Eine LinkedIn-Unternehmensseite ist der kostenlose, offizielle Auftritt einer Firma auf LinkedIn, getrennt von den persönlichen Profilen. LinkedIn trennt das streng: Profile stehen für Personen, Seiten für Organisationen, und wer seine Firma mit einem Profil statt mit einer Seite darstellt, riskiert laut LinkedIn-Hilfe die Einschränkung seines Kontos. Ob sie sich lohnt, hängt an einer Frage: Kaufen deine Kunden bei einer Firma oder bei dir als Person? Für Solo-Selbstständige ist meist das eigene Profil der Hebel und die Seite ein schlanker Zusatz. Ab dem ersten Mitarbeiter, der ersten Stelle oder einem Firmennamen, der für sich steht, führt kaum ein Weg an ihr vorbei. Eine Zahl, die die Reichweite von Profil und Seite vergleicht, veröffentlicht LinkedIn nicht.
Ich poste auf LinkedIn als ich selbst. Meine Beiträge entwirft Conny, meine KI-Mitarbeiterin für Content: kurze Beiträge zu KI-News, dazu ein Bild, auf dem ich als feste Pixel-Figur zu sehen bin. Jeden Beitrag gebe ich frei. Wie so ein Beitrag entsteht, steht in LinkedIn-Beitrag erstellen: Anleitung mit KI. Alle Beiträge zum Thema sammle ich auf LinkedIn mit KI.
Was eine LinkedIn-Unternehmensseite kann
Die wichtigsten Funktionen der LinkedIn-Unternehmensseite laut LinkedIn-Hilfe (Stand: November 2026):
Anlegen kannst du die Seite am Computer oder in der iOS-App, auf Android-Geräten laut Hilfe nicht. Am Computer klickst du oben rechts auf das Symbol Produkte (in der englischen Hilfe inzwischen „For Business“), dann auf Eine Unternehmensseite erstellen, wählst den Seitentyp, trägst die Firmendaten ein und bestätigst, dass du im Namen der Firma handeln darfst. Die Adresse hat immer die Form linkedin.com/company/ und deinen Namen. Wer sie anlegt, ist Super-Admin; Voraussetzung ist ein Profil mit echtem Vor- und Nachnamen. Prüf vorher, ob es schon eine Seite gibt: LinkedIn legt für manche Firmen sogenannte Listenseiten an, die du als Beschäftigter übernehmen kannst.
Admin-Rollen: wer was darf
Verwaltet wird die Seite über die Profile der Admins, mit festen Rollen:
Am wichtigsten ist ein Rat aus den Best Practices von LinkedIn: einen zweiten Super-Admin anlegen, falls jemand den Zugang verliert oder die Firma verlässt. LinkedIn schreibt, es könne Admin-Daten nicht an Mitglieder herausgeben und Admins weder ersetzen noch entfernen.
Newsletter und Mitarbeiter: zwei Funktionen mit Bedingungen
Der Seiten-Newsletter. Super- und Content-Admins können als Seite einen Newsletter starten, laut LinkedIn aber erst ab mehr als 150 Followern oder Kontakten, mit eigenen Beiträgen und gutem Ruf nach den Community-Richtlinien. Nach der ersten Ausgabe lädt LinkedIn die Follower der Seite zum Abo ein. Als Person darfst du sofort starten. Ob du dafür LinkedIn nimmst oder eine eigene Liste, steht in LinkedIn-Newsletter oder eigene Liste?.
Die Mitarbeiter-Verknüpfung. Wählt jemand im Abschnitt „Berufserfahrung“ deine Firma aus der Liste, erscheint er automatisch auf deiner Seite. Von Hand hinzufügen können Admins niemanden. Bis die Zahl stimmt, dauert es laut LinkedIn bis zu 30 Tage. Den Tab „Ihr Unternehmen“ mit „Employee Advocacy“ hat LinkedIn ab November 2024 eingestellt. Geblieben ist, dass Admins Beiträge von Beschäftigten teilen und Beschäftigte über wichtige Seitenbeiträge informieren können.
