Blog · 27. August 2026 · 7 Min. Lesezeit

Claude Subagents, Skills und Agents

Ein Mann analysiert ein Flussdiagramm auf einem Whiteboard in einem Büro
Foto: Christina Morillo / Pexels

Claude Subagents sind eigenständige Konfigurationen mit eigenem Kontextfenster, die eine Aufgabe isoliert bearbeiten und nur eine Zusammenfassung zurückgeben, während ein Skill in deiner laufenden Konversation lädt und sie nie verlässt. Ein Agent, wie ich das Wort in meiner Belegschaft verwende, ist noch etwas anderes: ein ganzer KI-Mitarbeiter, der aus einer Rollen-Datei, mehreren Skills und bei Bedarf eigenen Subagents zusammengesetzt ist. Wer die drei verwechselt, baut entweder zu schwere Skills, die die Hauptkonversation vollstopfen, oder zu viele Subagents für Aufgaben, die ein einzelner Slash-Befehl längst erledigt.

Ich betreibe mein Business mit einer eigenen KI-Belegschaft auf Claude-Basis und habe in jeder Rolle eine eigene CLAUDE.md und eigene Skills im Einsatz, dazu Subagents für abgegrenzte Einzelaufgaben. Die übrigen Teile meines Claude-Setups sammle ich auf der Claude-Übersichtsseite.

Am deutlichsten sehe ich den Unterschied an zwei Übergaben in meiner Belegschaft: Conny gibt einen Videoauftrag an Eddi weiter, und Sebastian prüft, was Ralf gebaut hat. Die erste Übergabe funktioniert wie ein Subagent, die zweite wie ein Skill.

Skill, Subagent oder Agent: das Problem in einem Satz

Alle drei Begriffe lösen dasselbe Grundproblem auf unterschiedliche Weise: Wie bekommt Claude zusätzliche Fähigkeiten oder zusätzliche Rollen, ohne dass jede einzelne Sitzung darunter leidet. Ein Skill hält deine Hauptkonversation schlank, weil sein Inhalt erst beim Aufruf geladen wird. Ein Subagent geht einen Schritt weiter und bearbeitet eine Aufgabe komplett getrennt, in einem eigenen Kontextfenster, und liefert dir am Ende nur das Ergebnis zurück, laut der Anthropic-Dokumentation zu Subagents (code.claude.com/docs/en/sub-agents). Ein Agent in meinem Sinn ist die dauerhafte Rolle drumherum, die beide Werkzeuge nutzt, aber selbst kein technischer Claude-Baustein ist, sondern die Summe aus CLAUDE.md, Skills und Subagents für eine bestimmte Aufgabe im Business.

Was ein Skill ist und wo er liegt

Ein Skill ist eine SKILL.md in .claude/skills/<name>/ für ein einzelnes Projekt oder in ~/.claude/skills/<name>/ für alle deine Projekte. Pflichtfelder im Frontmatter sind name und description, optional kommen disable-model-invocation, user-invocable, allowed-tools, context: fork, agent und paths dazu (Quelle: Anthropic-Dokumentation zu Skills, code.claude.com/docs/en/skills). Du rufst einen Skill entweder direkt mit /name auf oder Claude entscheidet anhand der description selbst, wann er passt. Der eigentliche Inhalt der Datei wird erst geladen, wenn der Skill wirklich gebraucht wird, nicht schon beim Start der Sitzung.

Die einfachere Vorstufe sind Slash-Commands in .claude/commands/, laut derselben Doku gedacht für Fälle, in denen ein einzelner Befehl reicht und sich ein ganzer Skill mit Frontmatter noch nicht lohnt. Wie ich einen Skill aus einer erledigten Aufgabe heraus baue, zeige ich ausführlich in Claude Skills: erstellen und nutzen.

Was ein Claude Subagent ist und wo er liegt

Ein Subagent ist eine Markdown-Datei mit YAML-Frontmatter in .claude/agents/ für ein Projekt oder in ~/.claude/agents/ für alle deine Projekte. Auch hier sind name und description Pflichtfelder, optional stehen tools, disallowedTools, model, permissionMode, maxTurns, skills, mcpServers, memory und isolation: worktree zur Verfügung (Quelle: code.claude.com/docs/en/sub-agents). Claude bringt außerdem drei eingebaute Subagents mit: Explore, Plan und general-purpose.

