AWS Bedrock kostet für Claude pro Token, ohne Abo und ohne Lizenz je Sitz. Über das globale Profil zahlst du für Opus 5.5 4 Dollar je Million Eingabe-Token und 20 Dollar je Million Ausgabe-Token, für Sonnet 5.5 2 und 10 Dollar. Das EU-Profil, das Anfragen in der EU hält, kostet 10 Prozent mehr, bei Opus 5.5 also 4,40 und 22 Dollar. Prompt-Caching senkt die Kosten wiederholter Eingaben stark, einen Batch-Rabatt gibt es für die 5.5-Modelle auf Bedrock derzeit nicht. Die Rechnung kommt von AWS über den AWS Marketplace. Ein Budget-Alarm in AWS Budgets warnt dich, stoppt aber nichts, und die Kosten pro Abteilung trennst du mit Application Inference Profiles und Cost Allocation Tags.
Ich nutze Bedrock in manchen Fällen selbst produktiv und habe es bei Kunden eingerichtet, jeweils dort, wo Verarbeitung in der EU verlangt ist. Die Preise in diesem Beitrag stammen von der AWS-Preisseite, Stand 01.11.2026. Alles zu Claude sammle ich auf der Seite Claude. Welche Regionen, Profile und Datenwege es gibt, steht in Claude über AWS Bedrock: EU, DSGVO, Kosten; hier geht es ums Geld.
AWS Bedrock Kosten für Claude: die Preise je Modell
Die AWS-Preisseite führt für Claude zwei Tabellen: eine für das globale Profil und eine für „Geo und In-Region", also EU-Profil und Einzel-Regionen. Je Million Token in Dollar, abgerufen am 01.11.2026, Region Frankfurt:
Haiku 5.5 ist gestaffelt: Die Zeile oben gilt für Prompts bis 100.000 Token. Für lange Prompts führt AWS eine eigene Zeile „Long Context" mit 0,50 / 2,50 Dollar global und 0,55 / 2,75 Dollar im EU-Profil, passend zu Anthropics Listenpreis.
Das globale Profil kostet auf Bedrock genau Anthropics Listenpreis, das EU-Profil 10 Prozent mehr. Opus 5.5 ist günstiger als Opus 5 und Opus 4.8, beim Cache-Lesen um mehr als die Hälfte. Fable 5.1 kostet am meisten und läuft in Europa nur global. Wie sich die Modelle sonst unterscheiden, steht in Claude Modelle: Opus, Sonnet, Haiku, Fable. Ob für Claude Code ein Abo statt Abrechnung nach Verbrauch günstiger ist, rechne ich in Claude Code Kosten: Abo oder API? durch.
On-Demand, Batch und Prompt-Caching
On-Demand ist der Normalfall: Du zahlst jede Anfrage nach Token, ohne Mindestmenge. Alle Preise oben sind On-Demand-Preise.
Batch: AWS wirbt mit Batch-Inferenz zu 50 Prozent unter dem On-Demand-Preis, aber nur für ausgewählte Modelle. Für Claude zeigt die Preisseite Batch-Preise bei Opus 5 (2,50 und 12,50 Dollar global) und Haiku 4.5. Bei Opus 5.5, Sonnet 5.5, Sonnet 5, Opus 4.8 und den Fable-Modellen steht in der Batch-Spalte „N/A". Anthropics eigene Message-Batches-API gibt es auf Bedrock ohnehin nicht, und Prompt-Caching funktioniert laut AWS nicht zusammen mit Batch.
Prompt-Caching ist auf Bedrock der größere Hebel. Du markierst wiederkehrende Teile einer Anfrage, etwa Systemprompt, Werkzeugliste oder ein langes Dokument. Das erste Schreiben in den Cache kostet 25 Prozent Aufschlag bei 5 Minuten Lebensdauer oder das Doppelte des Eingabepreises bei einer Stunde. Jedes Lesen danach kostet nur einen Bruchteil: bei Opus 5.5 und Sonnet 5.5 5 Prozent des Eingabepreises, bei Opus 5, Sonnet 5 und Opus 4.8 10 Prozent. Für Opus 5.5, Sonnet 5.5, Haiku 5.5 und Opus 5 reichen laut AWS 512 Token je Cache-Punkt, bis zu vier Punkte je Anfrage.
