31. Oktober 2026 · 13 Min. Lesezeit

KI-Förderung 2026 für kleine Betriebe

Grafische Titelkarte zum Beitrag „KI-Förderung 2026 für kleine Betriebe“ mit einem stilisierten Motiv: eine Liste mit fünf Zeilen, daneben ein Startpfeil.
Grafik: HumanITy

KI-Förderung bekommt ein kleiner Betrieb in Deutschland 2026 kaum aus einem reinen KI-Programm, sondern aus Programmen für Beratung, Digitalisierung und Weiterbildung, in denen KI-Vorhaben Platz haben. Stand 31.10.2026 laufen unter anderem: die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen (50 oder 80 Prozent, höchstens 1.750 oder 2.800 Euro), das INQA-Coaching (80 Prozent auf bis zu zwölf Beratertage), der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW (Kredit mit bis zu 5 Prozent Zuschuss), die Weiterbildungsförderung der Arbeitsagentur und Länderprogramme wie der Digitalbonus Bayern (bis zu 50 Prozent, höchstens 7.500 oder 30.000 Euro). go-digital und Digital Jetzt sind ausgelaufen. Fast überall gilt: erst Antrag, dann Auftrag. Ob dein Vorhaben gefördert wird, entscheidet der Fördergeber.

Dieser Beitrag ist keine Fördermittelberatung. Alle Angaben stammen von den Seiten der Fördergeber, Stand 31.10.2026, nicht aus eigenen Anträgen. Programme ändern sich oft kurzfristig: Lies vor jedem Antrag die verlinkte Programmseite selbst.

Bevor du ein gefördertes Vorhaben auswählst, hilft dir der Einstieg über KI-Grundlagen einfach erklärt.

KI-Förderung 2026: die Programme im Überblick

Programm Für wen Was Höhe Status, Stand 31.10.2026
BAFA: Unternehmensberatungen für KMU KMU, auch Freie Berufe Einzelberatung bis 40 Stunden 50 oder 80 Prozent von höchstens 3.500 Euro läuft, verlängert bis 31.12.2028
INQA-Coaching (BMAS) KMU, mindestens zwei Jahre am Markt Coaching im digitalen Wandel 80 Prozent von höchstens 1.200 Euro je Tag, bis 12 Tage läuft, Schecks bis 30.06.2028
KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung Freiberufler bis Mittelstand Digitalisierung bis zur KI-Integration Kredit, Zuschuss 3 oder 5 Prozent läuft seit 01.07.2025
Arbeitsagentur: § 82 SGB III Betriebe mit Beschäftigten zugelassene Weiterbildung über 120 Stunden unter 50 Beschäftigten bis 100 Prozent Lehrgangskosten, 75 Prozent Lohnzuschuss gesetzliche Ermessensleistung
Mittelstand-Digital Zentren KMU, Handwerk Orientierung, Workshops kostenfrei, kein Geld Netz endet Ende 2026, neues ab 01.01.2027
Digitalbonus Bayern kleine Gewerbebetriebe in Bayern Software und Dienstleister, KI genannt bis 50 Prozent, höchstens 7.500 oder 30.000 Euro läuft bis 31.12.2027
L-Bank: Digitalisierungsfinanzierung KMU und Mittelstand in Baden-Württemberg Digitalisierung bis zur KI-Integration Darlehen mit Tilgungszuschuss läuft seit 01.07.2025
NRW.BANK: MID-Digitalisierung KMU in Nordrhein-Westfalen eigenes digitales Produkt, etwa mit KI 50 Prozent, höchstens 15.000 Euro läuft, monatliches Losverfahren

Die Tabelle ist eine Auswahl. Weitere Programme von Bund, Ländern und EU findest du in der Förderdatenbank des Bundes, mit Filter auf dein Bundesland.

