KI kostenlos nutzen kannst du heute bei allen vier großen Anbietern: ChatGPT, Claude, Gemini und Microsoft Copilot haben jeweils einen Gratis-Plan, mit dem du chatten und im Netz suchen kannst. Die Unterschiede liegen in den Grenzen, also wie viel du nutzen darfst und wie viel Text die KI auf einmal liest, und im Datenschutz: Bei ChatGPT ist die Weitergabe deiner Chats zum Training im Gratis-Plan standardmäßig an, bei Gemini kann ein Teil der Chats mit eingeschalteter Aktivität von Menschen geprüft werden. Für Kundendaten ist keiner der vier Gratis-Pläne gedacht.
Ich zahle für meine eigene Arbeit mehrere Claude-Konten. Meine vierzehn KI-Mitarbeiter laufen auf Claude Team, manche auch auf offenen Modellen oder über die API. Für einen ersten Test reicht trotzdem ein kostenloser Plan. Die Angaben unten beruhen auf der Recherche in den Preis- und Hilfeseiten der vier Hersteller, Quellenstand 27.10.2026. Sie ändern sich oft, prüf sie vor einer Entscheidung noch einmal. Weitere Grundlagen rund um KI im Betrieb sammle ich auf der Seite KI-Grundlagen.
Die vier Gratis-Pläne im Überblick
Ein Token ist ein Wortbaustein, mit dem die KI rechnet, grob ein kurzes Wort oder ein Teil eines längeren Wortes. Genauer erkläre ich das in Was sind Tokens? KI-Tokens einfach erklärt.
Was die Gratis-Pläne im Einzelnen können
ChatGPT Free
OpenAI verspricht im Free-Plan unbegrenzte Text-Chats im Alltag, mit dem Zusatz, dass Schutzmechanismen gegen Missbrauch gelten. Uploads, Bilder, Sprachchats, Deep Research, Gedächtnis und Kontext sind begrenzt. Neu ist: Codex und ChatGPT Work, der Modus für Aufgaben mit fertigem Ergebnis, sind auch im Free-Plan enthalten, begrenzt und nur in der Desktop-App. Werbung kann im Free-Plan laut OpenAI in bestimmten Ländern erscheinen.
Claude Free
Laut Preisseite bekommst du im Free-Plan Chat im Browser, am Computer und am Handy, Websuche, das Erstellen von Dateien und Ausführen von Code, ein Gedächtnis über mehrere Gespräche, Verbindungen zu deinen Apps sowie Claude Design, Slides und Docs. Nicht enthalten sind unter anderem Claude Code und die Recherchefunktion. Wie weit dein Kontingent reicht, nennt Anthropic nicht in Zahlen, sondern hängt laut Hilfe von Länge und Komplexität deiner Gespräche, den genutzten Funktionen, dem Modell und der Denktiefe ab. Was das im Alltag heißt, beschreibe ich ausführlich in Claude kostenlos nutzen: was geht.
Gemini ohne Abo
Google nennt für Nutzer ohne Abo „Standardlimits“, die sich nach dem Rechenaufwand richten: Länge deines Auftrags, genutzte Funktionen und Länge des Chats. Das Limit erneuert sich alle fünf Stunden, bis du dein Wochenlimit erreichst. Das Kontextfenster liegt bei 32.000 Tokens, mit Abo deutlich höher. Laut Googles Tabelle sind ohne Abo unter anderem Canvas, Deep Research, Foliengenerierung und Bilderzeugung enthalten, nicht aber Videos und geplante Aktionen.
Microsoft Copilot (kostenlos)
Microsoft beschreibt den kostenlosen Copilot als ideal für allgemeine Fragen, für Menschen, die KI zum ersten Mal ausprobieren, und für Aufgaben im Web. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Mit einem Microsoft-Konto bekommst du laut Microsoft Verlauf, Bilderzeugung, längere Gespräche und Sprachchats. Copilot direkt in Word, Excel und PowerPoint gehört dagegen zu einem bezahlten Microsoft-365-Abo. Ohne ein solches Abo kann Copilot Werbung anzeigen.
Datenschutz: was mit deinen Chats passiert
Ich bin Entwickler und kein Anwalt, das hier ist keine Rechtsberatung, sondern die Betreiber-Perspektive.
Zwei Dinge fallen auf:
- Bei Gemini liest unter Umständen ein Mensch mit. Google schreibt ausdrücklich, du sollst keine vertraulichen Informationen eingeben, die ein Prüfer nicht sehen soll. Mit „Keep Activity“ aus werden deine Chats laut Google 72 Stunden mit deinem Konto gespeichert und nicht zum Training genutzt, solange du kein Feedback sendest.
- Feedback ist eine Lücke. Wer bei Claude den Daumen nach oben oder unten drückt, gibt laut Anthropic das ganze Gespräch für bis zu fünf Jahre frei. Bei Gemini wird Feedback auch mit ausgeschalteter Aktivität genutzt. Bei sensiblen Chats lieber kein Feedback senden.
