Die aktuellen Claude Modelle sind, Stand 26.10.2026, vier allgemein verfügbare Modelle: Opus 5.5 als Standard für lange Arbeit an Code und Wissen, Sonnet 5.5 als schnelleres und günstigeres Alltagsmodell, Haiku 5.5 als kleinstes und billigstes Modell für Massenaufgaben und Fable 5.1 als stärkstes und teuerstes Modell für schwierige, lang laufende Aufgaben. Dazu kommt Mythos 5.1, das laut Anthropic dasselbe Modell wie Fable 5.1 mit anderen Schutzmaßnahmen ist und nur über Zugangsprogramme für ausgewählte US-Organisationen vergeben wird. Wenn du unsicher bist, empfiehlt Anthropic selbst, mit Opus 5.5 anzufangen. Über die API kosten die Modelle zwischen 0,10 Dollar (Haiku 5.5) und 10 Dollar (Fable 5.1) je eine Million Eingabe-Token. Im Abo zahlst du keine Token, dort entscheidet dein Plan, welche Modelle du in der Auswahl siehst.
Ich arbeite jeden Tag mit Claude, meine Belegschaft aus vierzehn KI-Mitarbeitern läuft in Claude Code. Weiter unten steht, welches Modell bei mir eingestellt ist. Was die Abos kosten, steht in Claude Kosten und Abos im Überblick; hier geht es nur um die Modelle.
Claude Modelle im Überblick: die Tabelle
Preise in US-Dollar laut Anthropics Modellübersicht und Preisseite, Stand 26.10.2026. Bei Haiku 5.5 gilt der günstige Preis für Anfragen bis 100.000 Token; darüber kostet es 0,50 Dollar Eingabe und 2,50 Dollar Ausgabe je Million Token.
Allen vier allgemein verfügbaren Modellen gemeinsam: ein Kontextfenster von einer Million Token, bis zu 128.000 Token Ausgabe, Bilder als Eingabe und Werkzeugnutzung. Anthropic beschreibt die Geschwindigkeit relativ zueinander: Fable 5.1 ist das langsamste, Haiku 5.5 das schnellste. Die älteren Modelle wie Opus 5, Sonnet 5, Opus 4.8 oder Haiku 4.5 sind über die API weiter erreichbar, stehen aber als Altmodelle in der Liste.
Opus 5.5: der Standard
Opus 5.5 ist das erste Modell der 5.5-Familie und seit dem 22.09.2026 verfügbar. Anthropic sagt dazu zweierlei: Es arbeite bei den meisten Aufgaben auf dem Niveau von Fable 5.1, und es koste im Betrieb 40 Prozent weniger als Opus 5. Der Preis je Token liegt 20 Prozent unter Opus 5, der Rest der Ersparnis kommt laut Anthropic daher, dass das Modell für dieselbe Arbeit weniger Token braucht. Das ist die Aussage des Herstellers, keine eigene Messung.
In Claude Code ist Opus 5.5 auf allen Abos mit Claude Code (Pro, Max, Team, Enterprise) und über die API das voreingestellte Modell. Für eilige Arbeit gibt es einen schnelleren Modus, laut Anthropic bis zu 2,5-mal so schnell, über die API zum doppelten Preis von 8 Dollar Eingabe und 40 Dollar Ausgabe je Million Token.
Bei mir steht in jeder Mitarbeiter-Definition der Belegschaft model: opus. Das ist kein festes Modell, sondern ein Kürzel: Laut der Claude-Code-Dokumentation zeigt opus immer auf das neueste Opus-Modell, bei Anthropic derzeit Opus 5.5. Der Vorteil eines solchen Kürzels: Erscheint ein neues Opus, musst du keine Datei ändern. Der Nachteil: Das Verhalten kann sich mit dem Modellwechsel ändern, ohne dass du etwas angefasst hast. Wer das nicht will, schreibt den vollen Namen claude-opus-5-5 hinein.
Sonnet 5.5: das schnellere Alltagsmodell
Sonnet 5.5 kam am 28.09.2026 und kostet über die API so viel wie sein Vorgänger: 2 Dollar Eingabe und 10 Dollar Ausgabe je Million Token. Gelesene Inhalte aus dem Zwischenspeicher (Cache) kosten nur noch halb so viel wie bei Sonnet 5. Anthropic beschreibt die Stärken so: gut abgegrenzte Alltagsaufgaben, Fehler im Code beheben und fertige Dokumente, Folien und Tabellen erstellen; die Ausgabe sei über 30 Prozent schneller als bei Sonnet 5.
