An sevDesk anschließen lässt sich auf drei Ebenen, und die Reihenfolge entscheidet über den Aufwand. Die erste Ebene steckt schon im Konto: Bankverbindung, Zugang für die Steuerkanzlei samt DATEV-Export, Umsatzsteuervoranmeldung ans Finanzamt. Dafür brauchst du nichts außer deinen Zugangsdaten. Die zweite Ebene sind Integrationen, die du unter Erweiterungen dazubuchst: Shopify für den eigenen Shop, Billbee als Brücke zu Amazon und eBay, dazu Zeiterfassung, CRM und Zahlungsdienste. Die dritte Ebene ist die REST-API, die Programmierschnittstelle für eigene Software. Sie ist der einzige Weg, der Programmierkenntnisse verlangt, und sie hängt am Tarif Buchhaltung Pro: Dafür wies die Preisseite beim Abruf am 20. September 2026 einen Listenpreis von 34,90 Euro netto im Monat bei monatlicher Zahlung aus, durchgestrichen zugunsten einer laufenden Rabattaktion. Die Faustregel lautet deshalb: Prüf erst die beiden unteren Ebenen. Zur API greifst du, wenn deine eigene Software Kontakte, Angebote oder Rechnungen in sevDesk anlegen soll.
Eins vorweg, weil es zur Sache gehört: Bei mir läuft nicht sevDesk, sondern Lexware Office, und mein KI-Mitarbeiter arbeitet auf dessen Schnittstelle. Wie das aussieht, steht in Lexoffice anbinden: die wichtigsten Wege, und der Weg vom Posteingang bis zum fertigen Entwurf in KI-Agent für Buchhaltung und Postfach. Dieser Beitrag beschreibt sevDesk so, wie es der Anbieter dokumentiert, und zeigt am Ende, wie derselbe Ablauf über einen selbst gebauten Adapter erreichbar ist. Das Konzept dahinter findest du unter KI-Mitarbeiter einstellen.
Ebene 1: Was schon im Konto steckt
Drei Verbindungen musst du nicht dazukaufen, sie gehören zu den kostenpflichtigen Tarifen.
Das Bankkonto. Die Online-Banking-Verknüpfung ist laut Preisseite ab dem Tarif Buchhaltung enthalten; sevDesk gibt an, über 4.000 Banken und Neobanken zu unterstützen. Damit landen Umsätze im Konto und lassen sich Zahlungen den Rechnungen zuordnen.
Die Steuerkanzlei. Du lädst sie mit ihrer E-Mail-Adresse ein, unter Erweiterungen und Integrationen oder über Steuern und „Mein Steuerberater". Die Kanzlei richtet sich im kostenfreien Steuerberaterportal einen Zugang ein und bekommt laut Hilfeartikel „in Echtzeit Zugriff auf alle deine buchungsrelevanten Daten", kann Auswertungen und den DATEV-Export selbst ziehen und laufende Buchungen korrigieren. Eine Möglichkeit, diesen Zugriff auf einzelne Bereiche zu beschränken, nennt der Artikel nicht. Behandle die Einladung deshalb als das, was sie ist: eine bewusste Freigabe an einen Vertragspartner, nicht als kleinen Haken in den Einstellungen.
Der Weg zum Finanzamt und zur Kanzleisoftware. Die Umsatzsteuervoranmeldung lässt sich direkt aus sevDesk an das Finanzamt senden, über „Überprüfen und Versenden". Für die Kanzlei nennt das Integrationsverzeichnis den DATEV-Rechnungsdatenservice, ADDISON OneClick und steuerberaten.de, und die Preisseite führt den DATEV- und ADDISON-Export in allen kostenpflichtigen Tarifen. Welcher dieser Wege der richtige ist, sagt dir nicht die Software, sondern deine Kanzlei.
Ebene 2: Integrationen, die du dazubuchst
Das Partnerverzeichnis sortiert die Anbindungen in vierzehn Kategorien, darunter Banking, E-Commerce, Handwerk, CRM, Zeiterfassung und Steuern. Das ist der Bereich, in dem die meisten Fälle enden, ohne dass jemand etwas programmiert.