Für Daten deiner Kunden oder Mitarbeitenden reicht keiner dieser Pläne. Verarbeitet ein Anbieter solche Daten in deinem Auftrag, verlangt die DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Anthropic und OpenAI bieten ihn laut eigener Angabe für ihre Geschäftstarife und die API an, Google und Microsoft verweisen für die berufliche Nutzung auf Arbeits- und Schulkonten. Meine drei Prüffragen vor jeder Eingabe stehen in KI und Datenschutz: was die KI sehen darf.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Ein ausgedachtes, aber typisches Beispiel: Eine Physiotherapeutin mit eigener Praxis will KI für ihre Texte auf der Website und für Antworten auf allgemeine Anfragen ausprobieren. Sie legt sich einen kostenlosen Zugang an, schaltet am ersten Tag das Training ab und arbeitet zwei Wochen nur mit allgemeinen Texten, nie mit Patientendaten. Als sie Terminabsagen mit Namen bearbeiten lassen will, merkt sie: Dafür braucht sie einen Tarif mit Vertrag, und das klärt sie zuerst mit ihrer Datenschutzberatung.
Worauf du achten solltest
- Gleich am ersten Tag die Datenschutz-Einstellungen prüfen. Bei ChatGPT ist das Training im Gratis-Plan laut OpenAI standardmäßig an, bei Claude führt Anthropic es in der Preistabelle als Opt-out, bei Gemini prüfst du, ob „Keep Activity“ eingeschaltet ist.
- Für Spezialaufgaben gibt es eigene Gratis-Wege. Bilder, Audio-Transkripte oder einen ersten Agenten musst du nicht im Chat lösen. Dazu habe ich eigene Beiträge: KI-Bilder erstellen: kostenlos und frei, Audio in Text umwandeln: kostenlose Tools und KI-Agent erstellen kostenlos: was geht?.
- Zahlen lohnt sich, wenn du an Grenzen stößt. Merkst du in zwei Wochen mehrfach, dass dir Kontingent, Kontext oder eine Funktion fehlt, ist ein Abo sinnvoll. Die günstigsten bezahlten Stufen beginnen laut den deutschen Preisseiten bei 4,99 € im Monat (Google AI Plus) und 8 € im Monat (ChatGPT Go). Für vertrauliche Kundendaten brauchst du eine gesonderte Prüfung von Vertrag, Datenweg, Zweck und Zugriffsrechten; ein kostenloser Plan ist dafür keine pauschale Freigabe.
Häufige Fragen
Welche KI ist kostenlos?
ChatGPT, Claude, Gemini und Microsoft Copilot haben alle einen kostenlosen Plan. Dazu kommen offene Modelle, die du kostenlos auf deinem eigenen Rechner betreiben kannst, wenn die Hardware reicht.
Ist ChatGPT kostenlos?
Ja, der Free-Plan kostet nichts. Text-Chats im Alltag sind laut OpenAI unbegrenzt, Uploads, Bilder, Sprache und Deep Research sind begrenzt. Das Training mit deinen Chats ist im Free-Plan standardmäßig an, du kannst es in den Datenkontrollen abschalten.
Welche kostenlose KI ist die beste?
Das hängt von deiner Aufgabe ab. Wer viel mit Google-Diensten arbeitet, kommt mit Gemini schnell zurecht, wer längere Texte schreibt, schaut sich Claude an. Einen Vergleich nach Aufgaben findest du in Welche KI ist die beste? Drei im Vergleich.
Ist Gemini kostenlos?
Ja, Gemini kannst du mit einem Google-Konto ohne Abo nutzen. Laut Google gelten im kostenlosen Zugang Standardlimits und ein Kontextfenster von 32.000 Tokens, die bezahlten Abos erhöhen beides.
Darf ich kostenlose KI beruflich nutzen?
Für allgemeine Texte und eigene Notizen ja, mit abgeschaltetem Training. Für personenbezogene Daten von Kunden oder Mitarbeitenden brauchst du einen Tarif mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Das ist keine Rechtsberatung, im Einzelfall frag deine Datenschutzberatung.
Wie du weitermachst
Leg dir heute einen kostenlosen Zugang an, setz den Datenschutz-Schalter und gib der KI eine echte, harmlose Aufgabe aus deinem Alltag. Wenn du noch unsicher bist, welche KI zu dir passt, hilft Welche KI ist die beste? Drei im Vergleich. Die wichtigsten Regeln für den Anfang stehen in KI für Anfänger: was du beachten musst. Wie du danach Schritt für Schritt sicherer wirst, zeigt KI lernen: der Weg für Einsteiger. Eine gute erste Aufgabe für den Gratis-Plan sind Texte mit KI schreiben. Fragen von Einsteigern besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.
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