Claude Code Remote Control verbindet eine Claude-Code-Sitzung auf deinem Rechner mit claude.ai/code im Browser oder mit der Claude-App auf iOS und Android. Du startest eine Aufgabe am Schreibtisch und steuerst sie danach vom Handy oder von einem anderen Rechner aus weiter. Ausgeführt wird dabei alles auf deinem Rechner: Dateien, Werkzeuge, MCP-Server und Projekteinstellungen bleiben dort, Browser und App sind nur das Fenster in diese Sitzung. Du startest Remote Control mit claude remote-control, mit claude --remote-control oder in einer laufenden Sitzung mit /remote-control. Voraussetzung ist laut Anthropic ein Pro-, Max-, Team- oder Enterprise-Plan mit Anmeldung über claude.ai; API-Schlüssel werden nicht unterstützt, und auf Team und Enterprise muss ein Owner die Funktion erst einschalten. Dein Rechner öffnet dafür keinen eingehenden Port. Solange die Verbindung steht, speichert Anthropic aber das Transkript der Sitzung auf seinen Servern.
Ich nutze Remote Control im eigenen Betrieb: Fünf meiner KI-Mitarbeiter laufen auf einem eigenen Linux-Server je in einer tmux-Sitzung mit claude remote-control, und ich steuere sie über die Claude-App. Wie dieser Aufbau aussieht, beschreibe ich in Claude Code auf dem Server betreiben. Dieser Beitrag erklärt die Funktion selbst, für den eigenen Laptop genauso wie für einen Server. Alles zu Claude sammle ich auf der Seite Claude.
Remote Control oder Cloud-Sitzung: wo Claude wirklich läuft
Remote Control und Claude Code im Web nutzen dieselbe Oberfläche unter claude.ai/code, und genau daher kommen die meisten Verwechslungen. Der Unterschied ist der Ort: Bei Remote Control läuft die Sitzung auf deinem Rechner, bei einer Cloud-Sitzung auf Infrastruktur, die standardmäßig Anthropic betreibt. Anthropic empfiehlt Remote Control, wenn du mitten in lokaler Arbeit steckst und von einem anderen Gerät weitermachen willst, und eine Cloud-Sitzung, wenn du ohne lokale Einrichtung starten, an einem Repository ohne lokalen Klon arbeiten oder mehrere Aufgaben parallel laufen lassen willst.
Die Doku stellt mehrere Wege nebeneinander, mit Claude Code zu arbeiten, wenn du nicht am Terminal sitzt; hier die für Einzelne und kleine Teams wichtigsten, ergänzt um die Cloud-Sitzung:
Cloud-Sitzungen gibt es laut Doku auf Pro, Max und Team sowie für Enterprise-Nutzer mit bestimmten Sitzen; sie laufen weiter, wenn du den Laptop zuklappst, und zählen auf das Kontingent deines Plans. Bei Remote Control dagegen muss dein Rechner an bleiben und der claude-Prozess weiterlaufen.
Voraussetzungen
Laut Anthropics Doku brauchst du für Remote Control:
- Ein Abo: Pro, Max, Team oder Enterprise. API-Schlüssel werden nicht unterstützt. Auf Team und Enterprise ist Remote Control standardmäßig aus, ein Owner schaltet es in den Claude-Code-Einstellungen der Organisation ein. Mit benutzerdefinierten Rollen auf Enterprise brauchst du zusätzlich die Rechte für Cloud-Sitzungen und für Remote Control.
- Eine Anmeldung über claude.ai: mit
/login in Claude Code. Ein langlebiges Token aus claude setup-token reicht laut Doku nicht, weil es nur Modellanfragen erlaubt.
- Den direkten Weg zur Anthropic-API: Remote Control funktioniert nicht über Amazon Bedrock, Google Cloud oder Microsoft Foundry, nicht über ein Enterprise-Gateway für die Claude-Apps und nicht, wenn
ANTHROPIC_BASE_URL auf ein LLM-Gateway oder einen Proxy zeigt.
- Vertrauen in den Ordner: In einem Ordner, dem du noch nicht vertraut hast, fragt
claude remote-control vorher nach.
- Keine abgeschalteten Feature-Flags: Ist
CLAUDE_CODE_DISABLE_NONESSENTIAL_TRAFFIC oder DISABLE_GROWTHBOOK gesetzt, ist Remote Control laut Doku nicht verfügbar.