Für den Handel ist ein Punkt wichtig, weil er oft falsch erwartet wird: Shopify ist als eigene Integration gelistet, Amazon und eBay dagegen kommen über Billbee herein. Der Marktplatz hängt also nicht direkt an sevDesk, sondern an einem Zwischendienst, der Bestellungen einsammelt und Rechnungen daraus baut. Was das für die Praxis bedeutet, vor allem für die Frage, wer merkt, wenn eine Bestellung nie ankommt, steht in Amazon-Rechnungen automatisch erstellen.
Vor jeder Integration lohnen drei Fragen. Liest der Dienst nur, oder schreibt er auch? Wo entsteht die Rechnungsnummer, und entsteht sie an genau einer Stelle? Und wer zieht nach, wenn eine Seite etwas ändert? Bei einer gebuchten Integration ist das der Anbieter, bei einer selbst gebauten du.
Ebene 3: Die Programmierschnittstelle
Eine Programmierschnittstelle ist eine Tür für Programme statt für Menschen. Statt im Browser auf „Neue Rechnung" zu klicken, schickt deine Software eine Nachricht an eine Adresse bei sevDesk und bekommt eine Antwort. Vier Begriffe reichen, um mitzureden.
- Endpunkt: die Adresse für eine bestimmte Sache. Die Basisadresse lautet
https://my.sevdesk.de/api/v1, dahinter steht die Ressource, also /Contact für Kontakte, /Invoice für Rechnungen, /Order für Angebote.
- API-Token: ein langes Passwort, mit dem sich dein Programm ausweist. Bei sevDesk ist das eine Zeichenfolge aus 32 Zeichen, die bei jeder Anfrage im Kopf der Nachricht mitgeschickt wird.
- Statuscode: die kurze Antwort, ob es geklappt hat. 200 heißt erledigt, 201 heißt angelegt, 401 heißt falscher oder fehlender Token, 403 heißt keine Berechtigung.
- Belegstatus: die Zahl, die sagt, wie weit ein Dokument ist. In sevDesk steht 100 für Entwurf, 200 für versendet beziehungsweise offen, 1000 für bezahlt.
Angebote heißen in der Schnittstelle übrigens nicht Angebot, sondern Order, unterschieden durch ein Kürzel: AN für das Angebot, AB für die Auftragsbestätigung, LI für den Lieferschein. Auch sie haben eigene Stationen, unter anderem 300 für abgelehnt und 500 für angenommen, und wer daraus eine Rechnung erzeugen will, findet dafür einen eigenen Aufruf.
Den Token findest du unter Erweiterungen und Integrationen, je nach Tarif auch unter Erweiterungen und API.
Wo sich sevDesk und Lexware Office unterscheiden
Beide Werkzeuge lösen dieselbe Aufgabe, aber an drei Stellen, die für eine Automatisierung zählen, sind sie verschieden gebaut. Die Lexware-Seite steht in Lexoffice anbinden: die wichtigsten Wege.
Die Preisangabe ist die Momentaufnahme vom Abrufdatum, Tarife und Aktionen ändern sich. Die mittleren drei Zeilen sind der Unterschied im Alltag: Der sevDesk-Token kennt keine feinen Rechte, und eine angebundene Software kann eine Rechnung nicht nur anlegen, sondern über den Versand-Aufruf direkt beim Kunden im Postfach ablegen. Praktisch, und genau deshalb ist der nächste Abschnitt wichtig.
Der Token ist so heikel wie der Zugang zum Bankkonto
Für sevDesk ist ein Programm mit deinem Token nicht von dir zu unterscheiden. Es kann Kontakte lesen, Belege anlegen und Rechnungen verschicken. Und weil der Token unbegrenzt gültig ist, läuft ein abhandengekommener nicht irgendwann von selbst aus.
Wo er hingehört. Der Token ist ein Passwort und wird wie eines behandelt: Passwortmanager statt Dokument, Umgebungsvariable statt Quelltext. Die drei Orte, an denen er in der Praxis landet und nicht landen darf, sind der Chatverlauf mit dem Entwickler, die Mail mit dem Betreff „Zugänge" und das öffentliche Code-Verzeichnis.
