Claude ist ein KI-Assistent von Anthropic, mit dem du chattest, Dokumente bearbeitest und ganze Aufgaben delegierst, statt nur einzelne Fragen zu stellen. Der Einstieg besteht aus vier Schritten: Konto anlegen, Datenschutz-Schalter setzen, ersten Prompt schreiben, erstes Projekt anlegen. Diese Claude Anleitung geht die vier Schritte in der Reihenfolge durch, in der sie sinnvoll sind, bis hin zur Frage, wann der kostenlose Plan reicht und wann sich Pro lohnt.
Ich arbeite seit Februar 2025 täglich mit Claude und betreibe mein Business inzwischen mit einer Belegschaft aus acht KI-Mitarbeitern auf Claude-Basis. Genau deshalb starte ich diese Anleitung nicht bei Prompt-Tricks, sondern beim Datenschutz-Schalter am ersten Tag, weil ich selbst mit echten Kundendaten arbeite. Die übrigen Bausteine meines Claude-Setups sammle ich auf der Claude-Übersichtsseite.
Vorwissen brauchst du dafür keines. Wichtiger als jeder Prompt-Trick ist die Reihenfolge: erst die Einstellungen, dann der erste Chat, dann die Struktur, in der deine Arbeit dauerhaft liegt.
Claude Konto anlegen: der erste Schritt
Du registrierst dich mit deiner E-Mail-Adresse und landest danach im kostenlosen Free-Plan. Bevor du irgendetwas in einen Chat schreibst, lohnt sich ein Blick in die Datenschutzeinstellungen: Dort legst du fest, ob deine Chats zum Training von Claude verwendet werden dürfen. Wie genau dieser Schalter wirkt und was das für Kundendaten bedeutet, habe ich in Claude Datenschutz und DSGVO: was gilt ausführlich beschrieben. Ich stelle diesen Schalter bei jedem neuen Konto als Erstes ein, noch vor dem ersten Chat.
Die Oberfläche im Überblick: was dich erwartet
Claude gliedert sich grob in drei Bereiche: ein Chatfenster für die laufende Unterhaltung, eine Übersicht deiner bisherigen Chats und Projekte, und einen Einstellungsbereich für Konto, Datenschutz und Sprache. Welche Funktion an welcher Stelle sitzt, ändert sich mit jedem Oberflächen-Update, deshalb beschreibe ich hier bewusst keine festen Klickpfade, sondern nur, was es grundsätzlich gibt. Neben dem Chat gibt es außerdem eine Modellauswahl, mit der du zwischen verschiedenen Claude-Modellen wechseln kannst, und je nach Plan Zugriff auf Claude Code für Programmieraufgaben direkt im Terminal.
Claude ist sowohl im Browser als auch als App für Desktop und Mobilgeräte verfügbar. Du kannst jederzeit auf Deutsch schreiben und bekommst deutsche Antworten, unabhängig davon, in welcher Sprache die Bedienelemente stehen.
Das erste Gespräch: ein Prompt in vier Bausteinen
Für den ersten Prompt reicht ein einfacher Aufbau aus vier Teilen, mit dem ich selbst arbeite: Rolle und Aufgabe in einem Satz, der nötige Kontext dazu, das gewünschte Format der Antwort, und was Claude ausdrücklich nicht tun soll. Ein Beispiel dafür: „Du hilfst mir, eine kurze Antwort auf eine Kundenanfrage zu formulieren. Die Anfrage lautet: [Text einfügen]. Antworte freundlich und knapp in drei bis vier Sätzen, ohne Grußformel am Ende, die setze ich selbst."
Claude fragt bei fehlendem Kontext meistens nach, statt frei zu erfinden, wenn du das im Prompt so anlegst. Je konkreter Kontext und Grenzen sind, desto weniger musst du hinterher nachbessern. Das ist keine feste Anthropic-Regel, sondern meine eigene Erfahrung aus vielen hundert Chats.
Projekte anlegen: die erste Stunde mit einem KI-Mitarbeiter
Ein Projekt in Claude ist ein eigener Arbeitsbereich mit festen Anweisungen und eigenem Wissen, getrennt vom normalen Chatverlauf. Für den Einstieg ist das der schnellste Weg zu einer festen Rolle. Meine eigenen acht KI-Mitarbeiter laufen inzwischen nicht in Projekten, sondern in eigenen Ordnern im Dateisystem, jeder mit Personalakte, Regeln und eigenen Wissensdateien. Wie ich Projekte im Detail führe, welche Anweisungen und welches Wissen hineingehören, steht in Claude Projekte richtig nutzen.
