide sind Multiple-Choice, beide sind ohne monatelange Cluster-Praxis machbar.

Ehrlich eingeordnet: Für erfahrene Admins sind die Associate-Prüfungen kein Karriere-Beschleuniger, dafür sind sie zu theorielastig. Sie lohnen sich in zwei Fällen. Erstens als strukturierter Einstieg, wenn du neu im Thema bist und einen Rahmen zum Lernen willst. Zweitens auf dem Weg zum Kubestronaut, denn dafür brauchst du beide.

CKA: das Herzstück

Die CKA (Certified Kubernetes Administrator) ist die bekannteste Kubernetes-Zertifizierung und aus meiner Sicht die wichtigste. Zwei Stunden, echte Cluster, echte Aufgaben an der Kommandozeile: Deployments reparieren, Netzwerk-Probleme finden, Cluster-Komponenten verwalten. Hier kann niemand raten, hier muss man können.

Genau das macht ihren Wert aus. Eine bestandene CKA belegt praktische Fähigkeit, nicht auswendig gelerntes Wissen. Wenn du nur eine einzige Kubernetes-Zertifizierung machst, mach diese.

CKAD: die Entwickler-Perspektive

Die CKAD (Certified Kubernetes Application Developer) ist ebenfalls eine Hands-on-Prüfung, schaut aber aus der Anwendungsperspektive auf Kubernetes: Anwendungen bauen, konfigurieren, deployen und beobachten, statt den Cluster selbst zu administrieren.

CKA und CKAD überlappen sich inhaltlich spürbar. Wer die CKA bestanden hat, hat für die CKAD einen großen Teil des Wegs schon hinter sich. Als eigenständiger Einstieg ist die CKAD dann sinnvoll, wenn du als Entwickler mit Kubernetes arbeitest, ohne Cluster zu betreiben.

CKS: die Security-Spezialisierung

Die CKS (Certified Kubernetes Security Specialist) ist die anspruchsvollste der fünf Prüfungen. Sie setzt eine bestandene CKA formal voraus und behandelt Cluster-Härtung, Supply-Chain-Sicherheit, Laufzeit-Security und Policies, wieder komplett hands-on.

Plane für die CKS die meiste Vorbereitungszeit ein. Die Themen sind speziell, die Aufgaben sind lang, und das Zeitlimit ist spürbar. Dafür ist sie die Prüfung, bei der du am meisten über den sicheren Betrieb echter Cluster lernst, das Vorbereiten eingeschlossen.

Was die Kubernetes-Zertifizierungen insgesamt kosten

Alle fünf Prüfungen zusammen kosten regulär 1.835 US-Dollar (Stand: August 2026): dreimal 445 für CKA, CKAD und CKS plus zweimal 250 für KCNA und KCSA. Dazu kommt gegebenenfalls Vorbereitungsmaterial; die Linux Foundation bietet Bundles aus Prüfung und Kurs an, für die CKA zum Beispiel ab 625 US-Dollar.

Zwei Spar-Hinweise, beide belegbar: Die Linux Foundation macht regelmäßig Rabattaktionen auf Prüfungen, es lohnt sich, nicht zum vollen Preis zu kaufen. Und wer den Kubestronaut-Status erreicht, bekommt jedes Jahr fünf 50-Prozent-Gutscheine für weitere Zertifizierungen, auch zum Verschenken.

Rechne außerdem die Gültigkeit mit ein: 24 Monate pro Zertifikat bedeuten, dass der Kubestronaut-Status laufende Pflege braucht. Die CNCF hat dafür 2026 mit dem CARE-Programm eine überarbeitete Rezertifizierungs-Struktur eingeführt.

Der Kubestronaut: alle fünf gleichzeitig

Das Kubestronaut-Programm der CNCF zeichnet Personen aus, die alle fünf Kubernetes-Zertifizierungen gleichzeitig aktiv halten. Weltweit haben das seit dem Start des Programms mehr als 3.500 Personen erreicht (Stand: März 2026).

Neben der berühmten Kubestronaut-Jacke gibt es handfeste Vorteile: die fünf jährlichen 50-Prozent-Prüfungsgutscheine, 20 Prozent Rabatt auf drei CNCF-Events pro Jahr (etwa KubeCon oder KubeDays), Zugang zum privaten Kubestronaut-Slack und ein Credly-Badge.

Lohnt sich das? Als Lernprogramm ja: Die fünf Prüfungen decken zusammen Administration, Entwicklung und Security ab, und der Weg dorthin erzwingt breite, praktische Beschäftigung mit Kubernetes. Als reines Signal an Arbeitgeber reicht auch die CKA. Der Kubestronaut ist das Ziel für Leute, die das Thema wirklich durchdringen wollen.

Meine Empfehlung zur Reihenfolge

  1. KCNA, wenn du neu im Thema bist. Wenn du schon täglich mit Kubernetes arbeitest, kannst du sie auch später auf dem Weg zum Kubestronaut nachholen.
  2. CKA als Fundament. Sie erzwingt die Praxis, von der alle weiteren Prüfungen profitieren.
  3. CKAD direkt danach, solange die CKA-Praxis frisch ist. Die Überlappung arbeitet dann für dich.
  4. KCSA als theoretischer Einstieg in die Security-Themen.
  5. CKS zum Schluss, mit dem größten Vorbereitungsblock.

Der Zeitrahmen dafür ist individuell, aber als Einordnung: Das ist ein Projekt von Monaten, kein Sprint. Zwischen den Prüfungen echte Praxis zu sammeln ist kein Umweg, sondern der Grund, warum die späteren Prüfungen leichter werden.

Womit du anfängst

Bevor du die erste Prüfung buchst, stell sicher, dass die Grundlagen sitzen: eigener Übungscluster, sicherer Umgang mit kubectl, die Kern-Objekte im Griff. Den kompletten Lernpfad dorthin, von den Containern bis zur Prüfungsreife, habe ich hier beschrieben: Kubernetes lernen: Roadmap zum Kubestronaut.

Und falls du dich fragst, was ein Kubernetes-Mensch mit KI-Themen zu tun hat: Meine tägliche Arbeit läuft inzwischen mit einer KI-Belegschaft. Strukturiert delegieren lernt man in beiden Welten.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus acht KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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