Wie du den Zugriff eingrenzt. Einzelrechte je Token sieht die Dokumentation nicht vor, also arbeitest du mit dem, was es gibt. Laut Spezifikation hat jeder Administrator genau einen Token, und weitere Benutzer sind als Add-on buchbar, laut Preisseite für 5,90 Euro im Monat mit „definierten Zugriffsrechten" (abgerufen 20.09.2026). Ein eigener Zugang für die Anbindung bringt damit Zuordnung und einen Schalter: Du siehst, wer was angelegt hat, und du kannst genau diesen Zugang stilllegen, ohne deinen eigenen anzufassen. Was er nicht bringt, ist eine Rechtebegrenzung. Der Token hängt laut Spezifikation am Administrator, und ein Administrator darf alles. Verwechsle diesen Aufbau deshalb nicht mit dem Prinzip der kleinsten Rechte, bei dem ein Zugang nur das kann, was seine Aufgabe verlangt. Das gibt die veröffentlichte Schnittstelle nicht her, und deshalb trägt hier etwas anderes.
Dein Notausgang. Ein neuer Token lässt sich erzeugen und mit dem Passwort bestätigen; der alte gilt dann nicht mehr. Zwei Dinge gehören dazu: Der Token wird nach dem Erzeugen nicht noch einmal ausgegeben, also kopier ihn sofort an seinen Platz. Und die Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, den zugehörigen Benutzer nicht zu löschen, weil der Token an ihm hängt.
Warum der Entwurf der sichere Start ist. Ein Beleg im Status 100 ist ein Entwurf und noch änderbar, ab 200 gilt er als versendet. Wichtig daran: Der Status ist beim Anlegen einer Rechnung ein Pflichtfeld, er entsteht also nicht von selbst, sondern deine Software setzt ihn. Sie kann damit genauso gut direkt 200 schreiben. Dazu kommt die deutlichste Warnung der Dokumentation: Der Aufruf zum Mailversand markiert die Rechnung automatisch als versendet, und sevDesk schreibt dazu, dass sie im Echtbetrieb danach nicht mehr geändert werden darf. Dieser Status sagt dabei nur, dass der Versand ausgelöst wurde, nicht, dass die Mail angekommen ist. Protokollier deshalb beides getrennt: die Statusänderung in sevDesk und die Zustellung im Protokoll deines Mailwegs. Sonst steht eine Rechnung auf versendet, die nie ankam. Für einen internen Probeausdruck gibt es eine eigene Einstellung, die den Beleg als Entwurf erzeugt, ohne den Status zu ändern und ohne Buchungen auszulösen. Genau die nimmst du beim Einrichten.
Die Reihenfolge für jede Anbindung lautet damit: erst ein Test-Entwurf, den du in der Oberfläche anschaust, dann der Echtbetrieb, das Versenden bleibt beim Menschen. Ein Zurücksetzen auf Entwurf ist zwar vorgesehen, aber nur aus dem Status offen heraus, und ein festgeschriebener Beleg lässt sich laut Dokumentation gar nicht mehr ändern. Diese Aufteilung ist die eigentliche Sicherheitsarchitektur. Welche Daten du überhaupt an Dritte gibst und wie du das regelst, wenn KI im Spiel ist, klärt KI und Kundendaten: Datenschutz im Alltag.
Wie ein KI-Mitarbeiter darauf arbeitet
Anton, mein KI-Mitarbeiter für Angebote und Rechnungen, baut aus einem ausgewerteten Erstgespräch ein Angebots-PDF in meinem Design, rechnet Netto, Umsatzsteuer und Brutto selbst nach und prüft das fertige Dokument, bevor es jemand sieht. Bei einer Zusage legt er Kontakt, Angebot und Rechnung als Entwurf im Buchhaltungs-Tool an. Sein natives Werkzeug ist Lexware Office, und dort läuft er bei mir im Echtbetrieb; für andere Buchhaltungs-Tools ist der Adapter-Weg vorgesehen, also eine eigene Anbindung nach demselben Muster. Für sevDesk heißt das: Der Ablauf ist derselbe, die Verbindung baust du, und der Aufwand dafür steht oben unter Ebene 3. Bauen heißt dabei nicht allein bauen. Den Adapter setzt du zusammen mit mir oder den Leuten aus der Community auf, in den Calls oder mit einer Frage in einem Posting.