Claude Code nutzt Caching auf Bedrock von selbst. Mit ENABLE_PROMPT_CACHING_1H=1 fordert es eine Stunde statt 5 Minuten an; das Schreiben kostet dann mehr, lohnt sich aber, wenn zwischen deinen Anfragen oft mehr als 5 Minuten liegen. Laut Claude-Code-Doku ist Caching nicht in allen Bedrock-Regionen verfügbar. Bleiben die Cache-Zähler bei null, prüfe die Modell- und Regionsliste von AWS.
Rechenbeispiel: eine Abteilung, ein Monat
Ein Rechenbeispiel, keine Messung: Angenommen, eine Abteilung schickt im Monat 50 Millionen Eingabe-Token und 5 Millionen Ausgabe-Token über das EU-Profil. Mit Caching seien davon 5 Millionen Token Cache-Schreiben (5 Minuten), 35 Millionen Cache-Lesen und 10 Millionen normale Eingabe.
So kommt die Zahl für Sonnet 5.5 zustande: ohne Caching 50 × 2,20 plus 5 × 11, also 110 plus 55 Dollar. Mit Caching 5 × 2,75 für das Schreiben, 35 × 0,11 für das Lesen, 10 × 2,20 für die übrige Eingabe und 5 × 11 für die Ausgabe, zusammen 94,60 Dollar. Über das globale Profil wären es ohne Caching 150 Dollar statt 165.
Mit Caching macht die Ausgabe den größten Teil der Rechnung aus, 55 von 94,60 Dollar. Und Opus 5.5 kostet bei derselben Menge das Doppelte von Sonnet 5.5; die Claude-Code-Doku warnt, dass ohne festgelegtes Hauptmodell der Opus-Preis anfällt.
Budget-Alarm in AWS Budgets einrichten
Ein Budget-Alarm ist schnell angelegt:
- In der Billing and Cost Management Console unter „Budgets" ein Kostenbudget anlegen, monatlich, mit festem Betrag.
- Den Umfang festlegen: das ganze Konto oder gefiltert. Claude erscheint laut Modellkarte im Cost Explorer unter dem Modellanbieter, nicht unter „Amazon Bedrock". Prüfe deshalb im Cost Explorer, unter welchem Eintrag deine Kosten für Claude stehen, bevor du nach Dienst filterst.
- Schwellen setzen, etwa 50 und 80 Prozent der tatsächlichen Kosten und 100 Prozent der Prognose, mit E-Mail oder einem SNS-Thema als Ziel.
Zwei Grenzen solltest du kennen. AWS Budgets aktualisiert laut Doku bis zu dreimal am Tag, meist 8 bis 12 Stunden nach dem letzten Stand; ein Alarm kommt also mit Verzögerung. Und ein Alarm stoppt nichts. Für eine harte Grenze brauchst du Automatik: AWS Budgets kann an einer Schwelle eine Aktion auslösen, etwa eine IAM-Richtlinie anwenden. Ein Expertenartikel auf AWS re:Post beschreibt das Muster für Claude Code: Bei 100 Prozent löst das Budget über SNS eine Lambda-Funktion aus, die der Rolle des Teams eine Deny-Richtlinie für bedrock:InvokeModel anhängt.
Wer Claude Desktop über Bedrock verteilt, hat zusätzlich einen Token-Deckel je Nutzer (inferenceMaxTokensPerWindow mit inferenceTokenWindowHours). Token aus dem Cache zählen dabei laut Doku nicht mit, der Deckel begrenzt also nicht deine Rechnung.
Kosten pro Abteilung: Inference Profiles und Cost Allocation Tags
Auf der AWS-Rechnung steht Bedrock zunächst als eine Summe. Um sie nach Abteilungen zu trennen, beschreibt AWS drei Wege.
Application Inference Profiles. Du legst je Abteilung und Modell ein eigenes Profil an und versiehst es mit Tags. Kopierst du dabei das EU-Profil statt eines einzelnen Modells, bleibt das Routing in der EU:
aws bedrock create-inference-profile \
--region eu-central-1 \
--inference-profile-name vertrieb-sonnet-5-5 \
--model-source copyFrom=arn:aws:bedrock:eu-central-1:111122223333:inference-profile/eu.anthropic.claude-sonnet-5-5 \
--tags key=Abteilung,value=Vertrieb
Die Antwort enthält eine ARN, die die Abteilung statt der Modell-ID verwendet; in Claude Code steht sie in ANTHROPIC_MODEL. Der Preis richtet sich nach der Region, aus der du das Profil aufrufst. Laut Doku funktionieren die Profile mit InvokeModel und Converse auf dem Endpunkt bedrock-runtime, nicht mit der Responses- und der Chat-Completions-API. Und jede Kombination aus Modell und Abteilung braucht ein eigenes Profil, bei jeder neuen Modellversion wieder.