Premium-Unternehmensseite: was das Abo bringt
Die Premium-Unternehmensseite ist ein Abo für die Seite, getrennt von Premium für dein Profil. LinkedIn führt sie schrittweise ein, abschließen darf nur ein Super-Admin. Die Funktionen laut LinkedIn-Hilfe (Stand: November 2026):
- Berechtigung zur Verifizierung der Seite, ausdrücklich ohne Garantie, dass sie verifiziert wird
- Liste der Mitglieder, die die Seite besucht haben, jede Woche
- Einladungen zum Folgen an Personen, die mit deinen Inhalten interagiert haben, und an Follower ähnlicher Seiten; ohne Premium nur an deine direkten Kontakte
- eigener Knopf wie „Website besuchen“, ein Kundenzitat, Glaubwürdigkeits-Hervorhebungen, bewegte Titelbilder, goldenes LinkedIn-Logo
Einen Preis nennen die zitierten Hilfeseiten nicht.
Profil oder Unternehmensseite: was LinkedIn zur Reichweite sagt
LinkedIn selbst schreibt zur Reichweite von Seiten drei Sätze. Vollständige Seiten bekommen laut LinkedIn 30 Prozent mehr Seitenaufrufe pro Woche. Unternehmen, die wöchentlich posten, sehen laut LinkedIn doppelt so viel Interaktion mit ihren Inhalten. Und wer Beschäftigte über wichtige Beiträge informiert, steigert die organische Reichweite. Wie gemessen wurde, steht nicht dabei; es sind Aussagen von LinkedIn, keine unabhängige Messung.
Was LinkedIn nicht schreibt: dass Seitenbeiträge weniger Menschen erreichen als Profilbeiträge. Das steht in vielen Ratgebern, ist aber ein Erfahrungswert ohne LinkedIn-Quelle. Eine Ableitung aus den Regeln oben, als Hypothese: Eine neue Seite startet bei null Followern, und Follower kommen nur, wenn jemand folgt. Einladen kannst du ohne Premium nur deine direkten Kontakte, mit begrenztem Monatskontingent. Dein Profil hat dagegen schon ein Netzwerk. Darum spricht bei kleinen Firmen viel dafür, zuerst das Profil wachsen zu lassen.
Für Solo-Selbstständige gibt es eine Abkürzung: Die Services-Seite hängt am persönlichen Profil. Du trägst ein, was du anbietest, wo du arbeitest und optional einen Einstiegs-Stundensatz. LinkedIn schreibt, dass Services so auch über Suchmaschinen wie Google besser auffindbar werden. Wichtig: Ob die Services am Profil oder an der Seite hängen, kannst du laut Hilfe nach dem Einrichten derzeit nicht mehr ändern.
Wann sich eine Unternehmensseite für Solo-Selbstständige und kleine Betriebe lohnt
Ein Raster als Vorschlag:
Die Seite lohnt sich, wenn
- du Mitarbeiter hast, die sich mit der Firma verknüpfen sollen, oder Stellen ausschreibst
- deine Kunden nach dem Firmennamen suchen und nicht nach deinem
- du Anzeigen schalten willst, denn Sponsored Content läuft im Namen einer Seite
- mehrere Leute im Namen der Firma posten sollen, jeder mit eigener Rolle
Das Profil reicht vorerst, wenn
- du allein arbeitest und Kunden dich als Person beauftragen
- du keine Zeit hast, zwei Kanäle zu pflegen; eine Seite ohne Beiträge ist kein Aushängeschild
- du Dienstleistungen anbieten willst; dafür gibt es die Services-Seite am Profil
Ein Mittelweg: die Seite einmal vollständig anlegen, damit du und spätere Mitarbeiter euch mit der Firma verknüpfen könnt, und vor allem über das Profil posten. Die Angaben auf der Seite sollten dieselben sein wie auf Website, Impressum und Google-Profil. Wie du so ein Referenzblatt für alle Orte anlegst, steht für das Google-Unternehmensprofil in Wie werde ich bei Google gefunden? Lokal-SEO; dieselbe Liste gilt für LinkedIn. Welche Wege zu Kunden neben LinkedIn sinnvoll sind, steht in Neue Kunden finden als Selbstständiger.
Impressum und Datenschutz auf LinkedIn
Das ist keine Rechtsberatung. § 5 Abs. 1 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), in Kraft seit 14. Mai 2024, verlangt von Diensteanbietern „für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste“ Angaben, die „leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar“ sein müssen: unter anderem Name und Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigte, E-Mail-Adresse, Register mit Nummer und, falls vorhanden, die Umsatzsteuer-ID. Wer die Angaben nicht oder nicht vollständig verfügbar hält, handelt nach § 33 DDG ordnungswidrig, die Geldbuße reicht bis 50.000 Euro.
