Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Betreiber-Perspektive, mit der ich KI-Werkzeuge für mein eigenes Business prüfe. Le Chat, der KI-Chat von Mistral AI aus Paris, heißt seit dem 28. Mai 2026 Vibe. Adresse, Anmeldung, Verläufe und Abos sind laut Mistral geblieben: Du öffnest weiter chat.mistral.ai. Es gibt einen kostenlosen Plan, Pro für 14,99 € im Monat, Team für 24,99 € je Nutzer und Monat (beides laut Preisseite ohne Steuern) und Enterprise auf Anfrage. Deine Daten liegen laut Mistral standardmäßig in der EU. Der Punkt, den viele übersehen: In Free, Pro und Team nutzt Mistral deine Ein- und Ausgaben standardmäßig zum Training seiner Modelle, bis du widersprichst. Nur Enterprise ist von Haus aus ausgenommen.
Alles hier stammt von Mistrals eigenen Seiten (Produktseite, Preisseite, Dokumentation, Hilfe-Center, Nutzungsbedingungen, Datenschutzerklärung und Data Processing Addendum), Stand 04.11.2026, nicht aus einem eigenen Test und ohne eigenes Konto. Ich selbst arbeite mit Claude: Meine eigene Belegschaft läuft im Alltag über Claude mit AVV, für geschäftliche Daten habe ich Claude Team gewählt. Weitere Beiträge zu KI im Alltag sammle ich auf der Seite KI.
Aus Le Chat wird Vibe: was sich geändert hat
Mistral hat Le Chat am 28.05.2026 umbenannt und mit seinem Programmier-Werkzeug zusammengelegt. Im Hilfe-Center heißt es: „Le Chat is now Vibe, Mistral's unified agent for professional productivity and coding tasks.“ Vibe hat zwei Modi:
- Work ist der frühere Chat im Browser und in den Apps für iOS und Android. Seit dem 22.09.2026 sind schnelle Unterhaltungen und mehrstufige Aufgaben in einer Oberfläche zusammengeführt; ein Schalter zwischen „fast“ und „think“ legt fest, wie gründlich Vibe arbeitet.
- Code ist der Programmier-Modus im Terminal, in VS Code und JetBrains und als Sitzung in der Cloud.
Mit der Zusammenführung sind einige bekannte Funktionen umgezogen. Laut Doku werden Agents durch Skills ersetzt (Aufruf mit @), Memories gehen in die Knowledge Base über, Deep Research ist jetzt ein Skill. Selbstzahler mit Free, Pro und Team werden zuerst umgestellt, Enterprise-Kunden haben sechs Monate Übergangszeit. Wer also nach „Le Chat Agents“ sucht und sie nicht mehr findet: Sie heißen jetzt Skills.
Was Le Chat (Vibe) kann, laut Mistral
Die Funktionen im Modus Work, wie Mistral sie dokumentiert:
- Websuche und Links öffnen. Vibe sucht im Netz und zeigt die Quellen als Links. Nachrichten bezieht es laut Doku von den Agenturen AFP und AP. Einen Link kannst du einfügen, dann liest Vibe die Seite.
- Dateien und Canvas. Du lädst PDF, Word, Excel, PowerPoint, Bilder, E-Mails (EML, MSG) und viele Textformate hoch. Ergebnisse wie Berichte oder Folien entstehen im Canvas, einem eingebauten Editor.
- Bibliotheken. Dauerhafte Sammlungen eigener Dokumente und Webseiten, die du jeder Aufgabe mitgeben kannst; bis zu 100 Dateien auf einmal, je Datei bis 100 MB.
- Projekte. Chats nach Kunde oder Vorhaben gruppieren, mit eigenen Anweisungen und Dateien je Projekt.
- Knowledge Base. Vibe merkt sich Vorlieben und Zusammenhänge aus deinen Chats, wenn du es sagst („Merk dir …“) oder von selbst. Die Funktion ist laut Doku standardmäßig an. Sensible Angaben wie Gesundheitsdaten speichert sie erst, wenn du das ausdrücklich einschaltest.
