Wer eine Website erstellen lassen will, entscheidet zuerst nicht über den Anbieter, sondern über fünf Dinge: Ziel, Inhalte und wer die Texte schreibt, Umfang, Domain und Pflichttexte. Danach läuft fast jedes Projekt gleich ab: Briefing, Struktur, Entwurf, Inhalte einpflegen, Rechtstexte, Livegang, Pflege. Gescheitert wird selten an der Technik, sondern an Schritt vier, weil Texte und Bilder aus dem Betrieb nicht kommen. Zur Auswahl stehen vier Anbietertypen: Agentur, Freelancer, Baukasten und KI-gestützter Bau, jeder mit einer klaren Stärke und einer ebenso klaren Grenze. Laufende Kosten entstehen in jedem Fall, mindestens für Domain und Hosting. Was ein Angebot kostet, hängt weniger vom Anbietertyp ab als von drei Fragen: wie viele Seiten, wie viel Funktion, wer die Texte schreibt.
Ich lasse meine eigenen Websites nicht von einer Agentur bauen, sondern von einem KI-Mitarbeiter aus meiner KI-Belegschaft: Diese Seite und die Firmenseite humanity-it.com laufen beide über ihn. Dieselbe Entscheidung habe ich für KI-Agenten in KI-Agent erstellen lassen oder selbst? durchgerechnet. Hier geht es um den Teil, den kein Angebot von sich aus erklärt: was du liefern musst, damit überhaupt jemand bauen kann.
Was du vor dem ersten Angebot klären musst
Diese fünf Punkte entscheiden über Preis, Dauer und Ergebnis. Wer sie vorher klärt, bekommt vergleichbare Angebote statt Hausnummern.
- Das Ziel der Seite. Soll die Website Anfragen bringen, Bewerbungen, Termine, oder ist sie eine digitale Visitenkarte für die Namenssuche? Das ist keine Marketingfrage, sie entscheidet über die Struktur: Eine Seite für Terminanfragen braucht ein Formular und einen kurzen Weg dorthin, einer Visitenkartenseite genügen Telefonnummer und Adresse im Sichtfeld. Erreichbar sein muss jede Seite, der Unterschied liegt im Weg dorthin.
- Die Inhalte und wer sie liefert. Leistungen, Preise oder Preisrahmen, Referenzen, Team, Öffnungszeiten, Anfahrt, Fotos. Kläre für jeden Punkt, ob der Text existiert, aus der alten Seite übernommen wird oder neu geschrieben werden muss, und von wem. Steht im Angebot „Texterstellung nach Zuarbeit", schreibst du sie selbst.
- Der Umfang in Seiten und Funktionen. Eine Seite oder zwölf, Blog ja oder nein, Terminbuchung, Shop, Mehrsprachigkeit, Newsletter. Jede Funktion ist ein eigener Baustein mit eigener Pflege. Für viele kleine Betriebe reicht eine gut gebaute Einzelseite plus Kontakt, und für eine einzelne Aktion ist eine Landingpage oft die ehrlichere Antwort als ein Relaunch.
- Domain und Hosting. Eine .de-Domain registrierst du über einen Provider, der DENIC-Mitglied ist oder mit einem Mitglied zusammenarbeitet; DENIC führt das Register, der Provider ist dein Vertragspartner und bietet meist Webspace und E-Mail mit an (Quelle: DENIC, Stand: September 2026). Wichtig ist eines: Die Domain wird auf dein Unternehmen als Domaininhaber registriert, und Registrar-Konto, Auth-Code und DNS bleiben für dich zugänglich. Wie die Übergabe bei einem Providerwechsel läuft, gehört in denselben Absatz im Vertrag.
- Die Pflichttexte. Impressum, Datenschutzerklärung und, sobald du mehr als technisch Notwendiges auf den Geräten deiner Besucher speicherst, eine echte Einwilligung; dazu unten mehr. Kläre im Angebot, ob der Anbieter diese Texte liefert oder nur einbaut: ein häufiger Streitpunkt am Tag vor dem Livegang.
Rechtliches: was in Deutschland dazugehört
Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern die Grundausstattung, die in den Projektplan gehört. Abschließend ist die Liste nicht: Wer online verkauft oder bucht, braucht je nach Angebot zusätzlich Verbraucherinformationen, Widerrufsbelehrung, Preisangaben oder AGB, manche Branchen noch eigene Angaben.
- Impressum. § 5 DDG verlangt für geschäftsmäßig angebotene digitale Dienste unter anderem Name und Anschrift, Rechtsform und Vertretungsberechtigte, Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme einschließlich E-Mail-Adresse, Register und Registernummer, bei reglementierten Berufen Kammer und Berufsbezeichnung sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, sofern vorhanden, und das leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar.
