Blog · 21. September 2026 · 12 Min. Lesezeit

Skool: kostenlose oder bezahlte Community?

Grafische Titelkarte zum Beitrag „Skool: kostenlose oder bezahlte Community?“ mit einem stilisierten Motiv: Tür mit einem Schild „offen“ und einem Preisschild, davor gabelt sich der Weg und läuft an der Tür wieder zusammen.
Grafik: HumanITy

Auf Skool kannst du eine Community kostenlos anbieten, bezahlt oder beides kombinieren: Skool kennt dafür kostenlose Gruppen, Abos mit Monats- oder Jahrespreis, Freemium, mehrere Preisstufen und Einmalzahlungen. Skool selbst ist für dich als Betreiber nicht kostenlos, du zahlst nach der Testphase den Plan, Stand September 2026 Hobby für 9 $ oder Pro für 99 $ im Monat. Eine kostenlose Community senkt die Hürde und ist sinnvoll, wenn du etwas anderes verkaufst und die Community der Weg dorthin ist. Eine bezahlte Community passt, wenn die Community selbst das Produkt ist und du laufend lieferst: Calls, Vorlagen, Antworten. Wie du dich entscheidest, hängt weniger vom Preis ab als von der Frage, wo deine Käufer kaufen, und dafür gibt es unten fünf Fragen. Wer mit Skool Geld verdienen will, verdient es an Mitgliedsbeiträgen, Kursverkäufen und Provisionen, abzüglich Skools Transaktionsgebühren.

Ich habe beides gemacht. Meine Community Claude Practitioners startete am 28.04.2026 kostenlos und ist seit Mitte August bezahlt. Unten steht, warum, und was eine Kundenanalyse mit kostenlosem und bezahltem Bereich dazu beiträgt. Wie ich die übrige Arbeit an der Community mit meinen KI-Mitarbeitern aufteile, steht in Community Management mit KI-Mitarbeitern.

Was „Skool kostenlos“ heißt und was nicht

Die Frage „Ist Skool kostenlos?“ hat zwei Antworten. Für Mitglieder: Die Plattform kostet sie nichts, sie zahlen nur, was der Betreiber verlangt. Für Betreiber: Skool beginnt mit einer 14-tägigen Testphase, danach läuft ein Plan. Laut Skools Preisseite kostet Hobby 9 $ im Monat mit 10 % Transaktionsgebühr und Pro 99 $ im Monat mit 2,9 %, Stand September 2026. Eine kostenlose Skool-Community heißt also: Deine Mitglieder zahlen nichts, du zahlst den Plan.

Als Preismodelle nennt Skools Hilfezentrum fünf Varianten:

Modell Was es heißt
Free Beitritt ohne Zahlung
Subscription Monats- oder Jahresbeitrag, optional mit 7 Tagen kostenloser Probezeit für Mitglieder
Freemium kostenloser Einstieg, bezahlter Teil
Tiers mehrere bezahlte Preisstufen nebeneinander
One-time Einmalzahlung

Dazu kommt der Einzelkauf von Kursen („Buy now“) im Classroom. Welcher Plan zu welchem Modell passt und was die Gebühren im Detail bedeuten, steht in Skool Kosten: Hobby oder Pro und die Gebühren. Wenn du Skool noch gar nicht kennst, fang mit Skool: was ist das und wie funktioniert es? an.

Mein Weg: kostenlos gestartet, seit Mitte August bezahlt

Claude Practitioners lief vom 28.04.2026 bis Mitte August kostenlos. Am 10.08. habe ich in der Community angekündigt: „Ab dem 17.08. ist diese Community nicht mehr kostenlos.“ Die Begründung stand im selben Beitrag, und sie ist bis heute mein Kern: „Kostenlos = unverbindlich. Und unverbindlich stellt keinen Mitarbeiter ein.“

Gemeint ist: In meiner Community geht es darum, KI-Mitarbeiter in den eigenen Betrieb zu holen. Das ist Arbeit, und der Preis soll die Verbindlichkeit schaffen, mit der man sie anfängt.