Aufgerufen wird ein Subagent entweder automatisch, wenn Claude die Aufgabe passend findet, oder gezielt mit @agent-name. Der Befehl /agents, der früher einen Assistenten zum Anlegen neuer Subagents öffnete, tut das laut aktueller Dokumentation nicht mehr; empfohlen wird stattdessen, Claude die Datei direkt schreiben zu lassen. Solche Details ändern sich mit den Versionen, prüf sie bei Bedarf in der Dokumentation nach. Genau das mache ich im Beispiel weiter unten.

Skill, Subagent und Agent im Vergleich

Merkmal Skill Subagent Agent (KI-Mitarbeiter)
Speicherort .claude/skills/<name>/ .claude/agents/ eigener Projektordner mit CLAUDE.md, Skills und Subagents
Kontext läuft in der Hauptkonversation eigenes, isoliertes Kontextfenster mehrere Sitzungen über Wochen und Monate
Rückgabe Ergebnis fließt direkt in den Chat nur die Zusammenfassung kommt zurück Ergebnis plus dauerhafte Rollen-Historie
Aufruf /name oder automatisch über description automatisch oder mit @agent-name du beauftragst die Rolle direkt
Typisches Beispiel ein wiederkehrender Handgriff, etwa ein Angebot prüfen eine abgegrenzte Einzelaufgabe, etwa Recherche zu einem Thema eine dauerhafte Zuständigkeit, etwa Content-Redaktion

Die dritte Spalte ist kein offizieller Claude-Begriff, sondern meine eigene Einordnung dafür, wie ich Skills und Subagents zu einer vollständigen Rolle zusammensetze.

Wie meine Belegschaft das trennt: Conny beauftragt Eddi, Sebastian prüft Ralf

In meiner Belegschaft ist Conny die Content-Chefredakteurin, Eddi kümmert sich um Video. Wenn ein Beitrag ein geschnittenes Video braucht, gibt Conny genau diesen einen Auftrag an Eddi weiter, wartet auf das fertige Ergebnis und muss dafür nicht jeden Zwischenschritt des Schnitts mitverfolgen. Das ist im Kleinen dasselbe Prinzip wie bei einem Subagenten: Aufgabe rüber, Ergebnis zurück, der Weg dazwischen bleibt getrennt.

Die zweite Übergabe läuft eher wie ein Skill. Wenn Ralf, der aus alten Websites moderne Demos baut, ein Ergebnis liefert, prüft Sebastian es nach einem festen Ablauf, immer nach denselben Punkten, statt jedes Mal neu zu überlegen, worauf zu achten ist. Dieser Ablauf bleibt dabei in der laufenden Arbeit sichtbar, statt in einer getrennten Sitzung zu verschwinden: eine wiederkehrende Prüfung, die nicht bei null anfängt. Was danach nach außen geht, gebe ich selbst frei.

Jede einzelne Rolle, ob Conny, Eddi, Ralf oder Sebastian, ist dabei ein eigener Agent mit eigener CLAUDE.md als Rollen-Beschreibung. Wie so eine Datei konkret aussieht, zeige ich am Beispiel meines Büro-Pakets Frieda in CLAUDE.md: das Gedächtnis von Claude Code, und wie sich alle acht Rollen zueinander verhalten, in Meine KI-Belegschaft: acht Mitarbeiter.

Beispiel-Frontmatter für einen eigenen Subagenten

So sieht ein Subagent aus, den ich für eine einzelne, abgegrenzte Aufgabe anlegen würde, nur mit Feldern, die laut Doku tatsächlich existieren:

---
name: recherche-quellen
description: Sucht und prüft externe Quellen zu einem Thema und liefert eine kurze, belegte Zusammenfassung zurück, statt selbst den Beitrag zu schreiben.
tools: WebSearch, WebFetch, Read
model: sonnet
isolation: worktree
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name und description sind die einzigen Pflichtfelder, den Rest ergänzt du nach Bedarf. tools grenzt ein, was der Subagent überhaupt anfassen darf, model legt fest, mit welchem Modell er läuft, und isolation: worktree sorgt laut Doku für eine zusätzlich isolierte Arbeitskopie, praktisch für Aufgaben, die Dateien verändern, ohne deinen Hauptstand zu berühren.