- Datenschutzerklärung. Art. 13 DSGVO verlangt bei der Erhebung personenbezogener Daten unter anderem Angaben zum Verantwortlichen, zu Zwecken und Rechtsgrundlage, zu Empfängern, zur Speicherdauer und zu den Rechten der betroffenen Person. Ein Kontaktformular oder ein Newsletter löst das aus.
- Einwilligung für Cookies und Tracking. § 25 TDDDG erlaubt das Speichern von Informationen auf dem Gerät der Nutzer oder den Zugriff darauf nur mit Einwilligung auf Grundlage klarer und umfassender Informationen. Ausgenommen ist, was für die Übertragung der Nachricht oder einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist. Ein Banner, das nur informiert, reicht für Statistik- und Marketingdienste also nicht.
- Barrierefreiheit, je nach Geschäft. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025, aber nicht für jede Website. Es erfasst bestimmte Produkte und bestimmte Dienstleistungen an Verbraucher, darunter den elektronischen Geschäftsverkehr. Prüfe deshalb in dieser Reihenfolge: erst, ob dein Angebot überhaupt in den Anwendungsbereich fällt, dann die Ausnahme für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, also unter zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Das gehört vor den Bau geklärt, denn Kontraste, Schriftgrößen und Tastaturbedienung sind im Entwurf billig und im fertigen Design teuer.
Wie ein Website-Projekt tatsächlich abläuft
Phase zwei und sieben lassen Angebote am häufigsten aus. Ohne Phase zwei fehlt das gemeinsame Bild der Seite, ohne Phase sieben steht nach zwei Jahren wieder eine veraltete Website da.
Woran Website-Projekte meistens scheitern
Die Texte kommen nicht. Der Klassiker. Der Entwurf steht, das Design gefällt, und dann liegt das Projekt drei Monate, weil niemand Zeit hat, die Leistungsbeschreibungen zu schreiben. Gegenmittel: im Briefing festlegen, dass die bestehenden Inhalte übernommen und nur gekürzt werden. Neu schreiben kannst du später, Seite für Seite.
Die alte Seite wird nicht vollständig erfasst. Bei meinen eigenen Projekten sind mir drei Dinge passiert, die ich seitdem in jeder Bestandsaufnahme abfrage: Bei einer Website steckte die komplette Preisliste in einem Auto-Play-Slider, zwei Drittel des Angebots hätten im Neubau gefehlt. Bei einer Kfz-Werkstatt lieferte eine Datei namens logo.png ein Vereinswappen statt des Firmenlogos. Und eine Navigation aus Sprungmarken statt echter Unterseiten hat beim Umbau Unterseiten unerreichbar gemacht. Keine dieser Fallen sieht man beim flüchtigen Draufschauen.
Niemand ist für „danach" zuständig. Nach dem Livegang ändern sich Preise, Öffnungszeiten oder Leistungen, und jede Anpassung löst eine Rechnung aus. Kläre vorher, wer sie macht, wie lange sie dauert und was sie kostet.
Die Zuständigkeit für die Domain ist unklar. Ist der Dienstleister als Inhaber registriert, hängt jeder Wechsel an seiner Mitwirkung. Kein Vorwurf, sondern eine Frage, die man am Anfang in einem Satz klärt.
Die vier Anbietertypen im Vergleich
Die ortsgebundene Suche, also „Website erstellen lassen" plus Stadt, führt zu Agenturen und Freelancern in der Nähe. Ob Nähe zählt, hängt vom Projekt ab: für Fototermine und Beratung im Betrieb ja, für die Bauarbeit meist nicht. Der Vorteil: Du kannst eine örtliche Referenz anschauen und deren Betreiber fragen. Das kostet nichts und sagt mehr als jede Selbstdarstellung.
Was laufend kostet, egal bei wem du baust
Feste Preise nenne ich bewusst nicht, weil sie ohne Leistungsumfang keine Aussage haben. Sagen lässt sich, welche Posten entstehen:
- Domain, als Jahres- oder Monatsgebühr beim Provider, für jede Domain einzeln.
- Hosting oder Plattform-Abo, also Webspace beim Provider oder das Baukasten-Abo.
- E-Mail-Postfächer, sofern sie nicht schon woanders laufen.
- Pflege und Änderungen, als Pauschale, nach Stunden oder als deine Zeit.
- Dienste mit eigener Rechnung: Terminbuchung, Newsletter, Shop, Statistik.
- Rechtstexte aus einem Generator mit Aktualisierungsdienst.
Den Preis treiben vor allem: die Zahl der Seiten, jede Funktion über eine Kontaktmöglichkeit hinaus, Texterstellung durch den Anbieter, Fotografie, Mehrsprachigkeit, die Übernahme alter Inhalte und die Umleitung alter Adressen. Vergleiche diese sieben Punkte, nicht die Endsumme.
