Copilot vs Claude ist im Büro vor allem die Frage, ob du KI dort willst, wo du schon arbeitest, oder ob du Arbeit abgeben willst. Microsoft Copilot sitzt in Word, Excel, Outlook und Teams und greift laut Microsoft über Microsoft Graph auf Mails, Dateien und Kalender zu; Copilot Business kostet laut deutscher Microsoft-Preisseite 15,60 Euro je Nutzer und Monat im Jahresvertrag (Aktionspreis statt 18,20 Euro, Stand: September 2026), dazu brauchst du eine Microsoft-365-Lizenz. Claude kostet als Pro 20 Dollar im Monat und als Team ab 20 Dollar je Sitz und Monat, braucht keine Microsoft-Lizenz und arbeitet bei mir als Belegschaft aus Dateien, die Mails, Belege und Berichte fertig vorlegt. Lebt dein Betrieb komplett in Microsoft 365 und willst du Vorschläge im vertrauten Fenster, ist Copilot der kürzere Weg. Willst du ganze Aufgaben delegieren, ist Claude der bessere.
Ich nutze Claude seit dem Erscheinen von Claude Code täglich und betreibe mein Business mit einer KI-Belegschaft auf Claude-Basis; für geschäftliche Daten habe ich Claude Team gewählt, wegen des Auftragsverarbeitungsvertrags. Microsoft Copilot habe ich nicht selbst im Betrieb gehabt: Alles dazu stammt aus Microsofts Preis- und Dokumentationsseiten. Mehr zu meinem Werkzeug im Hub Claude.
Wenn du Software entwickelst, lies Claude Code, Codex oder Copilot: was wofür?; wenn du nur chatten willst, Claude vs ChatGPT 2026: der Vergleich.
Drei Fragen, die die Entscheidung klären
Die erste Frage: Wo liegen deine Daten? Liegen Mails, Dateien und Kalender in Microsoft 365 und soll es so bleiben, hat Copilot einen Startvorteil, weil er laut Microsoft ohne weitere Einrichtung über Microsoft Graph darauf zugreift. Claude kommt an dieselben Daten über den Microsoft-365-Connector, den laut Anthropic-Hilfe der Besitzer der Organisation freischalten muss, oder über Ordner, die du Cowork gibst.
Die zweite Frage: Willst du Vorschläge oder Ergebnisse? Copilot ist laut Microsoft ein Assistent in den Apps. Claude kann das auch, der Unterschied bei mir ist die Delegation: Ich gebe einer Rolle einen Auftrag und bekomme ein Ergebnis zurück, das ich prüfe und freigebe. Dafür braucht es keine Programmierung, aber eine Ordnerstruktur mit Regeln, wie in Was ist ein KI-Mitarbeiter? beschrieben.
Die dritte Frage: Wer verwaltet das Ganze? Copilot steuern laut Microsoft die Admins der Organisation, inklusive der Modellwahl. Claude Team hat ebenfalls eine Verwaltung, aber Ordner, Regeln und Freigaben meiner Belegschaft liegen bei mir im Dateisystem. Mit IT-Abteilung ist der erste Weg bequemer, als kleines Büro der zweite.
Copilot vs Claude: Preise nebeneinander
Microsoft nennt auf der deutschen Preisseite für Copilot drei Stufen für kleine Firmen, je Nutzer und Monat im Jahresvertrag, Stand: September 2026: Copilot Business als Zusatz zu einer bestehenden Business-Lizenz für 15,60 Euro (Aktionspreis bis 31.12.2026, danach 18,20 Euro), das Bündel Business Standard mit Copilot für 20,36 Euro und Business Premium mit Copilot für 27,73 Euro. Die große Ausbaustufe, laut Microsoft schlicht „Microsoft Copilot" genannt, kostet 30 Dollar je Nutzer und Monat im Jahresvertrag und setzt eine qualifizierende Microsoft-365-Lizenz voraus. Copilot Chat ist laut Microsoft für alle Nutzer mit berechtigtem Microsoft-365-Abo ohne Aufpreis enthalten.