Remote Control einrichten: drei Wege im Terminal
Die Doku beschreibt drei Arten, Remote Control in der Kommandozeile zu starten:
# 1. Server-Modus: wartet auf Verbindungen, kann mehrere Sitzungen bedienen
claude remote-control --name "Mein Projekt"
# 2. Normale interaktive Sitzung, zusätzlich fernsteuerbar
claude --remote-control "Mein Projekt"
# 3. In einer laufenden Sitzung: Verlauf wird übernommen
/remote-control Mein Projekt
Beim ersten Mal fragt Claude Code einmalig, ob du Remote Control einschalten willst. Im Server-Modus zeigt das Terminal danach eine Adresse für die Sitzung, mit der Leertaste blendest du einen QR-Code für das Handy ein. Der Unterschied zwischen den Modi: Im Server-Modus wartet der Prozess auf Verbindungen von außen und kann mehrere Sitzungen gleichzeitig bedienen, standardmäßig bis zu 32. Mit claude --remote-control hast du eine normale Sitzung im Terminal, in die du lokal weiter tippen kannst, während sie auch aus der Ferne erreichbar ist. /remote-control, kurz /rc, nimmt eine Sitzung mit, die schon läuft, samt bisherigem Verlauf. Dieselben Befehle /remote-control und /rc funktionieren auch in der VS-Code-Erweiterung und im Code-Tab der Desktop-App.
Für den Server-Modus nennt die Doku einige Schalter, die ich in der Praxis für die wichtigsten halte:
Der Spawn-Modus ist mehr als ein Detail. Mit same-dir teilen sich alle Sitzungen den Ordner und können sich laut Doku in die Quere kommen, wenn sie dieselben Dateien bearbeiten. Arbeitest du in einem Git-Repository parallel an mehreren Dingen, ist worktree die sichere Wahl.
Vom Handy oder Browser verbinden
Steht die Sitzung, hast du drei Wege hinein: die angezeigte Adresse in einem beliebigen Browser öffnen, den QR-Code mit dem Handy scannen, oder claude.ai/code beziehungsweise die Claude-App öffnen und die Sitzung in der Liste suchen. In der App findest du sie unter „Code“; Remote-Control-Sitzungen tragen ein Rechner-Symbol mit grünem Punkt, solange sie online sind. Hast du die App noch nicht, zeigt /mobile in Claude Code einen QR-Code zum App-Store.
Vom Handy aus schreibst du wie im Chat, hängst Fotos oder Dateien an und siehst Subagents, die im Hintergrund laufen. Modell und Effort lassen sich vom verbundenen Gerät aus umstellen. Wenn Claude eine Freigabe braucht oder eine Rückfrage stellt, bleibt diese laut Doku offen, bis du antwortest. Damit du davon erfährst, gibt es Push-Benachrichtigungen: In /config schaltest du „Push when Claude decides“ für Meldungen nach Claudes Ermessen ein, „Push when actions required“ für Freigaben und Rückfragen, oder beides. Mit dem Handy muss dieselbe Anmeldung und dieselbe Organisation verbunden sein wie im Terminal.
Soll jede interaktive Sitzung automatisch fernsteuerbar sein, stellst du in /config „Enable Remote Control for all sessions“ auf true, oder du setzt remoteControlAtStartup in deiner ~/.claude/settings.json. Ein Detail aus der Doku zeigt, dass Anthropic hier an Sicherheit gedacht hat: Eine eingecheckte .claude/settings.json im Projekt kann Remote Control abschalten, aber nicht für alle einschalten, die das Repository öffnen.
Sicherheit: was über die Leitung geht und wer zugreifen kann
Die Verbindung beschreibt Anthropic so: Deine lokale Sitzung stellt nur ausgehende HTTPS-Anfragen und öffnet keinen eingehenden Port. Sie meldet sich bei der Anthropic-API an und fragt dort nach Arbeit. Der gesamte Verkehr läuft per TLS über die Anthropic-API, mit mehreren kurzlebigen Zugangsdaten, die je für einen Zweck gelten. Für einen Rechner hinter einer Firewall heißt das: Du musst nichts freigeben, außer ausgehend Port 443 zur Anthropic-API.
Zwei Punkte solltest du kennen, bevor du Remote Control mit Kundendaten nutzt. Erstens speichert Anthropic, solange die Verbindung steht, das Transkript mit deinen Nachrichten, Claudes Antworten und den Werkzeugaktivitäten, um Geräte synchron zu halten und nach Abbrüchen neu zu verbinden; es gilt die Data-Usage-Richtlinie. Ausführung und Dateizugriff bleiben auf deinem Rechner. Zweitens ist der Zugang an dein claude.ai-Konto gebunden: Wer dein Konto übernimmt, kann deine Sitzung steuern, und die handelt mit den Rechten deines Benutzerkontos auf dem Rechner. Was zur Absicherung von Claude Code insgesamt gehört, steht in Claude Code Sicherheit; welche Datenschutzfragen beim Einsatz von Claude in Firmen auftauchen, in Claude Datenschutz und DSGVO: was gilt.
