31. Oktober 2026 · 10 Min. Lesezeit

Welche KI ist die beste? Drei im Vergleich

Titelkarte zum Beitrag „Welche KI ist die beste? Drei im Vergleich“ mit drei durch Pfeile verbundenen Kästchen und einem Blitz als Auslöser.
Grafik: HumanITy

Die eine beste KI gibt es nicht. Für die meisten Aufgaben im Büro liefern ChatGPT, Claude und Gemini heute brauchbare Ergebnisse, die Unterschiede liegen in den Stärken: ChatGPT hat den breitesten Funktionsumfang mit Bildern, Sprache und Aufgabenmodus, Claude ist nach meiner Erfahrung stark beim Schreiben und beim Arbeiten mit langen Unterlagen, Gemini passt am besten zu dir, wenn du ohnehin mit Google-Diensten arbeitest. Entscheide nach deiner wichtigsten Aufgabe und nach den Programmen, die du schon nutzt, und teste zwei Wochen.

Eines vorab, damit du meine Empfehlung einordnen kannst: Ich arbeite seit Februar 2025 täglich mit Claude. Meine vierzehn KI-Mitarbeiter laufen auf Claude Team, manche auch auf offenen Modellen oder über die API. Ich bin also nicht neutral. Deshalb stütze ich den Vergleich auf die Angaben der Hersteller, die für diesen Beitrag auf ihren Preis- und Hilfeseiten geprüft wurden, Quellenstand 27.10.2026, und sage dir, wo ich aus eigener Erfahrung spreche. Weitere Grundlagen rund um KI im Betrieb sammle ich auf der Seite KI-Grundlagen.

Welche KI gibt es überhaupt?

Wenn Einsteiger nach der besten KI fragen, meinen sie fast immer einen KI-Chat: ein Programm, dem du in normalen Sätzen schreibst und das dir antwortet. Die drei bekanntesten kommen von drei Firmen:

  • ChatGPT von OpenAI
  • Claude von Anthropic
  • Gemini von Google

Daneben gibt es Microsoft Copilot, das stark mit Word, Excel und Outlook verbunden ist, Grok von xAI und offene Modelle, die du auf eigener Hardware betreiben kannst. Hinter jedem Chat steckt ein Sprachmodell, das regelmäßig durch neuere Versionen ersetzt wird. Deshalb veralten Ranglisten, die sich auf ein einzelnes Modell beziehen, oft nach wenigen Monaten. Ich vergleiche hier lieber, was die Werkzeuge im Alltag können.

Die drei im Vergleich nach Aufgaben

Aufgabe ChatGPT Claude Gemini
Texte entwerfen und umformulieren gut gut, meine tägliche Wahl gut
Lange Unterlagen auf einmal kostenlos 27.000 Tokens, bezahlt bis 400.000 je nach Modell bis 1 Million Tokens, laut Preistabelle auch im Free-Plan kostenlos 32.000 Tokens, mit Pro und Ultra 1 Million
Bilder erzeugen ja, auch kostenlos begrenzt nein, keine Bilderzeugung in der Preistabelle ja, auch kostenlos
Präsentationen über ChatGPT Work Claude Slides, auch kostenlos Canvas mit Export nach Google Slides, auch kostenlos
Ausführliche Recherche mit Quellen Deep Research, kostenlos begrenzt Research, nur bezahlt Deep Research, auch kostenlos
Arbeit in Google-Diensten über Plugins, etwa für Google Drive über Verbindungen zu deinen Apps direkt eingebaut in Gmail (ab Google AI Plus) und Docs (ab Google AI Pro)
Aufgaben selbstständig erledigen lassen ChatGPT Work und Codex Claude Code und Cowork, ab bezahltem Abo Aufgaben-Modus ab Google AI Pro
Training mit deinen Chats im privaten Tarif standardmäßig an, abschaltbar an, solange „Help improve our AI models“ eingeschaltet ist, abschaltbar (laut Preistabelle Opt-out) an, solange „Keep Activity“ läuft, abschaltbar

Ein Token ist ein Wortbaustein, mit dem die KI rechnet. Warum das wichtig ist, erkläre ich in Kontext und Kontextfenster bei KI erklärt.

Wann welche KI passt

ChatGPT: wenn du ein Werkzeug für alles willst

ChatGPT deckt laut Preisseite die meisten Funktionen ab: Bilder, Sprachchats, Deep Research, einen Modus für Aufgaben mit fertigem Ergebnis und Codex für Programmieraufgaben, jeweils schon im kostenlosen Plan in begrenztem Umfang. Text-Chats sind im Free-Plan laut OpenAI unbegrenzt, mit Schutz gegen Missbrauch. Achte auf den Datenschutz: In den privaten Tarifen Free, Plus und Pro ist die Weitergabe deiner Chats zum Training laut OpenAI standardmäßig eingeschaltet.

Claude: wenn du viel schreibst und mit Unterlagen arbeitest

Hier spreche ich aus eigener Erfahrung: Ich nutze Claude, weil es für meine Texte und für die Arbeit mit langen Unterlagen am besten zu meiner Arbeitsweise passt, und weil ich mit Claude Code meine KI-Mitarbeiter baue. Laut Anthropic bekommst du im kostenlosen Plan Chat, Websuche, das Erstellen von Dateien, ein Gedächtnis über mehrere Gespräche sowie Claude Design, Slides und Docs. Bilder erzeugt Claude nicht. Bei Claude Free, Pro und Max werden deine Chats zum Training genutzt, solange der Schalter „Help improve our AI models“ an ist, und wenn ein Gespräch zur Sicherheitsprüfung markiert wird. Anthropic führt das in der Preistabelle als Opt-out, du schaltest es also selbst ab. Mit Claude führt dich Claude Anleitung: der Einstieg durch die ersten Schritte.