Claude rechnet ohne Grundlizenz: Free 0 Dollar, Pro 20 Dollar im Monat, Max 100 oder 200 Dollar, Team ab 20 Dollar je Sitz und Monat, Stand: September 2026. Was in welchem Plan steckt, steht in Claude Kosten und Abos im Überblick. Claude Code, Cowork und die Office-Erweiterung sind laut Anthropic ab Pro enthalten, nicht in Free.
Zu den Währungen: Microsoft nennt für Deutschland Euro, Anthropic Dollar. Ich rechne nicht um; die Gegenüberstellung ist eine Größenordnung, kein Vergleich auf den Cent.
Für ein Büro mit fünf Personen heißt das, Stand September 2026 und ohne Steuern: Copilot Business kostet 78 Euro im Monat zusätzlich zu den Microsoft-365-Lizenzen, die du vermutlich schon zahlst. Claude Team kostet 125 Dollar, dafür ohne Voraussetzung. Ob sich das lohnt, hängt weniger vom Preis ab als von der Nutzung; die Rechnung steht in Claude Team: Kosten und wann es lohnt.
Vergleichstabelle: neun Kriterien fürs Büro
Die Copilot-Spalte stützt sich auf Microsofts Preisseite und die Datenschutz-Dokumentation zu Copilot, die Claude-Spalte auf Claude for Microsoft 365 und die Anthropic-Hilfe. Alles Herstellerangaben, Stand September 2026.
Vier Büroaufgaben: Mail, Dokumente, Termine, Teams
Bei Mails ist Copilot laut Microsoft in Outlook eingebaut. Bei mir schreibt Sonja die Mails: eine Rolle aus meiner Belegschaft mit einem eigenen Skill namens tonalitaet-lernen, die Entwürfe in meiner Stimme liefert. Aktuell hat Sonja noch keine einzige Mail selbst versendet: Der Mitarbeiter schreibt, ich entscheide. Für Outlook selbst bietet Claude laut Anthropic eine Erweiterung im Beta-Stadium.
Bei Dokumenten arbeiten beide direkt in der Datei. Copilot ist in Word, Excel und PowerPoint eingebaut. Claude for Microsoft 365 läuft laut Anthropic auf allen bezahlten Plänen in denselben drei Programmen, wird über den Microsoft Marketplace installiert und schreibt Änderungen als Änderungsnachverfolgung zur Bestätigung.
Bei Terminen und Posteingang hat Copilot über Microsoft Graph den Kalender direkt vor sich. In meiner Community gibt es dafür das Paket Frieda, beschrieben als Büro-Mitarbeiterin für Posteingang, Termine und Belege. Nach Onboarding-Gespräch und Bestandsdaten ist ein erstes Arbeitsergebnis nach ungefähr einer Stunde realistisch.
Bei Teams verweist Microsoft auf Microsoft Graph, über den Copilot die Daten der Microsoft-365-Apps erreicht. Claude hat dafür laut Anthropic-Hilfe den Microsoft-365-Connector, der SharePoint, OneDrive, Outlook und Teams liest und ein Arbeitskonto im Entra-Tenant voraussetzt.
Claude an Microsoft 365 anbinden statt Copilot kaufen
Diesen Weg nenne ich oben nur als Möglichkeit, und er ist bei mir Praxis, allerdings anders als beschrieben: Ich nutze Microsoft 365, und die Anbindung an Claude läuft bei mir über einen aktiven MCP-Server, nicht über den offiziellen Microsoft-365-Connector von Anthropic. Für Outlook funktioniert das sehr gut.
Zwei Beispiele aus dem Betrieb. Erstens der Kalender: Ich frage Claude, wie oft ich mit einem bestimmten Kunden telefoniert habe, und Claude schaut im Kalender nach und legt mir die Termine vor. Zweitens Mails: Claude legt eine Antwort als Entwurf in Outlook ab. Abgeschickt wird sie von mir. Das ist dieselbe Trennung wie bei Sonja: Der Mitarbeiter legt vor, ich gebe frei.