Wenn eine Aufgabe klar umrissen ist und du schnell ein Ergebnis willst, ist Sonnet 5.5 die naheliegende Wahl. Für lange, offene Aufgaben über viele Schritte nennt Anthropic dagegen Opus.
Haiku 5.5: klein, schnell, günstig
Haiku 5.5 erschien am 07.10.2026. Anthropic nennt es das günstigste, schnellste und fähigste kleine Modell, das es bisher veröffentlicht hat. Es ist für schnelle, sich wiederholende Arbeit gedacht: Zusammenfassungen, Datenbankabfragen, Klassifizieren, dazu zeitkritische Dinge wie Kundensupport im Chat. Interessant für alle, die mit mehreren Agenten arbeiten: Anthropic beschreibt Haiku 5.5 ausdrücklich als Subagent, der Opus 5.5 oder Sonnet 5.5 beim Programmieren zuarbeitet. Für komplexe agentische Programmieraufgaben empfiehlt Anthropic dagegen Sonnet 5.5 oder Opus 5.5.
Haiku ist vor allem über die API interessant, wo jeder Token Geld kostet. Im Abo spielt der Preisunterschied für dich keine direkte Rolle, dort zählt nur, wie schnell du an deine Nutzungsgrenze kommst.
Fable 5.1 und Mythos 5.1: die Spitze mit Zugangsgrenzen
Fable 5.1 ist laut Anthropic das stärkste Modell für Code, Wissensarbeit und lange Problemlösung. Über die API kostet es 10 Dollar Eingabe und 50 Dollar Ausgabe je Million Token, Lesezugriffe auf den Cache sind um 75 Prozent günstiger geworden. In Claude Code ist Fable auf keinem Abo voreingestellt; du wählst es ausdrücklich mit /model fable. Je nach Plan läuft Fable dabei über Nutzungsguthaben statt über dein enthaltenes Kontingent, dann zeigt die Modellauswahl „Requires usage credits“ an; welcher Plan wie abrechnet, steht in der Tabelle weiter unten.
Mythos 5.1 ist laut Anthropic dasselbe Modell wie Fable 5.1, nur mit anderen Schutzmaßnahmen. Mythos 5.1 vergibt Anthropic nur an geprüfte Organisationen: über das Programm für Lebenswissenschaften, und laut Anthropic „in naher Zukunft“ auch über das Programm für Cybersicherheit. Mythos 5.1 selbst ist derzeit nur für eine Reihe von US-Organisationen verfügbar. Indirekt steckt Mythos in Anthropics Sicherheitsprodukt Claude Security: Es nutzt laut claude.com die ganze Modellfamilie einschließlich Mythos, ohne eigene Freischaltung, und ist als öffentliche Beta für Claude Enterprise verfügbar. Als Modell, mit dem du selbst arbeitest, ist Mythos für ein deutsches Unternehmen damit praktisch kein Thema.
Welches Claude Modell in welchem Abo
Quellen: Vergleichstabelle auf claude.com/pricing und Anthropics Hilfeseite zu Fable-Modellen, Stand 26.10.2026. Bei Max und Team-Premium-Sitzen ist Fable Teil des Plans: Du darfst bis zu 50 Prozent deines Wochenlimits ohne Aufpreis für Fable nutzen, wobei Fable das Kontingent schneller verbraucht als andere Modelle. Danach geht es mit Nutzungsguthaben weiter, oder du wechselst das Modell. Bei Pro und Team-Standard-Sitzen läuft Fable von der ersten Nachricht an über Nutzungsguthaben zum API-Preis. Wie die Kontingente von Pro und Max funktionieren, steht in Claude Pro oder Max: Limits erklärt.
Effort: wie gründlich das Modell nachdenkt
Neben dem Modell gibt es einen zweiten Regler, den viele übersehen: den Effort. Er steuert, wie viel Claude vor einer Antwort nachdenkt. In den Claude-Apps wählst du ihn im Modellmenü neben dem Senden-Knopf, die Stufen heißen Low, Medium, High, Extra high und Max. Laut Anthropics Hilfe passen Low und Medium für Routinearbeit, High ist der beste Ausgleich aus Qualität und Tempo, Extra high ist für lange Programmier- und Agentenaufgaben gedacht, Max für die schwierigsten Fälle. Jedes Modell hat eine empfohlene Stufe, die im Menü als „Default“ markiert ist.