Die vierte Option: eine Rolle, die baut und danach weiterpflegt
In meinem Betrieb macht das Ralf, ein KI-Mitarbeiter mit einer einzigen Aufgabe: Er bekommt die Adresse einer veralteten Website und liefert daraus in einem Rutsch eine moderne Seite, die auf dem Handy funktioniert. Alle Inhalte der alten Seite werden übernommen, nichts wird erfunden; was fehlt, markiert er als Platzhalter und schreibt es in den Bericht. Live geht nichts ohne meine Freigabe.
Der Unterschied zu den drei anderen Wegen liegt nicht im Tempo, sondern in Phase sieben: Eine Rolle liefert nicht einmal ab und geht, sie bleibt zuständig. Die Version dieser Website ist seit August mehrfach gestiegen, weil Ralf sie weiter ausrollt, nicht weil jemand ein neues Projekt beauftragt hat. Und er arbeitet nicht ohne Gegenkontrolle: Ralf und mein Lead-Scout lesen einander quer, bei der ersten Querprüfung fand Ralf in vier von zehn Briefings Fehler. Für seine eigenen Ergebnisse gilt dieselbe Regel. Wie er arbeitet und wo ich ihn bremse, steht auf Ralf, der aus alten Websites moderne baut.
Ehrlich dazu: Das ersetzt keine Agentur, wenn ein Shop an eine Warenwirtschaft angebunden werden soll oder mehrere Abteilungen mitreden. Die eigentliche Arbeit bleibt die Bestandsaufnahme davor, genau die, an der auch klassische Projekte scheitern.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?
Eine seriöse Zahl gibt es nur zum konkreten Umfang. Der Preis hängt an der Zahl der Seiten, an den Funktionen und daran, wer die Texte schreibt. Laufend kommen Domain und Hosting oder ein Plattform-Abo dazu, plus jeder Zusatzdienst mit eigener Rechnung.
Agentur oder Freelancer, was ist besser?
Pauschal weder noch. Eine Agentur bringt Projektverantwortung und mehrere Gewerke aus einer Hand, ein Freelancer den direkten Draht und einen schlankeren Kostenrahmen, weil nur eine Person am Projekt arbeitet. Entscheidend ist, wie viele Entscheider mitreden und wie tief die Seite in andere Systeme greift.
Kann ich die Website mit KI erstellen lassen?
Ja, und dort bewegt sich gerade am meisten. Der Haken liegt nicht im Bauen, sondern im Material: Eine KI, die deine alte Seite nicht sauber erfasst, füllt die Lücken selbst. Die Bestandsaufnahme ist der eigentliche Prüfpunkt, nicht das Design.
Wem gehört meine Website am Ende?
Das Urheberrecht entsteht von Gesetzes wegen bei den Menschen, die Code, Texte, Design oder Fotos geschaffen haben (§ 7 UrhG); was du damit tun darfst, hängt an den Nutzungsrechten, die dir eingeräumt werden (§ 31 UrhG). Deshalb gehören die Posten getrennt in die Vereinbarung: Quellcode, Design, Texte, Bilder, Drittkomponenten wie Theme, Schriften, Stockfotos und Plugins, dazu Domain, Konten und Daten. Halte schriftlich fest, welche Nutzungsrechte du bekommst, dass Quellcode und Zugangsdaten zu dir gehen, in welchem Format exportiert wird und wer beim Wechsel mitwirkt. Eine vollständige Kopie allein verschafft dir die Rechte noch nicht, weil Themes, Schriften und Stockmedien eigene Lizenzen mitbringen. Bei Baukästen ist selbst die Kopie eingeschränkt, Wix etwa nennt externes Hosting einer Wix-Seite ausdrücklich als nicht möglich.
Brauche ich eine Landingpage oder eine ganze Website?
Eine Landingpage passt, wenn es genau eine Aktion gibt, etwa eine Anmeldung für ein einzelnes Angebot. Eine Website brauchst du, sobald du dauerhaft gefunden werden und mehrere Leistungen zeigen willst. Wichtig ist, dass beides zusammenpasst statt zwei Baustellen zu werden.
Wie du weitermachst
Fang nicht mit Angeboten an, sondern mit einer Seite Papier: Ziel der Website, Liste aller Inhalte mit der Angabe, wer sie liefert, und die Pflichttexte, die zu deinem Angebot gehören. Mit diesem Blatt bekommst du von jedem Anbieter vergleichbare Angebote. Wie ein Bau ohne Agentur abläuft, zeigt KI für kleine Unternehmen einführen Schritt für Schritt. Ralf und die anderen fertigen KI-Mitarbeiter gibt es zum Laden in meiner Community Claude Practitioners; hakt dein Blatt an einer Stelle, stell die Frage dort in einem Posting.