Was ich nicht sagen kann: Word und Excel habe ich über diese Anbindung nicht genutzt, und Messwerte habe ich keine, nur den Eindruck aus der täglichen Arbeit.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Wenn deine Daten in Microsoft 365 liegen, ist eine Copilot-Lizenz nicht der einzige Weg, KI an sie heranzulassen. Es sind aber zwei verschiedene Wege. Der offizielle Microsoft-365-Connector ist laut Anthropics Sicherheitsleitfaden eine von Anthropic betriebene Anbindung: Anmeldung per OAuth im Entra-Tenant mit delegierten Rechten, einmalige Freigabe durch einen Administrator, Zugriff nur auf Daten, für die die Person ohnehin berechtigt ist. Mein Weg ist der andere, ein MCP-Server für Outlook und Kalender. In beiden Fällen greifen beide Ebenen: Microsoft für Konto, Tenant und Graph-Zugriff, Anthropic für alles, was danach in Claude passiert. Das als reine Anthropic-Sache zu verbuchen, wäre eine Vertragsebene zu wenig.
Datenschutz: EU Data Boundary, Training und die Ausnahme für Anthropic-Modelle
Microsoft schreibt in der Copilot-Datenschutzdokumentation (Stand 09.07.2026), dass Prompts, Antworten und über Microsoft Graph abgerufene Daten nicht zum Training der Foundation-Modelle genutzt werden, dass Copilot der DSGVO und der EU Data Boundary unterliegt und dass Microsoft als Auftragsverarbeiter auftritt.
Der Haken steht in der Microsoft-Dokumentation zu KI-Subprozessoren: Anthropic-Modelle in Copilot sind laut Microsoft derzeit von der EU Data Boundary ausgeschlossen; in der EU, der EFTA und dem Vereinigten Königreich sind sie per Voreinstellung deaktiviert und nur nach Opt-in durch einen Administrator nutzbar. Wer Copilot wegen der Datengrenze kauft und dann Claude als Modell einschaltet, hat sie für diese Anfragen verlassen.
Für Claude direkt gilt: Auf Team und Enterprise wird laut Anthropic per Default nicht mit deinen Inhalten trainiert, und der Auftragsverarbeitungsvertrag ist Teil der Geschäftsbedingungen. Eine gleichwertige Zusage zur Datenresidenz für die Claude-App habe ich in der öffentlichen Dokumentation nicht gefunden; Anthropics Residenz-Doku beschreibt API und Console. Deshalb habe ich für geschäftliche Daten Team gewählt. Details in Claude Datenschutz und DSGVO: was gilt. Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Zusammenfassung von Herstellerangaben, Stand September 2026; für deinen Betrieb prüft das dein Datenschutzbeauftragter oder Anwalt.
Delegieren statt chatten: mein Weg mit Claude Team
Mein Weg ist ein anderer als der Assistent im Fenster: Jede Rolle in meiner Belegschaft ist ein Ordner mit einer CLAUDE.md als Vertrag, einer Personalakte und einer Learnings-Datei, in der Feedback dauerhaft landet. Im Vortrag habe ich es so gesagt: „Peter ist am Ende des Tages einfach ein Ordner auf meinem Computer." Peter ist meine Buchhaltungsrolle, und was der Ordner leistet, zeigt ein Fall vom 06.09.2026.
Ich habe Peter per Mikrofon beauftragt, 63 Belege auszuwerten. Statt loszurechnen stellte er vor der Ausgabe zwei Rückfragen, unter anderem zu zwei Währungen in den Belegen, mit dem Satz „ich erfinde keine Kurse". Ich habe entschieden, er hat fertig gerechnet und abgelegt; ausführlich steht der Ablauf in Claude vs Gemini 2026: der Vergleich. Die Rückfrage vor der Ausgabe ist kein Zufall, sie steht als Regel in Peters Akte.
Dafür brauchst du keine Kommandozeile. Claude Cowork: was es kann und für wen gibt Claude laut Anthropic-Hilfe die Erlaubnis, in Ordnern, die du festlegst, Dateien zu lesen, zu ändern und anzulegen; es läuft nur in bezahlten Plänen. Wer tiefer will, nimmt Claude Code, beschrieben in Claude Code: Anleitung für Einsteiger.
Wann Copilot die bessere Wahl ist
Copilot ist die bessere Wahl, wenn drei Dinge zusammenkommen: Dein Betrieb hat Microsoft 365 mit Entra-Konten und einen Admin, der es pflegt; deine Leute wollen KI im vertrauten Fenster; und ihr braucht die EU Data Boundary vertraglich, dann bleibt ihr bei den Modellen, die Microsoft dafür freigibt.
