Blog › KI-Grundlagen · 29. Oktober 2026 · 10 Min. Lesezeit

Was ist GitHub? Git für Einsteiger

Grafische Titelkarte zum Beitrag „Was ist GitHub? Git für Einsteiger“ mit einem stilisierten Motiv: ein Ordner, aus dem eine Linie mit mehreren Punkten wächst, die sich in einen Seitenzweig teilt und wieder zusammenläuft.
Grafik: HumanITy

Was ist GitHub? GitHub ist eine Plattform im Internet, auf der Git-Projekte liegen und an der Menschen gemeinsam daran arbeiten. Git selbst ist das Programm dahinter: Es speichert jeden Stand deiner Dateien als nachvollziehbare Version, mit Datum, Urheber und kurzer Begründung. Kurz gesagt: Git merkt sich die Versionen, GitHub stellt sie online bereit und bringt Werkzeuge zum Prüfen und Zusammenarbeiten mit. Für Einsteiger reicht der kostenlose Plan von GitHub.

Du musst dafür kein Entwickler sein. Meine KI-Belegschaft liegt selbst in einem Git-Repository: ein Ordner je Mitarbeiter mit Personalakte, Arbeitsanweisungen, Skills, Wissen und Auftragsordnern. Wie das auf einem Server läuft, beschreibe ich in Claude Code auf dem Server betreiben. Weitere Grundlagen rund um KI im Betrieb sammle ich auf der Seite KI-Grundlagen.

Was ist GitHub und was ist Git?

Die beiden Namen klingen ähnlich, meinen aber zwei verschiedene Dinge.

Git ist ein Versionskontrollsystem. GitHub beschreibt das in seiner Doku so: Ein solches System verfolgt die Geschichte der Änderungen, und jede frühere Version eines Projekts lässt sich jederzeit wiederherstellen. Du siehst, was geändert wurde, wer es geändert hat, wann und warum. Git ist laut GitHub das verbreitetste verteilte Versionskontrollsystem. Es läuft auf deinem eigenen Rechner, und jede Kopie eines Projekts enthält die komplette Geschichte.

GitHub ist ein Dienst, der Git-Projekte speichert. Dazu kommen Werkzeuge für die Zusammenarbeit: Diskussionen zu Aufgaben, Änderungsvorschläge und die Prüfung dieser Vorschläge durch andere.

Git GitHub
Was ist es? ein Programm zur Versionskontrolle eine Plattform, die Git-Projekte speichert
Wo läuft es? auf deinem Rechner im Internet, im Browser oder per App
Wofür? Versionen speichern, vergleichen, zurückholen teilen, gemeinsam prüfen, sichern
Geht es ohne das andere? ja nein, GitHub baut auf Git auf

Git funktioniert also auch ohne GitHub. Bei mir zum Beispiel pusht der Git-Sync auf dem Server in unser eigenes Git. Für den Einstieg ist GitHub aber der einfachste Weg, weil du nichts selbst betreiben musst.

Die fünf Begriffe, die du kennen musst

Wer zum ersten Mal mit Git arbeitet, stolpert vor allem über die Fachwörter. Diese fünf reichen für den Anfang. Git für Anfänger heißt im Kern: diese Begriffe verstehen und eine Gewohnheit daraus machen.

Repository

Ein Repository, kurz Repo, ist ein Projektordner mit Gedächtnis. Laut GitHub enthält es alle Dateien und Ordner eines Projekts samt der Versionsgeschichte jeder einzelnen Datei. Du kannst ein Repository öffentlich oder privat anlegen. Öffentliche sieht jeder im Internet, private nur du und die Personen, denen du ausdrücklich Zugriff gibst.

Commit

Ein Commit ist ein gespeicherter Stand. GitHub vergleicht ihn mit dem Speichern einer bearbeiteten Datei, nur dass Git zu jedem Commit festhält, welche Änderungen es waren, wann sie gemacht wurden und von wem. Zu jedem Commit gehört eine kurze Nachricht, die beschreibt, was sich geändert hat. Genau diese Nachrichten machen später den Unterschied: Du findest den Stand von letzter Woche, ohne Dateien wie „Angebot_final_neu2“ zu sammeln.

Branch

Ein Branch ist ein Seitenzweig deines Projekts. Laut GitHub ist das eine parallele Version innerhalb des Repositorys, die den Hauptzweig nicht berührt. Du probierst dort etwas aus, und wenn es nichts taugt, bleibt der Hauptstand unverändert.

Merge

Ein Merge führt einen Branch wieder mit einem anderen zusammen. Die Änderungen aus dem Seitenzweig landen dann im Hauptzweig.

Pull Request

Ein Pull Request ist ein Änderungsvorschlag: die Bitte, die Änderungen aus einem Branch in einen anderen zu übernehmen. GitHub nennt ihn seine zentrale Funktion für die Zusammenarbeit. Im Pull Request siehst du, welche Zeilen sich geändert haben, kannst kommentieren und entscheidest dann, ob du zusammenführst.

Zwei Wörter hörst du dazu ständig: Push lädt deine lokalen Commits zu GitHub hoch, Pull holt neue Commits von dort auf deinen Rechner.

Wofür du als Unternehmer Git brauchst

Git kommt aus der Softwareentwicklung. Seit KI-Werkzeuge Dateien selbst ändern, ist es aber auch für Unternehmer ohne Entwicklerhintergrund nützlich.