- Connectors. Anbindungen an Gmail, Outlook, Google Drive, SharePoint, Slack, Notion, GitHub, Jira und weitere, dazu eigene MCP-Server (Beta). Bevor Vibe eine E-Mail sendet, einen Termin anlegt oder Daten ändert, fragt es nach deiner Freigabe.
- Bilder. Erzeugen und Bearbeiten im Chat, laut Doku mit Modellen von Black Forest Labs.
- Geplante Aufgaben. Ein Prompt läuft einmalig oder täglich, wöchentlich, monatlich.
Und Deutsch? Das Hilfe-Center gibt es auf Englisch, Französisch und Italienisch, die Datenschutzerklärung auch auf Deutsch; Data Processing Addendum und Commercial Terms nur auf Englisch. Die Modelle führt Mistral aber ausdrücklich mit Deutsch unter den Sprachen mit „strong expected performance“; du kannst also auf Deutsch schreiben und auf Deutsch Antworten bekommen.
Le Chat Preise: Free, Pro, Team, Enterprise
Studierende bekommen Pro laut Preisseite für 5,99 € im Monat, höchstens 12 Monate und nur, wenn sie Vibe oder Le Chat noch nicht genutzt haben. Genaue Kontingente nennt Mistral nur als Vielfache („bis zu 6x“ mehr Nachrichten als Free) und unter Vorbehalt fairer Nutzung. Die Programmierschnittstelle wird nach Token abgerechnet.
Mistral Le Chat und Datenschutz: was „aus der EU“ heißt
Mistral AI ist laut Impressum eine französische SAS mit Sitz in Paris. Das unterscheidet Mistral von US-Anbietern, ist aber kein Freifahrtschein. Fünf Punkte aus Mistrals eigenen Unterlagen:
Speicherort. „By default, your data is hosted in the European Union.“ Je nach Funktion können Daten aber vorübergehend an Unterauftragnehmer außerhalb der EU gehen, abgesichert mit Standardvertragsklauseln. Nur Enterprise-Kunden können einige dieser Funktionen für die ganze Organisation abschalten.
Training. In Vibe werden Ein- und Ausgaben standardmäßig zum Training genutzt, auch hochgeladene Dokumente gelten als Eingabe. Bei Team kann der Admin das für die ganze Organisation abschalten, bei Enterprise ist es von vornherein aus. Feedback per Daumen hoch oder runter darf Mistral in jedem Plan samt Unterhaltung verwenden. Daten aus Connectors nutzt Mistral laut Doku in keinem Plan zum Training.
Auftragsverarbeitung. Wer Vibe im Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit für personenbezogene Daten nutzt, ist laut Datenschutzerklärung selbst Verantwortlicher und Mistral Auftragsverarbeiter. Das Data Processing Addendum ist Teil des Vertrags, eine Unterschrift auf Papier gibt es laut Hilfe-Center nicht. Wichtig ist Abschnitt 2.3: Für das Training seiner Modelle ist Mistral selbst Verantwortlicher, „unless Customer is or has opted-out of training“. Ohne Widerspruch darf Mistral also auch Kundendaten aus dem Firmenkonto zum Training verwenden.
Speicherdauer. Unterhaltungen bleiben, bis du sie oder dein Konto löschst. Zero Data Retention gibt es laut Mistral für Vibe Work und Chat in keinem Plan, nur für bestimmte API-Aufrufe. Ein „Temporary Chat“ landet nicht im Verlauf und nicht im Training.
Geteilte Links. Wer einen Chat per Link teilt, macht ihn für jeden mit dem Link lesbar.
Das ist der Grund, warum ein EU-Sitz allein nicht reicht: Ob deine Nutzung der DSGVO genügt, hängt an den Einstellungen und an den Daten, die du hineingibst. Welche Daten überhaupt in einen KI-Chat dürfen, beschreibe ich in KI und Datenschutz: was die KI sehen darf.
Prüfliste: Le Chat im Betrieb
- Plan wählen. Für Kundendaten Team oder Enterprise, nicht das private Free- oder Pro-Konto einzelner Mitarbeitender.