Meine eigene erste Stunde mit Sonja, meiner Assistentin für Mails in meiner Stimme, sah so aus: Ich habe einen eigenen Ordner mit Dateien und Unterordnern für sie angelegt und in einem Onboarding-Gespräch beschrieben, welche Art von Mails sie beantworten soll, in welchem Ton, und welche Fälle sie mir zurückgeben soll statt selbst zu antworten, etwa alles mit Preisverhandlung oder Beschwerde. Als erste echte Aufgabe habe ich ihr eine Anfrage-Mail gegeben. Sonja hat daraus einen Antwortentwurf in meinem Ton formuliert und die Preisfrage aus der Mail markiert, statt sie zu beantworten, wie im Onboarding besprochen. Das Ergebnis war ein fertiger Entwurf, den ich gelesen, leicht angepasst und dann selbst verschickt habe. Ob und wie ich auf die Preisfrage eingehe, habe ich bewusst selbst entschieden, das gebe ich nicht ab.
Wiederkehrende Arbeitsanweisungen, die über die reinen Projekt-Anweisungen hinausgehen, kannst du später zusätzlich als Skill hinterlegen. Wie das geht, steht in Claude Skills: erstellen und nutzen. Wenn du diesen Weg von der ersten Idee bis zur festen Aufgabe komplett gehen willst, findest du den vollständigen Ablauf in KI-Mitarbeiter einstellen: der Ablauf.
Dateien hochladen und einbinden
Du kannst Dateien direkt in einen Chat oder in ein Projekt hochladen, etwa PDFs, Tabellen, Textdokumente oder Bilder, und Claude bezieht sie in die Antwort ein. In einem Projekt bleiben hochgeladene Dateien dauerhaft als Wissen erhalten und stehen in jedem neuen Chat innerhalb dieses Projekts zur Verfügung, ohne dass du sie erneut hochladen musst. Das ist der Grund, warum ich Kundendokumente projektweise trenne statt alles in einen einzigen Chatverlauf zu werfen: Jedes Projekt sieht nur, was zu seiner eigenen Aufgabe gehört.
Für sensible Inhalte gilt dieselbe Regel wie beim Datenschutz-Schalter: Erst prüfen, was in ein Projekt darf, dann hochladen, nicht umgekehrt.
Was der Free-Plan kann, und wann sich Pro lohnt
Der kostenlose Free-Plan bringt laut Anthropic Zugriff auf die Modelle Sonnet und Haiku, Websuche, die Apps sowie Datei-Uploads und Memory mit, allerdings mit Basis-Nutzungsgrenzen (claude.com/pricing). Feste Nachrichtenzahlen veröffentlicht Anthropic nicht, wie stark die Limits greifen, hängt laut der Anthropic-Hilfe zu Nutzungsgrenzen von Länge, Komplexität und genutztem Modell ab (support.claude.com).
Für einen ersten Test reicht Free vollkommen aus. Pro kostet 20 Dollar im Monat und bringt laut Anthropic mindestens die fünffache Nutzung pro Sitzung gegenüber Free, dazu Claude Code und Zugriff auf das Opus-Modell, Details zu allen Plänen stehen in Claude Kosten und Abos im Überblick. Pro lohnt sich, sobald du merkst, dass du regelmäßig an die Nutzungsgrenze stößt oder Claude Code für eigene Projekte brauchst. Arbeiten mehrere Personen mit denselben Kundendaten, ist eher Team statt mehrerer einzelner Pro-Konten die passende Wahl.
Häufige Fragen
Was ist Claude eigentlich?
Claude ist ein KI-Assistent von Anthropic für Chat, Textarbeit und Programmieraufgaben, verfügbar im Browser und als App, mit einem kostenlosen und mehreren kostenpflichtigen Plänen.
Wie funktioniert Claude im Alltag?
Du schreibst eine Aufgabe oder Frage in den Chat, Claude antwortet auf Basis des Gesprächsverlaufs und, in Projekten, auf Basis der hinterlegten Anweisungen und Dateien. Ohne eigenen Kontext von dir weiß Claude nichts über dein Business.
Was kann Claude im Vergleich zu einem einfachen Chatbot?
Über Projekte und hochgeladene Dateien merkt sich Claude Kontext für eine ganze Aufgabe, nicht nur für einen einzelnen Chat, und kann in Claude Code auch direkt Code schreiben und ausführen. Das geht deutlich über reines Frage-Antwort-Chatten hinaus.
Brauche ich eine App, oder reicht der Browser?
Der Browser reicht vollständig aus. Die Apps für Desktop und Mobilgeräte sind praktisch, aber keine Voraussetzung.
Wie lösche ich einen Chat wieder?
Chats lassen sich einzeln aus deinem Chatverlauf entfernen. Wo genau die Löschfunktion in der aktuellen Oberfläche sitzt, nenne ich hier bewusst nicht, weil sich das mit Updates ändert, die Funktion selbst gibt es aber.
Nach dieser Claude Anleitung: die nächsten Schritte
Wenn du diese Schritte einmal durchgegangen bist, Konto mit Datenschutz-Schalter, erster Prompt, erstes Projekt, hast du die Grundlage für alles Weitere gelegt. Der nächste sinnvolle Schritt ist ein zweites Projekt für eine wiederkehrende Aufgabe, mit denselben vier Bausteinen aus dem ersten Prompt. Die acht Pakete meiner eigenen KI-Belegschaft, Sonja eingeschlossen, gibt es fertig in meiner Community.