Heute gibt es zwei Stufen, Stand 19.09.2026: Standard für 9 $ im Monat zum Selbstlernen und Premium für 45 $ im Monat mit allen KI-Mitarbeitern als fertigen, getesteten Vorlagen, beide monatlich kündbar. Die Community hat über 90 Mitglieder und steht bei 5,0 von 5 Sternen aus 5 Bewertungen.

Skool selbst nennt einen Nebeneffekt: Laut Skools Hilfezentrum reduziert schon eine kleine Gebühr, „as low as $1/year“, Spam „drastically“. Das ist eine Herstellerangabe, aber sie passt zu der Logik, dass ein Preis filtert.

Was ein Kundenfall mit kostenlosem und bezahltem Bereich zeigt

Für eine Coaching-Community aus meinem Kundenkreis mit kostenlosem und bezahltem Bereich haben wir Käufer und Nicht-Käufer verglichen. Die Methode dahinter steht in Buyer Persona mit KI aus Community-Daten. Für die Frage kostenlos oder bezahlt sind vier Muster wichtig:

  • Events verkaufen, der Feed nicht. Kaufentscheidungen bündelten sich an Event-Tagen und im kurzen Fenster danach. Die kostenlose Community allein hat den Verkauf nicht getragen.
  • Viele Käufer blieben im Gratisbereich unsichtbar. Ein großer Teil der Käufer war im kostenlosen Bereich nie sichtbar aktiv. Aktivität dort war also kein Muss für einen Kauf.
  • Ein kleines Angebot fängt Kaufenergie ab. Viele, die das große Angebot nicht kauften, kauften das kleine. Ein Low-Ticket-Einstieg ist deshalb kein neutraler Zusatz, er verschiebt Käufe.
  • Gratis-Mitglieder wollen Anleitung, nicht Delegation. Der Wunsch, dass jemand die Arbeit abnimmt, tauchte in ihren Fragen nicht auf.

Dazu kam: Wer kaufte, entschied schnell, häufig binnen weniger Tage nach der ersten Aktivität. Die Grenzen gehören dazu: Sichtbar waren nur aktive Mitglieder, und „Käufer“ war ein Näherungswert aus der Aktivität im bezahlten Bereich, kein Zahlungsdatensatz. Die Muster gelten für diesen Fall, deine Community kann anders aussehen.

Die Folgerung, die ich daraus ziehe: Eine kostenlose Community ist kein Verkaufsautomat. Sie braucht einen Anlass, an dem gekauft wird, und ein Angebot, das zur Reifestufe der Mitglieder passt.

Kostenlos, bezahlt oder beides: die Entscheidung als Tabelle

Kriterium Eher kostenlos Eher bezahlt Eher beides
Was ist das Produkt? Ein Programm, Coaching oder Kurs außerhalb der Community Die Community selbst, mit laufender Lieferung Community als Einstieg, dazu ein vertiefender Teil
Wo wird gekauft? An Events, Live-Terminen, im Verkaufsgespräch Beim Beitritt An beidem
Was willst du filtern? Möglichst viele erreichen Verbindlichkeit, weniger Spam Beides getrennt steuern
Wie viel Zeit hast du? Genug, um eine offene Gruppe zu moderieren Genug, um laufend zu liefern Für zwei Bereiche
Wie kommen Besucher? Reichweite, Empfehlung Menschen mit klarem Problem Beides

Keine Spalte ist besser. Eine kostenlose Community ist die richtige Wahl, wenn du ein Angebot außerhalb von Skool verkaufst und regelmäßig einen Anlass zum Kauf schaffst. Eine bezahlte Community ist die richtige Wahl, wenn Mitglieder für die laufende Arbeit in der Community bezahlen. Beides zusammen passt, wenn du einen breiten Einstieg willst und einen Bereich für die, die eine Stufe weiter sind.