- Training abschalten. Im Admin-Bereich unter Vibe, Abschnitt Privacy, den Schalter „Allow your interactions to be used to train our models“ deaktivieren. In der App: Einstellungen, „Data & Account Controls“, Haken bei „Enable data sharing“ entfernen. Ein Widerspruch für die API gilt laut Mistral nicht automatisch für Vibe und umgekehrt. Für Labs- und Preview-Modelle in AI Studio greift er laut Commercial Terms gar nicht.
- Feedback regeln. Daumen hoch oder runter nur bei Chats ohne Kundendaten.
- Knowledge Base entscheiden. Admins können sie für alle abschalten. Wer sie nutzt, lässt sensible Daten aus.
- Connectors begrenzen. Nur die Anbindungen freigeben, die ihr braucht. Admins können einzelne Connectors sperren.
- Vertrag ablegen. Aktuelle Fassung des Data Processing Addendum (Stand 27.07.2026) speichern und Mistral ins Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten eintragen.
Damit das Team nicht trotzdem mit privaten Konten arbeitet, hilft eine schriftliche Regel, siehe KI-Richtlinie für dein Team: was rein muss und Schatten-KI: wenn das Team heimlich KI nutzt.
Le Chat vs Claude, knapp
Mistral punktet mit EU-Sitz, Speicherort EU und einem günstigen Einstieg. Claude punktet beim Firmenkonto mit Training aus als Voreinstellung. Wo Verarbeitung in der EU verlangt ist, nutze ich in manchen Fällen Claude über AWS Bedrock, beschrieben in Claude über AWS Bedrock: EU, DSGVO, Kosten. Wie meine Belegschaft mit Claude aussieht, steht in Claude statt ChatGPT: meine KI-Mitarbeiter. Wo Mistral neben Aleph Alpha, IONOS, STACKIT und anderen steht, zeigt Deutsche und europäische KI-Anbieter.
Häufige Fragen
Ist Le Chat kostenlos?
Ja, es gibt einen Free-Plan mit Websuche, Dateien, einfacher Bilderzeugung und Connectors, aber mit begrenzter Zahl an Nachrichten und Suchen. Mehr Kontingent und den Code-Modus für den ganzen Tag gibt es ab Pro für 14,99 € im Monat ohne Steuern.
Gibt es Le Chat auf Deutsch?
Du kannst mit Vibe auf Deutsch schreiben, Mistral nennt Deutsch ausdrücklich unter den Sprachen, in denen die Modelle stark sein sollen. Das Hilfe-Center gibt es auf Englisch, Französisch und Italienisch, die Datenschutzerklärung auch auf Deutsch, Data Processing Addendum und Commercial Terms nur auf Englisch.
Ist Mistral Le Chat DSGVO-konform?
Pauschal lässt sich das nicht sagen, und das hier ist keine Rechtsberatung. Mistral sitzt in Paris, speichert standardmäßig in der EU und bietet für Geschäftskunden ein Data Processing Addendum. Ob deine Nutzung zulässig ist, hängt am Plan, an deinen Daten und vor allem an der Trainingseinstellung, die bei Free, Pro und Team standardmäßig an ist.
Wie schalte ich das Training in Le Chat ab?
Im Admin-Bereich unter Vibe, Abschnitt Privacy, den Schalter „Allow your interactions to be used to train our models“ ausschalten; in der App unter „Data & Account Controls“ den Haken bei „Enable data sharing“ entfernen. Bei Team kann der Admin das für alle erledigen. Feedback per Daumen nutzt Mistral trotzdem.
Ist Le Chat eine Alternative zu ChatGPT?
Für die Grundaufgaben eines KI-Chats, also Fragen, Websuche, Dateien, Bilder und Anbindungen an andere Programme, bietet Vibe laut Mistral alles Nötige. Einen eigenen Test gegen ChatGPT gibt es hier nicht. Für Betriebe zählen eher der Firmensitz in Paris, der Speicherort EU und die Trainingseinstellung, die du aktiv abschalten musst.
Wie du weitermachst
Wenn du Le Chat im Betrieb nutzen willst, fang mit Schritt 1 und 2 der Prüfliste an: Firmenkonto statt privater Konten und Training aus. Danach kommen Knowledge Base, Connectors und die Regel fürs Team. Wie andere ihre KI-Werkzeuge datenschutzfreundlich aufsetzen, besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.