Arbeiten mit Claude Code. Claude Code kann Dateien ändern und Befehle ausführen. In meiner Claude Code Anleitung für Einsteiger rate ich deshalb, bei wichtigen Ordnern eine Versionskontrolle wie Git zu nutzen. Geht etwas schief, holst du den letzten guten Stand zurück. Für Claude Code im Web ist GitHub sogar Voraussetzung: Claude klont dort dein Repository, arbeitet in der Cloud und schiebt einen Branch zurück, den du im Browser prüfst und als Pull Request anlegst.

Versionen von Texten und Anweisungen. Git speichert nicht nur Programmcode. Jede Textdatei lässt sich versionieren, also auch Arbeitsanweisungen für KI-Mitarbeiter, Vorlagen oder Wissensdateien. Ein Beispiel: Du passt die Anweisung an, nach der deine KI Angebote formuliert, und merkst zwei Wochen später, dass die alte Fassung besser war. Mit Git siehst du genau, was du geändert hast, und holst die alte Fassung mit einem Schritt zurück.

Mehrere Rechner, ein Stand. Bei mir arbeiten fünf KI-Mitarbeiter auf einem Server, ich selbst auf dem Mac. Alle 15 Minuten committet ein Timer die Ordner der Mitarbeiter auf dem Server, holt Änderungen und pusht sie. So sind Mac und Server im Repository identisch. Bei einem Konflikt bricht der Sync ab und schreibt einen Brief, statt etwas zu überschreiben. Wie ein solcher Mitarbeiter-Ordner aufgebaut ist, zeige ich in KI-Mitarbeiter erstellen: so startest du.

Eine Regel gilt dabei immer: Passwörter und API-Schlüssel gehören nie unverschlüsselt in ein Repository. Was ein API-Schlüssel ist und warum er geheim bleibt, erkläre ich in Was ist eine API? Schnittstelle erklärt.

Was GitHub kostet

GitHub bietet laut eigener Doku kostenlose und bezahlte Pläne. Mit GitHub Free für persönliche Konten arbeitest du mit unbegrenzt vielen Mitwirkenden an unbegrenzt vielen öffentlichen Repositorys mit vollem Funktionsumfang und an unbegrenzt vielen privaten Repositorys mit eingeschränktem Funktionsumfang.

Die bezahlten Pläne Pro (für Einzelpersonen) und Team (für Organisationen) bringen unter anderem E-Mail-Support und in privaten Repositorys Funktionen wie geschützte Branches und Pflicht-Prüfer für Pull Requests. Für deine ersten Schritte mit Arbeitsanweisungen, Texten und Claude Code brauchst du das nicht. Die aktuellen Preise nennt GitHub auf seiner Preisseite, auf die die Doku verweist.

So fängst du an

  1. Konto anlegen. Registriere dich auf github.com mit dem kostenlosen Plan.
  2. Privates Repository erstellen. Neue Repositorys legst du laut Doku unter github.com/new an. Wähle „Private“, wenn nur du es sehen sollst.
  3. Ein Werkzeug wählen. GitHub Desktop ist laut GitHub eine kostenlose Open-Source-App mit grafischer Oberfläche. Für Einsteiger ist sie oft leichter als die Kommandozeile.
  4. Den ersten Commit machen. Lege eine Textdatei an, zum Beispiel die Anweisung für einen KI-Mitarbeiter, und speichere sie mit einer kurzen Nachricht als Commit.
  5. Eine Gewohnheit daraus machen. Nach jeder sinnvollen Änderung ein Commit mit einem Satz, was und warum. Mehr braucht es am Anfang nicht.

Häufige Fragen

Ist GitHub kostenlos?

Ja, es gibt GitHub Free. Damit legst du unbegrenzt viele öffentliche und private Repositorys an, private allerdings mit eingeschränktem Funktionsumfang. Bezahlte Pläne erweitern vor allem die Funktionen für Teams und private Repositorys.

Brauche ich GitHub, um Git zu nutzen?

Nein. Git läuft auf deinem Rechner und funktioniert auch ganz ohne Online-Dienst. GitHub ist einer von mehreren Orten, an denen du ein Repository online ablegen kannst.

Sind meine Dateien auf GitHub öffentlich?

Nur wenn du das Repository öffentlich anlegst. Ein privates Repository sehen nur du und die Personen, denen du ausdrücklich Zugriff gibst.

Was ist der Unterschied zwischen Commit und Push?

Ein Commit speichert einen Stand in der Geschichte deines Projekts auf deinem Rechner. Ein Push lädt diese Commits zu GitHub hoch. Erst danach liegen sie online.

Muss ich programmieren können, um Git zu verwenden?

Nein. Mit GitHub Desktop klickst du dich durch eine grafische Oberfläche, und für Texte und Anweisungen reichen die fünf Begriffe oben. In Claude Code im Web übernimmt Claude Branch und Push selbst, du prüfst das Ergebnis.

Ist GitHub dasselbe wie GitHub Copilot?

Nein. GitHub ist die Plattform für Repositorys, Copilot ist ein KI-Assistent zum Programmieren. Wie er sich gegen Claude Code schlägt, steht in Claude Code vs GitHub Copilot im Vergleich.

Wie du weitermachst

Leg dir ein privates Repository an und lege eine einzige Datei hinein, die du regelmäßig änderst, zum Beispiel deine wichtigste Arbeitsanweisung. Nach einer Woche siehst du in der Geschichte, wie sie sich entwickelt hat. Wenn du danach mit KI direkt in deinen Dateien arbeiten willst, starte mit der Claude Code Anleitung für Einsteiger. Was hinter Programmen steckt, die per Anweisung entstehen, erkläre ich in Vibe Coding: was es ist und für wen es taugt. Wie andere ihre Ordner und Repositorys organisieren, besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus vierzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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