Fünf Fragen für deine Entscheidung

  1. Was verkaufst du wirklich? Wenn das Geld mit einem Programm außerhalb der Community verdient wird, ist die Community Marketing. Dann darf sie kostenlos sein.
  2. Wo fällt die Kaufentscheidung? Wenn deine Käufer an Events kaufen, brauchst du Events. Wenn sie beim Beitritt kaufen, muss die About-Seite das tragen.
  3. Was verlangt dein Thema von den Mitgliedern? Wenn sie selbst etwas umsetzen müssen, kann ein Preis Verbindlichkeit schaffen. Das war mein Grund.
  4. Hast du ein kleines Angebot im Programm? Dann prüfe, ob es Käufe vom großen Angebot abzieht, bevor du es bewirbst.
  5. Wie kommen Menschen zu dir? Organisch über Website, Empfehlung und Skools Verzeichnis oder über Anzeigen? Bei einem niedrigen Preis ist bezahlte Werbung schwer zu tragen: In meinem 9-$-Test kostete ein zahlendes Neumitglied 100,86 € Werbung. Mehr dazu in Skool-Community mit Meta Ads bewerben.

Wenn du bezahlt startest, entscheidet sich viel in den ersten Tagen nach dem Beitritt. Wie du die gestaltest, steht in Skool Onboarding: die ersten sieben Tage.

Skool Geld verdienen: wie das Geld fließt

Mit Skool Geld verdienen heißt: Mitglieder zahlen dir Beiträge, Stufen oder Einzelkäufe, und Skool behält eine Transaktionsgebühr. Laut Skool sind das im Hobby-Plan 10 % plus 30 Cent je Transaktion, im Pro-Plan 2,9 % plus 30 Cent bis 899 $ und 3,9 % plus 30 Cent darüber. Skools eigenes Rechenbeispiel: Bei 9 $ im Monat bleiben nach Gebühren 8,40 $ im Pro-Plan und 7,80 $ im Hobby-Plan. Preise laufen in US-Dollar, für Mitglieder in der EU schlägt Skool die Umsatzsteuer an der Kasse auf, ausgezahlt wird jeden Mittwoch in deiner Landeswährung auf dein Bankkonto, in Deutschland über Skools neues Auszahlungssystem.

Zwei Posten übersehen viele. Erstens der Growth Boost: Bringt Skool dir über sein eigenes Netzwerk ein zahlendes Mitglied, zahlst du darauf laut Skool standardmäßig 30 % Provision, zusätzlich zur Transaktionsgebühr, solange das Abo läuft. Seit Ende August 2026 kannst du den Satz in Stufen bis 70 % anheben; ein höherer Satz bringt laut Skool mehr Verkehr, bestehende Mitglieder behalten ihren alten Satz. Was die Stufen für deine Marge bedeuten, steht in Skool Growth Boost: bis 70 Prozent bieten. Die Funktion ist standardmäßig eingeschaltet und lässt sich in den Einstellungen unter Discovery abschalten. Zweitens die Affiliates: Im Pro-Plan kannst du Mitglieder am Umsatz beteiligen, wenn sie neue Mitglieder werben. Bei mir bekommen Mitglieder seit dem 21.08.2026 20 %. Unabhängig davon bekommst du laut Skool 40 % der Plangebühr, wenn jemand über deinen Empfehlungslink eine eigene Gruppe gründet.

Skools Betreiber-Wettbewerb Skool Games rankte nach dem Wachstum des Monatsumsatzes, die Preise sind laut Teilnahmebedingungen nur für Einwohner der USA und Kanadas vorgesehen, Deutschland steht ausdrücklich auf der Ausschlussliste. Diese Runde endete laut Skool am 28.06.2026; seit Juli gibt es neue Ranglisten, die Teilnahmebedingungen auf skool.com stehen weiterhin in der alten Fassung (Stand September 2026). Wie viel am Ende hängen bleibt, hängt von Preis, Kündigungen und Gewinnungskosten ab. Ein Versprechen dazu gebe ich nicht. Die Gebühren im Detail stehen in Skool Kosten: Hobby oder Pro und die Gebühren.