Für dieses Risiko gibt es Trusted Devices, laut Doku derzeit in der Beta; Admins auf Team und Enterprise können es laut Release-Notes seit dem 25.06.2026 verlangen. Es bindet den Zugriff laut Doku an ein bekanntes Gerät und eine frische Anmeldung, nicht nur an ein angemeldetes Konto. Ist die Funktion an, darf eine Remote-Control-Sitzung nur von einem eingetragenen Gerät mit einer Anmeldung angesehen und gesteuert werden, die höchstens 18 Stunden alt ist; danach bestätigst du mit Face ID, Touch ID, Windows Hello oder Passkey. Auf Team und Enterprise schaltet ein Owner das für die ganze Organisation ein, auf Pro und Max du selbst unter „Require trusted devices“. Biometrische Daten erhält Anthropic laut Doku nicht. Mit dem Schlüssel disableRemoteControl schaltest du Remote Control ganz ab; Organisationen setzen ihn in den verwalteten Einstellungen, um es auf einem Gerät zu sperren. Mit Zero Data Retention oder der HIPAA-Konfiguration lässt sich Remote Control nicht einschalten.
Meine Empfehlung aus dem eigenen Betrieb: Starte ferngesteuerte Sitzungen mit einem Berechtigungsmodus, den du bewusst gewählt hast, und sperre gefährliche Werkzeuge technisch statt per Bitte. Bei mir laufen die Server-Sitzungen mit acceptEdits; was das Haus verlässt, gebe ich weiter selbst frei.
Grenzen im Alltag
- Der Rechner muss an bleiben. Schließt du das Terminal oder beendest den
claude-Prozess, geht die Sitzung offline. Auf einem entfernten Rechner empfiehlt die Doku tmux oder screen, damit die Sitzung das Ende der SSH-Verbindung überlebt.
- Eine ferngesteuerte Sitzung pro Prozess. Außerhalb des Server-Modus bedient jede Claude-Code-Instanz genau eine Remote-Sitzung.
- Netzausfall. Im Server-Modus gibt Claude Code nach rund zehn Minuten ohne Netz auf und beendet sich. Eine interaktive Sitzung versucht es weiter und verbindet sich selbst neu.
- Zurückholen nach dem Stopp. Nach
Ctrl+C holen claude remote-control, --continue oder --session-id die Sitzungen etwa vier Stunden lang zurück.
- Nicht jeder Befehl geht vom Handy. Befehle, die nur in der Terminal-Oberfläche laufen, etwa
/plugin oder /resume, funktionieren nur lokal. /compact, /clear, /context oder /model sonnet gehen auch von unterwegs.
Häufige Fragen
Was ist Claude Code Remote Control?
Eine Funktion, mit der du eine Claude-Code-Sitzung auf deinem Rechner aus dem Browser unter claude.ai/code oder aus der Claude-App fernsteuerst. Die Sitzung läuft weiter auf deinem Rechner, Browser und App zeigen sie nur an und schicken deine Nachrichten.
Wie richte ich Claude Code Remote Control ein?
Melde dich mit /login über claude.ai an, starte im Projektordner claude remote-control und bestätige die einmalige Frage. Danach öffnest du die angezeigte Adresse oder scannst den QR-Code. In einer laufenden Sitzung reicht /remote-control.
Welche Pläne brauche ich, und kostet Remote Control extra?
Pro, Max, Team oder Enterprise mit Anmeldung über claude.ai; API-Schlüssel werden nicht unterstützt. Einen eigenen Preis nennt Anthropic nicht. Auf Team und Enterprise muss ein Owner Remote Control zuerst einschalten. Ist ANTHROPIC_API_KEY gesetzt, entfernst du die Variable und meldest dich über claude.ai an.
Was ist der Unterschied zu Claude Code im Web?
Bei Claude Code im Web läuft die Sitzung in der Cloud, standardmäßig bei Anthropic, und arbeitet weiter, wenn dein Laptop zu ist. Bei Remote Control läuft sie auf deinem Rechner, mit deinen lokalen Dateien, Werkzeugen und MCP-Servern, und dein Rechner muss an bleiben.
Ist Remote Control sicher?
Dein Rechner öffnet keinen eingehenden Port, der Verkehr läuft verschlüsselt über die Anthropic-API. Das Transkript liegt während der Verbindung bei Anthropic, und ohne weitere Absicherung hängt der Zugriff an deinem angemeldeten Konto. Mit Trusted Devices bindest du den Zugriff an eingetragene Geräte und eine frische Anmeldung.
Wie du weitermachst
Probier es zuerst auf deinem eigenen Rechner: Starte in einer laufenden Sitzung /remote-control, verbinde dich mit dem Handy und schalte in /config die Benachrichtigungen für Freigaben ein. Wenn das trägt und du Sitzungen dauerhaft laufen lassen willst, ist der nächste Schritt ein Server mit tmux, wie in Claude Code auf dem Server betreiben beschrieben. Den Einstieg in Claude Code selbst findest du in Claude Code: Anleitung für Einsteiger. Wie andere ihre KI-Mitarbeiter von unterwegs führen, besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.