Erst Antrag, dann Auftrag

Fast jedes Programm verbietet, mit dem Vorhaben zu beginnen, bevor der Fördergeber zugestimmt hat. Als Beginn zählt dabei oft schon der Auftrag, nicht erst die erste Arbeitsstunde:

  • BAFA: Beraten werden darf erst nach dem Informationsschreiben der Leitstelle, und „als Beginn der Beratung zählt auch bereits der Abschluss eines Beratungsvertrags“.
  • Digitalbonus Bayern: Nach der Eingangsbestätigung darfst du auf eigenes Risiko beginnen. Vorher gilt eine Maßnahme schon als begonnen, wenn ein Auftrag erteilt wurde, „ggf. auch nur mündlich“.
  • INQA-Coaching: Mit dem Coaching-Scheck ist der vorzeitige Beginn zugelassen, auf eigenes Risiko.
  • KfW und L-Bank: Kreditantrag über deine Bank, bevor das Vorhaben beginnt.
  • MID-Digitalisierung: Vor dem Zuwendungsbescheid weder beginnen noch Verträge rechtskräftig schließen.
  • Arbeitsagentur: Antrag möglichst früh; der Bildungsträger muss der Agentur den Bildungsgutschein vor Beginn vorlegen.

Angebote einholen ist also erlaubt, unterschreiben nicht.

Bundesprogramme im Einzelnen

Beratung: BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen

Das BAFA bezuschusst Beratungen „zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung“ für KMU mit weniger als 250 Beschäftigten. Ob eine Beratung zum KI-Einsatz darunter fällt, prüfen Leitstelle und BAFA. Gefördert werden Beratungskosten bis 3.500 Euro: 80 Prozent, höchstens 2.800 Euro, in den neuen Ländern und den Regionen Lüneburg und Trier; 50 Prozent, höchstens 1.750 Euro, in den alten Ländern einschließlich Berlin und Region Leipzig.

Zwei Grenzen sind wichtig. „Seminare, Workshops oder Gruppenveranstaltungen werden nicht gefördert.“ Und ausgeschlossen sind Beratungen mit dem Zweck, Waren oder Dienstleistungen zu kaufen, die der Berater selbst vertreibt. Die Richtlinie ist bis 31.12.2028 verlängert; für Anträge ab 01.01.2027 gelten geänderte Bedingungen, etwa der Antrag nur noch über ELSTER oder BundID. Quelle: BAFA, Unternehmensberatung.

Coaching: INQA-Coaching

Das Bundesarbeitsministerium fördert mit INQA-Coaching KMU, die „im digitalen Wandel wettbewerbsfähig und attraktiv für Fachkräfte“ bleiben wollen. Voraussetzungen: weniger als 250 Mitarbeitende, mindestens eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle, mindestens zwei Jahre am Markt. Gefördert werden bis zu zwölf Beratertage zu höchstens 1.200 Euro netto, davon 80 Prozent. Du zahlst zuerst selbst und bekommst den Zuschuss nach Abschluss erstattet. Den Scheck stellt eine regionale INQA-Beratungsstelle nach einer kostenlosen Erstberatung aus; laut Richtlinie vom Juni 2026 bis 30.06.2028. Quelle: INQA-Coaching, Informationen für KMU.

Kredit mit Zuschuss: ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW

Seit 01.07.2025 ersetzt der ERP-Förderkredit Digitalisierung (511, 512) den alten Kredit 380, der nicht mehr beantragt werden kann. Stufe 1 deckt Basis-Digitalisierung wie Hardware und Cloud-Umzug ab, ohne Zuschuss. Stufe 2 fördert etwa Prozessdigitalisierung und Weiterbildung mit 3 Prozent Zuschuss auf den Kreditbetrag. Stufe 3 nennt ausdrücklich die „Integration von Künstlicher Intelligenz in Wertschöpfungsbereiche des Unternehmens, sofern dabei unternehmensinterne Daten genutzt werden“, mit 5 Prozent Zuschuss, höchstens 200.000 Euro. Einen Mindestkreditbetrag gibt es nicht. Beantragt wird über die Hausbank, vor Beginn des Vorhabens. Quelle: KfW, ERP-Förderkredit Digitalisierung.