Der Haken steht gleich dabei: Höhere Stufen dauern länger und verbrauchen mehr Token, du erreichst deine Nutzungsgrenze also schneller. In Claude Code stellst du den Effort mit /effort ein; Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 starten dort auf Medium. Über die API liegt der Standard bei Opus 5.5 und Haiku 5.5 auf Medium, bei Sonnet 5.5 und Fable 5.1 auf High.
Welches Modell wofür: meine Empfehlung
Ich würde nicht für jede Aufgabe das Modell wechseln. Die Reihenfolge, die ich empfehle, folgt der Logik, die Anthropic in seiner Modellübersicht selbst nennt:
- Starte mit Opus 5.5. Anthropic empfiehlt es ausdrücklich, wenn du unsicher bist, und es ist in Claude Code ohnehin voreingestellt.
- Reicht das Ergebnis nicht, dreh zuerst am Effort. Eine höhere Stufe ist der kleinere Schritt als ein Modellwechsel.
- Erst dann Fable 5.1. Anthropic nennt Fable für den Fall, dass Opus 5.5 auch mit höherem Effort nicht reicht. Prüf vorher, ob dein Plan Fable aus dem Kontingent oder über Guthaben abrechnet.
- Sonnet 5.5 für klar umrissene Alltagsaufgaben, wenn dir Tempo wichtiger ist als die letzte Tiefe.
- Haiku 5.5 dort, wo jeder Token zählt: in eigenen Anwendungen über die API, für Klassifizieren, Zusammenfassen oder als zuarbeitender Subagent.
Für den Alltag eines Selbstständigen im Abo heißt das meist: Opus 5.5 stehen lassen und den Effort passend wählen. Wie du Modelle über die API ansprichst und was das dann kostet, steht in Claude API: Key, Kosten und Einstieg. Wie du einzelnen Subagents ein eigenes Modell gibst, etwa einen günstigen Rechercheur neben einem gründlichen Prüfer, steht in Claude Code Subagents: Best Practices. Welche Agenten-Angebote Anthropic darüber hinaus hat, vom Agent SDK bis zu Managed Agents, steht in Claude Agents: SDK, Managed Agents, Duet.
Häufige Fragen
Welches Claude Modell ist das beste?
Laut Anthropic ist Fable 5.1 das leistungsstärkste allgemein verfügbare Modell. Für die meisten Aufgaben empfiehlt Anthropic aber Opus 5.5, das nach Herstellerangabe bei den meisten Arbeiten auf Fable-Niveau liegt und deutlich günstiger ist. „Das beste“ hängt also davon ab, ob du Tempo, Kosten oder die letzte Tiefe brauchst.
Was ist der Unterschied zwischen Claude Opus und Claude Sonnet?
Opus 5.5 ist für lange, offene Aufgaben über viele Schritte gedacht, Sonnet 5.5 für klar umrissene Alltagsarbeit mit schneller Antwort. Über die API kostet Sonnet 5.5 die Hälfte von Opus 5.5. Im Abo merkst du den Unterschied vor allem an Tempo und Gründlichkeit, nicht auf der Rechnung.
Welche Claude Modelle gibt es im Free-Plan?
Laut Preisseite Sonnet und Haiku. Opus und Fable sind im kostenlosen Plan nicht enthalten. Pro schaltet Opus frei, Fable läuft dort über Nutzungsguthaben.
Was ist Claude Mythos 5.1?
Dasselbe Modell wie Fable 5.1, laut Anthropic aber mit anderen Schutzmaßnahmen. Zugang gibt es nur für geprüfte Organisationen über Anthropics Zugangsprogramme, derzeit nur in den USA.
Wie wechsle ich das Modell in Claude Code?
Mit /model in der laufenden Sitzung, zum Beispiel /model sonnet oder /model fable, oder beim Start mit claude --model. Die Kürzel opus, sonnet und haiku zeigen laut Doku bei Anthropic auf die jeweils neueste Version; für ein festes Modell nimmst du den vollen Namen wie claude-opus-5-5.
Wie du weitermachst
Wenn du gerade erst anfängst, lass das Modell so, wie es ist, und lern zuerst, gute Aufträge zu schreiben. Der Einstieg dazu steht in Claude Anleitung: der Einstieg, für Claude Code in Claude Code: Anleitung für Einsteiger. Wenn du Modelle in eigene Anwendungen einbauen willst, geht es in Claude API: Key, Kosten und Einstieg weiter. Und wenn du wissen willst, wie andere Selbstständige ihre KI-Mitarbeiter einstellen und welches Modell bei wem läuft: In meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners kannst du genau das fragen.