Zuordnung über IAM. Bedrock erfasst bei jeder Anfrage automatisch, welcher IAM-Nutzer oder welche Rolle sie gestellt hat. Hängst du Tags wie Abteilung an die Rollen oder gibst sie als Session-Tags bei der Anmeldung über Entra ID oder Okta mit, landen sie in den Abrechnungsdaten, ohne dass sich an den Aufrufen etwas ändert. Das funktioniert auch auf dem Mantle-Endpunkt. Für die Aufschlüsselung je Person brauchst du einen Datenexport im Format CUR 2.0 mit Aufrufer-Identität.
Projekte. Für die Responses- und die Chat-Completions-API auf dem Mantle-Endpunkt nennt AWS Projekte mit Tags, die anders als Profile nicht an ein Modell gebunden sind.
Egal welcher Weg: Die Tags aktivierst du in der Billing-Konsole unter „Cost allocation tags", in einer Organisation aus dem Management-Konto. Bis sie im Cost Explorer erscheinen, dauert es bis zu 24 Stunden, und sie gelten nicht rückwirkend. Laut dem re:Post-Artikel taucht ein neuer Tag erst als Filter auf, wenn darauf Kosten angefallen sind; ein Test mit ein paar Dollar echter Nutzung zeigt, ob die Kette funktioniert. Danach legst du ein Budget je Abteilung an, gefiltert auf den Tag. Kosten je einzelner Anfrage liefern Profile und Tags nicht, die feinste Auflösung ist Nutzungsart je Tag. Was die Firmenabos von Anthropic stattdessen mitbringen, vergleiche ich in Claude Enterprise oder Team: Kosten, DSGVO.
Häufige Fragen
Was kostet Claude auf AWS Bedrock?
Über das globale Profil Opus 5.5 4 Dollar je Million Eingabe-Token und 20 Dollar je Million Ausgabe-Token, Sonnet 5.5 2 und 10 Dollar, Stand 01.11.2026. Über das EU-Profil kommen 10 Prozent dazu. Es gibt keine Grundgebühr und keine Lizenz je Sitz.
Ist Bedrock teurer als die Claude-API?
Über das globale Profil nicht: Die Preise entsprechen Anthropics Listenpreisen. Das EU-Profil kostet 10 Prozent mehr, dafür bleiben die Anfragen in der EU. Anthropics eigene API bietet als Verarbeitungsort nur global oder USA an. Die Abos von Anthropic mit festem Monatspreis vergleiche ich in Claude Kosten und Abos im Überblick.
Gibt es auf Bedrock einen Batch-Rabatt für Claude?
Nur für einzelne Modelle. Die Preisseite zeigt Batch-Preise für Claude bei Opus 5 und Haiku 4.5, für Opus 5.5, Sonnet 5.5 und die Fable-Modelle nicht. Den größeren Hebel hast du mit Prompt-Caching.
Stoppt ein AWS-Budget die Kosten automatisch?
Nein. Ein Budget schickt Benachrichtigungen, und die kommen mit Verzögerung, weil AWS Budgets nur bis zu dreimal am Tag aktualisiert. Eine harte Grenze brauchst du als Budget-Aktion oder eigene Automatik, die per Deny-Richtlinie den Aufruf von Bedrock sperrt.
Wie sehe ich die Bedrock-Kosten pro Abteilung?
Mit Application Inference Profiles je Abteilung und Modell oder mit Tags an den IAM-Rollen. In beiden Fällen aktivierst du die Tags als Cost Allocation Tags und filterst im Cost Explorer danach.
Wie du weitermachst
Leg zuerst einen Budget-Alarm für das ganze Konto an, das dauert wenige Minuten. Entscheide dann, ob global reicht oder ob es das EU-Profil sein muss, und leg das Modell fest, bevor ein Team loslegt. Wenn mehrere Abteilungen Claude nutzen, plane die Tags, bevor die erste Anfrage läuft, denn sie wirken nicht rückwirkend. Wie die Claude-API außerhalb von AWS abrechnet, steht in Claude API: Key, Kosten und Einstieg. Wie andere ihren Verbrauch bei Claude Code und Bedrock im Griff behalten, besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.