Dass das auch für Auftritte in sozialen Netzwerken gilt, hat das OLG Düsseldorf am 13.08.2013 (I-20 U 75/13) für eine Facebook-Seite entschieden, damals noch nach § 5 TMG: Nutzer sozialer Netzwerke müssen eine eigene Anbieterkennung vorhalten, wenn der Account zu Marketingzwecken dient und nicht rein privat genutzt wird. Ein Link hinter „Info“ reichte dem Gericht nicht; die Begriffe „Kontakt“ und „Impressum“ hielt es unter Verweis auf den BGH für verständlich. Eine Entscheidung speziell zu LinkedIn zitiere ich hier nicht.
Ein Feld „Impressum“ beschreibt LinkedIn in den zitierten Hilfeseiten nicht. Naheliegend ist nach der Logik des Urteils ein Link mit dem Wort „Impressum“ auf die Impressumsseite deiner Website, gut sichtbar im Info-Bereich der Seite. Ob das in deinem Fall reicht und ob auch dein persönliches Profil betroffen ist, klärt im Zweifel eine Anwältin; wie du Seite und Profil aufsetzt, schauen wir uns gemeinsam an.
Dazu kommt der Datenschutz: Für die Seitenstatistiken („Page Insights“) sind du und LinkedIn laut LinkedIns „Page Insights Joint Controller Addendum“ gemeinsam Verantwortliche, LinkedIn liefert dir dabei nur zusammengefasste Daten. Was das für deine Datenschutzerklärung heißt, klärst du am besten im selben Termin.
Wie ein KI-Mitarbeiter die Seite mitpflegt
Bei mir entwirft Conny die LinkedIn-Beiträge, und für sie gelten zwei Regeln auf jedem Kanal: Sie erfindet keine persönlichen Fakten über mich, und Posten ist mein Gate. Sie entwirft, ich gebe frei. Übertragen auf eine Unternehmensseite, als Vorschlag: Die KI entwirft Seitenbeiträge und den Wochenbeitrag für die Beschäftigten und gleicht die Seitenangaben mit deinem Referenzblatt ab. Posten tut ein Admin.
Zwei Grenzen setzt LinkedIn selbst. Admin-Rollen gehen an Mitglieder, und ein Profil muss eine echte Person mit echtem Namen sein; ein eigenes Profil für die KI ist damit ausgeschlossen. Und die Nutzervereinbarung verbietet, mit Bots oder anderen nicht autorisierten automatisierten Methoden Beiträge zu erstellen, zu kommentieren, zu liken oder zu teilen. Warum auch das automatische Auslesen von Profilen tabu ist, steht in B2B-Leads finden: LinkedIn und Alternativen. Was am Profil zählt, das du als Admin ohnehin brauchst, steht in LinkedIn-Profil optimieren: Checkliste mit KI. Wie du dich über das Profil positionierst, steht in Personal Branding auf LinkedIn: Anleitung. Was LinkedIn mit einem Beitrag macht, egal ob von Profil oder Seite, steht in LinkedIn-Algorithmus 2026: was wirklich zählt.
Häufige Fragen
Was kostet eine LinkedIn-Unternehmensseite?
Nichts, laut LinkedIn ist sie kostenlos. Kosten entstehen nur für Zusätze wie die Premium-Unternehmensseite, eine Karriereseite oder Anzeigen.
Kann ich mein Profil in eine Unternehmensseite umwandeln?
Nein. Laut LinkedIn lässt sich ein Profil nicht in eine Seite umwandeln. Hast du versehentlich ein Profil für die Firma angelegt, rät LinkedIn, den Namen auf deinen echten Namen zu ändern und eine neue Seite zu erstellen.
Brauche ich auf LinkedIn ein Impressum?
Wenn du LinkedIn geschäftlich nutzt, spricht § 5 DDG dafür, die Anbieterkennung leicht erkennbar zu verlinken.
Wie du weitermachst
Prüf zuerst, ob es für deine Firma schon eine Seite oder Listenseite gibt, und entscheide dann mit dem Raster oben: Seite jetzt, schlanke Seite oder vorerst nur Profil mit Services. Wer die Seite anlegt, setzt am selben Tag einen zweiten Super-Admin und den Impressums-Link. Wenn du sehen willst, wie das in deinem Betrieb aussehen kann und welche Arbeit ein KI-Mitarbeiter dir dabei abnimmt, buch dir eine Strategie-Session: 20 Minuten zu dem einen Ablauf, der in deinem Unternehmen am stärksten an dir hängt.