Gemini: wenn dein Alltag in Google läuft

Wer Gmail, Google Drive und Google Docs nutzt, hat mit Gemini den kürzesten Weg. In Gmail, Docs und weiteren Google-Apps ist Gemini laut Google ab den bezahlten Abos direkt eingebaut. Im kostenlosen Zugang sind laut Google unter anderem Canvas, Deep Research, Foliengenerierung und Bilderzeugung enthalten, das Kontextfenster ist mit 32.000 Tokens aber eher klein. Beim Datenschutz wichtig: Solange „Keep Activity“ eingeschaltet ist, kann laut Google ein Teil der Chats von Menschen geprüft werden. Wie Gemini und Claude sich im Detail unterscheiden, steht in Claude vs Gemini 2026: der Vergleich.

Und Copilot, Grok und offene Modelle?

So findest du die beste KI für dich

  1. Deine wichtigste Aufgabe benennen. Was soll die KI vor allem tun? Mails schreiben, Angebote zusammenfassen, Bilder für Social Media, Präsentationen?
  2. Deine Programme anschauen. Arbeitest du in Google oder in Microsoft 365? Dann probier zuerst das Werkzeug, das dort eingebaut ist.
  3. Zwei Werkzeuge parallel testen. Gib zwei kostenlosen Plänen eine Woche lang dieselben echten, harmlosen Aufgaben und vergleich die Ergebnisse.
  4. Den Datenschutz prüfen. Setz bei beiden am ersten Tag den Schalter gegen das Training. Kundendaten gehören nur in einen Geschäftstarif mit Vertrag.
  5. Entscheiden und dabeibleiben. Ein Werkzeug, das du gut kennst, bringt mehr als ständiges Wechseln.

Ein Beispiel aus dem Büroalltag

Ein ausgedachtes, aber typisches Beispiel: Ein kleines Architekturbüro mit vier Leuten arbeitet mit Google Workspace in einem Tarif, der Gemini enthält, und schreibt viele lange Baubeschreibungen. Die Inhaberin testet eine Woche Gemini und Claude mit denselben drei Aufgaben: eine Baubeschreibung kürzen, eine Mail an einen Bauherrn entwerfen, ein Protokoll zusammenfassen. Beide liefern brauchbare Entwürfe. Gemini gewinnt, weil es direkt in Google Docs arbeitet, wo das Team ohnehin schreibt. Die beste KI war hier die, die in den Arbeitsalltag passt.

Worauf du achten solltest

Häufige Fragen

Welche KI ist die beste?

Keine ist in allem die beste. ChatGPT hat den breitesten Funktionsumfang, Claude ist nach meiner Erfahrung stark beim Schreiben und bei langen Unterlagen, Gemini passt am besten zu Google-Nutzern. Entscheide nach deiner wichtigsten Aufgabe und teste zwei Wochen.

Welche KI ist die beste kostenlose?

Für reine Text-Chats ist ChatGPT Free am großzügigsten: Laut OpenAI sind Text-Chats im Alltag unbegrenzt, mit Schutz gegen Missbrauch. Alle Gratis-Pläne im Detail vergleiche ich in KI kostenlos: welche Gratis-KI was kann.

Ist ChatGPT besser als Gemini?

Das hängt von der Aufgabe ab. ChatGPT bietet mehr Funktionen in einem Werkzeug, Gemini ist tiefer in Google-Dienste eingebunden und hat kostenlos ein etwas größeres Kontextfenster. Für die meisten Büroaufgaben liefern beide brauchbare Ergebnisse.

Welche KI eignet sich für den Alltag?

Für Mails, Zusammenfassungen und Umformulierungen reicht jede der drei. Wichtiger als die Wahl ist, dass du sie regelmäßig für echte Aufgaben nutzt und die Ergebnisse prüfst.

Welche KI ist am sichersten für meine Daten?

In den privaten Tarifen kannst du das Training bei allen drei abschalten: bei ChatGPT unter „Improve the model for everyone“, bei Claude unter „Help improve our AI models“, bei Gemini über „Keep Activity“. OpenAI schreibt ausdrücklich, dass es standardmäßig an ist, Anthropic führt es in der Preistabelle als Opt-out. Prüf den Schalter deshalb bei jedem Anbieter am ersten Tag. Für Kundendaten brauchst du unabhängig vom Anbieter einen Geschäftstarif mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Das ist keine Rechtsberatung.

Wie du weitermachst

Schreib dir heute deine drei häufigsten Aufgaben auf und gib sie morgen zwei kostenlosen KI-Chats. Was du dabei beachten musst, steht in KI für Anfänger: was du beachten musst. Als Nächstes lohnt der Blick auf die Grenzen der Gratis-Pläne: KI kostenlos: welche Gratis-KI was kann. Eine gute erste Testaufgabe sind Texte mit KI schreiben. Fachwörter schlägst du in KI-Begriffe einfach erklärt: das Glossar nach. Welche Werkzeuge andere Selbstständige nutzen, besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus vierzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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