Schulung: Weiterbildung Beschäftigter

Die Förderung nach § 82 SGB III wurde mit dem Qualifizierungschancengesetz erweitert, das laut BMAS im Wesentlichen am 1. Januar 2019 in Kraft trat. Die Agentur für Arbeit kann Lehrgangskosten übernehmen und Zuschüsse zum Arbeitsentgelt zahlen: unter 50 Beschäftigten soll der Betrieb nichts zu den Lehrgangskosten beitragen, der Lohnzuschuss beträgt bis zu 75 Prozent; zwischen 50 und 499 Beschäftigten je 50 Prozent.

Für KI-Schulungen ist die Hürde hoch. Die Weiterbildung muss mehr als 120 Stunden dauern, Maßnahme und Träger müssen zugelassen sein, und sie muss über eine kurze, arbeitsplatzbezogene Anpassung hinausgehen. Schulungen zu einer betriebsspezifischen Software sind laut Arbeitsagentur nicht förderbar. Ein Tagesworkshop zu einem KI-Werkzeug fällt also nicht darunter, ein längerer zugelassener Lehrgang zu KI und Datenanalyse kann es. Welche Pflicht zur KI-Kompetenz unabhängig davon gilt, steht in KI-Kompetenz nach AI Act: Mitarbeiter schulen. Quellen: Arbeitsagentur, § 82 SGB III.

Kostenlos statt Zuschuss: Mittelstand-Digital Zentren

Die Mittelstand-Digital Zentren zahlen kein Geld aus, sondern bieten „kostenfreie, anbieterneutrale Orientierung“ und Workshops zu Digitalisierung und KI. Laut Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums vom 20.10.2026 endet die Förderphase des aktuellen Netzwerks Ende 2026; ab 01.01.2027 startet ein neues Netz mit sechs regionalen Zentren, bis Mitte 2027 kommen elf themen- und branchenspezifische dazu. Einzelne Zentren sind schon ausgeschieden, beim Zentrum Kaiserslautern lief die Förderung nach eigener Angabe bis Ende Juli 2026. Frag beim Zentrum in deiner Region, was bis Jahresende noch läuft. Quelle: Mittelstand-Digital.

KI-Förderung in den Ländern: drei Beispiele

Bayern: Digitalbonus

Der Digitalbonus Bayern läuft bis 31.12.2027 und nennt als Förderinhalt ausdrücklich den Einsatz von Robotik und Künstlicher Intelligenz. Antragsberechtigt sind Gewerbebetriebe mit Betriebsstätte in Bayern, weniger als 50 Mitarbeitenden und höchstens 10 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme; Freie Berufe und Arztpraxen sind ausgenommen. Der Digitalbonus Standard zahlt bis zu 50 Prozent, höchstens 7.500 Euro, der Digitalbonus Plus für Vorhaben „mit besonderem Innovationsgehalt“ bis zu 30.000 Euro. Unter 4.000 Euro förderfähigen Ausgaben gibt es nichts, Standard-Software ist ausgeschlossen, Anträge gehen nur über das ELSTER-Unternehmenskonto, und monatlich wird ein Kontingent freigegeben. Quelle: Digitalbonus Bayern.

Baden-Württemberg: Digitalisierungsfinanzierung der L-Bank

Seit 01.07.2025 ist die Digitalisierungsfinanzierung der L-Bank das „Nachfolgeprogramm zur Digitalisierungsprämie Plus“: ein Darlehen über die Hausbank mit Tilgungszuschüssen, zum Beispiel 5 Prozent in den Stufen 2 und 3 für Vorhaben bis 250.000 Euro. Förderstufe 3b heißt „KI-Digitalisierung“, dazu gibt es einen kostenlosen KI-Check der L-Bank. Quelle: L-Bank.

Nordrhein-Westfalen: MID-Digitalisierung

Seit 01.01.2026 fördert MID-Digitalisierung keine internen Digitalisierungsmaßnahmen mehr, sondern nur die Entwicklung eines eigenen digitalen Produkts, etwa mit KI, für eine konkrete Zielgruppe. Wer KI nur im eigenen Büro einsetzen will, ist hier falsch. Zuschuss 50 Prozent, höchstens 15.000 Euro, ab 4.000 Euro; vor dem Antrag steht ein monatliches Losverfahren. Quelle: NRW.BANK.