Bei mir liest Susi die Zahlen, ich lege den Preis fest

Susi ist meine KI-Mitarbeiterin für Meta Ads und wertet bei mir auch die Kennzahlen aus, die Skools Admin-Dashboard zeigt: Besuche der About-Seite, Beitritte, Konversion, Retention, Quellen. Dazu liest sie die Antworten auf die Beitrittsfragen. Aus beidem bereitet sie vor, was eine Preis- oder Stufenfrage entscheidbar macht, etwa woher Beitritte kommen und was Käufer in ihre Beitrittsantworten schreiben. Die Analyse im Kundenfall mit kostenlosem und bezahltem Bereich hat sie ebenfalls gefahren.

Was sie nicht tut: Preise ändern, Stufen anlegen oder etwas in Skool umstellen. Sie bereitet vor, ich entscheide, und ihre Kampagnen starten im Werbekonto technisch erzwungen pausiert.

Häufige Fragen

Ist Skool kostenlos?

Für Mitglieder ja, sie zahlen nur den Preis, den der Betreiber festlegt, und bei kostenlosen Communities nichts. Für Betreiber nein: Nach einer Testphase von 14 Tagen läuft ein Plan, laut Skool Hobby für 9 $ oder Pro für 99 $ im Monat, Stand September 2026. Eine kostenlose Community kostet also dich den Plan.

Kann ich eine kostenlose und eine bezahlte Community gleichzeitig betreiben?

Ja. Skool bietet dafür Freemium an, also einen kostenlosen und einen bezahlten Plan in derselben Gruppe; Tiers sind dagegen nur bezahlte Stufen. Du kannst auch zwei getrennte Gruppen führen. Entscheidend ist, dass beide Bereiche eine klare Aufgabe haben: Der kostenlose ist Einstieg, der bezahlte liefert die Vertiefung für Mitglieder, die eine Stufe weiter sind.

Wie kann man mit Skool Geld verdienen?

Über Mitgliedsbeiträge, Preisstufen, Einmalzahlungen und den Einzelkauf von Kursen, dazu über Provisionen, wenn du andere an Skool vermittelst. Skool behält je Zahlung eine Transaktionsgebühr, bei Mitgliedern aus dem Skool-Netzwerk zusätzlich die Growth-Boost-Provision, standardmäßig 30 % und wählbar bis 70 %, solange deren Abo läuft. Wie viel übrig bleibt, hängt von Preis, Kündigungen und Gewinnungskosten ab.

Soll ich mit einer kostenlosen Community starten?

Wenn du ein Angebot außerhalb der Community verkaufst, ist ein kostenloser Start sinnvoll, sofern du regelmäßig Anlässe zum Kauf schaffst. Wenn die Community selbst das Produkt ist, spricht mehr für einen Preis ab dem ersten Tag. Ich habe kostenlos begonnen und nach gut dreieinhalb Monaten umgestellt, mit der Begründung: „Kostenlos = unverbindlich.“

Macht eine bezahlte Community weniger Arbeit?

Nicht automatisch. Laut Skool reduziert schon eine kleine Gebühr Spam deutlich, das kann Moderation sparen. Dafür erwarten zahlende Mitglieder laufend etwas: Calls, Antworten, neue Inhalte. Die Arbeit verschiebt sich vom Sortieren zum Liefern. Wie ich einen Teil davon an KI-Mitarbeiter gebe, steht in Community Management mit KI-Mitarbeitern.

Wie du weitermachst

Beantworte die fünf Fragen oben schriftlich, jede in einem Satz. Wenn bei Frage 1 „Programm außerhalb der Community“ steht und bei Frage 2 „an Events“, spricht viel für kostenlos mit klaren Verkaufsanlässen. Wenn beide auf die Community selbst zeigen, setz einen Preis. Wie ich meine Community aufgebaut habe und wie Susi dabei die Zahlen liest, siehst du in Claude Practitioners. Deine Preisfrage kannst du dort in einem Beitrag stellen; meist hat schon jemand dieselbe Entscheidung getroffen.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus vierzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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