Drei Regeln bleiben dabei fest, und bei sevDesk zahlen sie sich besonders aus, weil dort der Versand-Aufruf direkt an der Schnittstelle hängt. Er entwirft, der Mensch gibt frei. Er verschickt und finalisiert nichts ungefragt, sondern nennt erst die Folgen und will ein klares Ja. Und ohne Preisquelle kein Preis: Stehen zwei verschiedene Preise für dieselbe Leistung in den Unterlagen, kommen beide mit Fundstelle auf den Tisch.
Was auf der Rechnung am Ende dieser Kette stehen muss, klären Rechnung schreiben als Kleinunternehmer und E-Rechnungspflicht: wer, ab wann, Ausnahmen. Das ist die Rechtslage, wie sie dort belegt ist, und keine Steuerberatung für deinen Einzelfall.
Häufige Fragen
In welchem Tarif ist die sevDesk-API enthalten?
Im Tarif Buchhaltung Pro. Der Hilfebereich nennt ihn als Voraussetzung, die Preisseite listet die REST-API unter dessen Funktionen und wies am 20. September 2026 einen Listenpreis von 34,90 Euro netto im Monat bei monatlicher Zahlung aus, damals mit laufender Rabattaktion. Das ist der Stand vom Abruftag; für die Schnittstelle selbst fallen laut Hilfebereich keine zusätzlichen Kosten an.
Wo finde ich meinen sevDesk-API-Token?
Unter Erweiterungen und Integrationen im Bereich „API-Token für Integrationen", per Klick auf „Einblenden", je nach Tarif auch unter Erweiterungen und API. Zum Anzeigen musst du dein Zugangspasswort eingeben.
Kann ich Amazon oder eBay direkt an sevDesk anbinden?
Nicht direkt. Im Integrationsverzeichnis laufen Amazon und eBay über Billbee, Etsy über Billbee oder Kassenklingeln, Stripe über miraclesync. Shopify ist dagegen als eigene Integration gelistet.
Kann ich den Zugriff meiner Steuerkanzlei einschränken?
Der Hilfeartikel zum Steuerberater-Zugang beschreibt Echtzeit-Zugriff auf alle buchungsrelevanten Daten und nennt keine Einschränkung auf einzelne Bereiche. Geh davon aus, dass die Einladung vollständige Einsicht freigibt, und vergib sie nur an deine Kanzlei.
Verschickt die Schnittstelle Rechnungen selbst?
Ja, dafür gibt es einen eigenen Aufruf, und genau da ist aufzupassen: Er markiert die Rechnung automatisch als versendet, und sevDesk weist darauf hin, dass sie danach im Echtbetrieb nicht mehr geändert werden darf. Der Status belegt dabei nur den ausgelösten Versand, nicht die Zustellung, also protokollier beides getrennt. Lass das Versenden beim Menschen.
Bekomme ich eine Meldung, wenn sich in sevDesk etwas ändert?
Die veröffentlichte Schnittstellenbeschreibung führt keinen Webhook-Endpunkt auf. Das ist ein Befund über diese Dokumentation, nicht über das ganze Produkt: Ob es an anderer Stelle eine Ereignismeldung gibt, fragst du beim Anbieter. Für den dokumentierten Weg heißt es, deine Anwendung fragt selbst nach. Plane dafür einen regelmäßigen, sparsamen Abruf ein.
Wie du weitermachst
Geh die drei Ebenen von unten nach oben durch: Steckt dein Fall schon im Konto? Steht er im Integrationsverzeichnis? Erst wenn beides nein ist, bist du bei der API. Dann klär vorher drei Punkte: den Tarif, in dem du bist, den Ort für den Token, und einen ersten Lauf, der nur Entwürfe erzeugt und nichts verschickt.
Welche Aufgaben sich in deinem Betrieb überhaupt abgeben lassen, klärt Welche Aufgaben du an KI abgeben kannst, und wie das bei einem Ein-Personen-Betrieb aussieht, steht in KI für Selbstständige: was sich lohnt. Den fertigen Angebots- und Rechnungs-Mitarbeiter samt Kurs und Adapter-Weg gibt es in meiner Community Claude Practitioners. Wenn du bei einem der drei Punkte hängst, stell ihn dort in ein Posting oder bring ihn in den nächsten Call mit.