Wofür ich Claude klar vorziehe: sobald du eine Aufgabe nicht nur beschleunigen, sondern abgeben willst. Belege sortieren, Mails in deiner Stimme vorformulieren, Berichte aus Rohdaten bauen, immer mit Rückfrage und Freigabe. Bei Microsoft ist das Feld von Copilot Studio besetzt, das ich nicht getestet habe und deshalb nicht bewerte.
Häufige Fragen
Was kostet Copilot für kleine Unternehmen?
Copilot Business kostet laut deutscher Microsoft-Preisseite 15,60 Euro je Nutzer und Monat im Jahresvertrag, als Aktionspreis bis 31.12.2026 statt 18,20 Euro, zusätzlich zur Microsoft-365-Business-Lizenz. Die Bündel mit Business Standard oder Business Premium liegen bei 20,36 und 27,73 Euro. Stand: September 2026, ohne Steuern.
Kann ich Claude in Word und Excel nutzen?
Ja. Claude for Microsoft 365 läuft laut Anthropic auf allen bezahlten Claude-Plänen in Word, Excel und PowerPoint, Outlook ist in Beta. Die Installation läuft über den Microsoft Marketplace, Änderungen erscheinen als Änderungsnachverfolgung und warten auf deine Bestätigung.
Bleiben meine Daten bei Copilot in der EU?
Für die Standardmodelle sagt Microsoft die EU Data Boundary zu. Anthropic-Modelle in Copilot sind laut Microsoft derzeit davon ausgeschlossen und in der EU per Default deaktiviert; ein Admin muss sie einschalten. Das ist keine Rechtsberatung, sondern der Stand der Microsoft-Dokumentation vom September 2026.
Brauche ich Copilot, wenn ich Claude habe?
Für Word, Excel und PowerPoint nicht, weil Claude eine eigene Erweiterung dafür hat. Copilot lohnt sich zusätzlich, wenn du KI in Teams und dem Microsoft-Admin-Center willst und deine Organisation das zentral verwaltet. Bei mir kommt kein Copilot dazu: Outlook und Kalender erreiche ich über meine eigene Anbindung an Claude.
Welches Modell steckt in Copilot?
Laut Microsofts Datenschutzdokumentation nutzt Copilot OpenAI- und Anthropic-Modelle als Subprozessoren; welches gerade arbeitet, stellt der Admin ein.
Copilot vs Claude vs ChatGPT: was nehme ich fürs Büro?
Copilot, wenn alles in Microsoft 365 bleibt und die IT es verwaltet. ChatGPT, wenn du vor allem chatten und recherchieren willst; ich bezahle es neben Claude. Claude, wenn du Aufgaben an Rollen mit Regeln abgeben willst.
Copilot Business vs Claude Team für fünf Leute?
Copilot Business kostet für fünf Nutzer 78 Euro im Monat zusätzlich zu Microsoft 365, Claude Team 125 Dollar ohne Voraussetzung, Stand: September 2026. Unterschiedliche Währungen, also eine Größenordnung und kein exakter Vergleich. Wer schon Microsoft 365 hat und nur Vorschläge in den Apps will, fährt mit Copilot günstiger. Einen Auftragsverarbeiter hast du in beiden Fällen: Microsoft tritt für Copilot nach eigener Aussage als solcher auf, bei Anthropic steht das Addendum in den Geschäftsbedingungen. Ich habe mich für Team entschieden, weil ich abgeben wollte, ohne mich an Microsoft zu binden. Das ist meine Entscheidung, kein Alleinstellungsmerkmal.
Wie du weitermachst
Prüfe zuerst, wo deine Daten liegen und wer bei euch verwaltet. Läuft alles in Microsoft 365, teste den laut Microsoft enthaltenen Copilot Chat, bevor du Lizenzen kaufst, und schalte parallel den Claude-Connector frei. Willst du delegieren, starte mit Claude Pro und Claude Cowork: was es kann und für wen an einem Ordner mit Belegen oder Mails. Sind Kundendaten im Spiel, lies vorher Claude Datenschutz und DSGVO: was gilt und nimm Team, wie in Claude Team: Kosten und wann es lohnt beschrieben. Die acht Pakete meiner Belegschaft gibt es fertig in meiner Community.