Ausgelaufen: go-digital und Digital Jetzt

Wer nach „go digital Förderung“ sucht, findet noch viele Anbieterseiten. Das Programm ist laut eigener Programmseite „am 31.12.2024 ausgelaufen. Es können keine Förderanträge mehr gestellt werden.“ Auch das Investitionsprogramm Digital Jetzt nennt das Bundeswirtschaftsministerium „ausgelaufen“.

Was du vor dem Antrag klärst

  1. Das Vorhaben in drei Sätzen: welcher Ablauf sich ändern soll, was danach anders ist, wer umsetzt. Wo KI bei dir ansetzt, zeigen KI-Readiness: ist dein Betrieb bereit für KI? und mein Engpass-Check.
  2. Die Betriebsgröße: Fast alle Programme nutzen die KMU-Definition der EU, der Digitalbonus Bayern eine engere Grenze.
  3. Frühere Beihilfen: Viele Zuschüsse sind De-minimis-Beihilfen, frühere Förderungen musst du angeben. Doppelförderung derselben Maßnahme ist meist ausgeschlossen.
  4. Die Reihenfolge: Angebote einholen, aber nichts unterschreiben vor der Freigabe.

Wie du KI danach einführst, steht in KI für kleine Unternehmen einführen.

Häufige Fragen

Gibt es eine Förderung nur für KI?

Unter den hier geprüften Programmen ist keines, das allein KI fördert. KI ist Teil von Digitalisierung, Beratung oder Weiterbildung, ausdrücklich genannt etwa beim Digitalbonus Bayern, beim ERP-Förderkredit Digitalisierung und bei der L-Bank.

Wird ein Abo für ChatGPT oder Claude gefördert?

Darauf ist keines der Programme zugeschnitten. Der Digitalbonus Bayern schließt Standard-Software aus und fördert Leistungen externer Anbieter bei Einführung und Anpassung. Ob ein konkretes Vorhaben passt, entscheidet die Bewilligungsstelle.

Kann ich mehrere Programme kombinieren?

Für dieselbe Maßnahme meist nicht; BAFA und MID-Digitalisierung schließen Doppelförderung ausdrücklich aus. Ob getrennte Maßnahmen, etwa erst Beratung und dann Umsetzung, einzeln gefördert werden können, klärst du mit dem Fördergeber.

Was ist aus go-digital geworden?

Ausgelaufen am 31.12.2024. Für Beratung bleibt vor allem die BAFA-Förderung, für die Umsetzung der KfW-Kredit und die Länderprogramme.

Gibt es Förderung für Selbstständige ohne Angestellte?

Teilweise. KfW und BAFA nennen Freie Berufe ausdrücklich. INQA-Coaching verlangt mindestens eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle, die Weiterbildungsförderung setzt Beschäftigte voraus.

Wie du weitermachst

Fang bei der Programmseite an, die zu deinem Vorhaben passt, nicht bei einem Anbieter: für eine Beratung die BAFA-Förderung, für eine Umsetzung in Bayern der Digitalbonus, für ein größeres Projekt die KfW. Nutz die Beratung der Fördergeber selbst: Beim INQA-Coaching ist die Erstberatung kostenlos, beim Digitalbonus Plus bittet Bayern vor dem Antrag um Kontakt zur Bezirksregierung, und die NRW.BANK hat eine eigene Förderberatung.

Ich biete selbst Schulungen und Workshops für Teams an, bei euch vor Ort oder digital, siehe KI-Schulung und Workshops für Teams. Ob ein konkretes Angebot, auch meins, in ein Programm passt, entscheidet der Fördergeber, nicht der Anbieter. Wie ich KI-Mitarbeiter einarbeite und ihre Ergebnisse prüfe, zeige ich in meiner Community Claude Practitioners.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus vierzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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