Eine Brücke zwischen beiden Welten gibt es ebenfalls: Ein Skill kann im Frontmatter context: fork setzen und läuft dann, ähnlich wie ein Subagent, in einem eigenen, abgetrennten Kontext, ohne dass daraus ein vollständiger Subagent mit eigener Datei in .claude/agents/ wird.

Entscheidungsregel: Skill, Subagent oder ein neuer Agent

Drei Fragen reichen bei mir, um zu entscheiden, welcher Baustein passt. Erstens: Ist es ein wiederkehrender Handgriff mit festen Schritten, den ich in derselben Konversation weiterverwenden will? Dann ein Skill. Zweitens: Braucht die Aufgabe ein eigenes, isoliertes Kontextfenster, damit sie meine Hauptkonversation nicht mit Zwischenschritten vollstopft, die mich gar nicht interessieren? Dann ein Subagent. Drittens: Ist es eine dauerhafte Zuständigkeit, die über viele Sitzungen hinweg arbeitet und eigene Entscheidungen innerhalb fester Grenzen trifft? Dann lohnt sich ein eigener Agent mit eigener CLAUDE.md, so wie jede einzelne Rolle in meiner Belegschaft.

Häufige Fragen

Wann reicht ein Slash-Befehl statt eines eigenen Skills oder Subagenten?

Wenn eine Aufgabe aus einem einzigen, festen Befehl besteht, ohne dass Claude selbst entscheiden muss, wann er greift. Laut Doku sind Slash-Commands in .claude/commands/ genau dafür die einfachere Vorstufe zu einem vollständigen Skill mit Frontmatter.

Sieht ein Subagent meine CLAUDE.md automatisch?

Die Doku nennt ein optionales Frontmatter-Feld memory, sagt an dieser Stelle aber nicht, was ohne diese Angabe standardmäßig beim Subagenten ankommt. Wenn eine Regel aus deiner CLAUDE.md beim Subagenten wirklich ankommen muss, trage ich sie sicherheitshalber direkt in dessen description oder in den Auftrag ein.

Wie viele Subagents sind bei einer kleinen Belegschaft sinnvoll?

Aus meiner Praxis: lieber wenige, klar abgegrenzte Subagents für Aufgaben, die wirklich isoliert laufen sollen, als für jede Kleinigkeit eine eigene Datei. Die eingebauten Explore, Plan und general-purpose decken bei mir schon einen großen Teil ab, bevor ich einen eigenen anlege.

Was ist der Unterschied zwischen einem Agent und einem Skill?

Ein Skill ist ein einzelnes Werkzeug, das in einer laufenden Konversation lädt. Ein Agent, in meinem Sprachgebrauch, ist eine ganze Rolle mit eigener CLAUDE.md, die mehrere Skills und Subagents nutzt und über viele Sitzungen hinweg bestehen bleibt, nicht nur innerhalb eines einzelnen Gesprächs.

Kann ich einen Subagenten selbst schreiben, ohne Vorlage?

Ja, und laut Doku ist das inzwischen sogar der empfohlene Weg: Statt eines Assistenten hinter /agents schreibst du die Markdown-Datei mit Frontmatter direkt oder lässt Claude sie für dich anlegen, so wie im Beispiel weiter oben.

Wie du weitermachst

Fang nicht mit einem Subagenten an, sondern mit einem einzelnen Skill für eine Aufgabe, die bei dir wirklich wiederkehrt. Erst wenn du merkst, dass eine Aufgabe deine Hauptkonversation mit Zwischenschritten vollstopft, die dich gar nicht interessieren, lohnt sich ein eigener Subagent dafür. Wie du daraus eine vollständige Rolle mit eigener CLAUDE.md baust, zeige ich in KI-Agent mit Claude erstellen: Anleitung.

Die acht Pakete gibt es fertig in meiner Community.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus acht KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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