Claude Code Befehle sind kurze Kommandos, die mit einem Schrägstrich beginnen und Claude Code innerhalb einer Sitzung steuern, zum Beispiel /model für den Modellwechsel oder /resume für ein altes Gespräch. Du tippst / in das Eingabefeld und siehst sofort die Befehle, die dir zur Verfügung stehen. Für den Einstieg reichen 15 Befehle, die ich dir hier mit Tabelle und kurzer Erklärung zeige.
Claude Code ist das Werkzeug von Anthropic, mit dem Claude direkt in deinen Dateien arbeitet, im Terminal, in der Desktop-App oder im Editor. Ich arbeite täglich damit. Meine vierzehn KI-Mitarbeiter laufen auf Claude Team, manche auch auf offenen Modellen oder über die API. Alle Angaben zu den Befehlen stammen aus der offiziellen Befehlsreferenz von Anthropic, abgerufen am 26.10.2026. Wenn du Claude Code noch nicht eingerichtet hast, fang mit Claude Code: Anleitung für Einsteiger an. Alle Grundlagen zu KI sammle ich auf der Seite KI-Grundlagen.
Was ein Befehl in Claude Code ist
Eine Sitzung ist ein laufendes Gespräch mit Claude Code in einem Ordner. Darin schreibst du normale Nachrichten, und Claude arbeitet. Ein Befehl ist etwas anderes: Er steuert Claude Code selbst, etwa welches Modell läuft oder ob das Gespräch neu beginnt. Weil Befehle mit / anfangen, heißen sie auch Slash-Befehle (englisch slash commands).
Drei Regeln aus der Doku helfen beim Lesen jeder Befehlsliste:
- Ein Befehl zählt nur am Anfang deiner Nachricht. Was danach kommt, gibt Claude Code dem Befehl als Zusatzangabe mit, zum Beispiel
/rename angebot-schmidt.
- Schickst du einen Befehl, während Claude antwortet, stellt Claude Code ihn hinten an und führt ihn nach der laufenden Antwort aus. Ein paar Befehle wie
/usage laufen sofort.
- Nicht jeder Befehl erscheint bei jedem. Laut Anthropic hängt das von Betriebssystem, Plan und Umgebung ab.
Für den Start: /help, /init und /memory
/help ist der Befehl, den du dir als Erstes merkst. Er zeigt, was es gibt.
/init legt in einem neuen Projekt eine erste CLAUDE.md an. Das ist eine Textdatei mit Anweisungen, die Claude Code bei jedem Start liest, also deine Hausordnung für dieses Projekt. Mit /memory bearbeitest du sie später und siehst, was Claude sich mit Auto Memory selbst notiert hat. Wie eine gute erste Hausordnung aussieht, steht im Abschnitt „CLAUDE.md als erste Hausordnung“ meiner Anleitung für Einsteiger. Wie sich CLAUDE.md und AGENTS.md vertragen, erkläre ich in CLAUDE.md vs AGENTS.md: was überlebt.
Während der Arbeit: /model, /plan und /permissions
Mit /model wechselst du das Modell. Ohne Zusatz öffnet sich eine Auswahl. Wichtig für Einsteiger: Der Wechsel wird laut Doku als Standard für neue Sitzungen gespeichert. Willst du nur für die laufende Sitzung wechseln, drückst du in der Auswahl auf einer Zeile die Taste s. Welche Modelle es gibt, steht in Claude Modelle: Opus, Sonnet, Haiku, Fable.
/plan schaltet in den Plan-Modus, bevor eine größere Änderung kommt. Im Plan-Modus liest Claude Dateien und schreibt einen Plan, ändert aber nichts an deinen Dateien. Gibst du gleich eine Beschreibung mit, etwa /plan Kundenliste nach PLZ sortieren, beginnt Claude direkt mit dieser Aufgabe. /permissions öffnet die Regeln, was Claude ohne Rückfrage tun darf. Was die Rechte und die Sandbox im Einzelnen bedeuten, steht in Claude Code Sicherheit: Rechte und Sandbox.
Wenn das Gespräch lang wird: /context, /compact und /clear
Alles, was Claude in einer Sitzung vor sich hat, heißt Kontext. Er ist begrenzt. Was das genau bedeutet, erkläre ich werkzeugneutral in Kontext und Kontextfenster bei KI erklärt.
/context zeigt dir, was gerade Platz belegt, und schlägt vor, wo du sparen kannst. Mit /context all siehst du jeden Posten einzeln.
/compact fasst das bisherige Gespräch zusammen und macht so Platz, ohne dass das Gespräch endet. Du kannst einen Schwerpunkt mitgeben, damit das Wichtige in der Zusammenfassung bleibt.
/clear beginnt ein neues Gespräch mit leerem Kontext. Laut Doku bleibt die Hausordnung des Projekts dabei erhalten. Das alte Gespräch ist nicht weg: Du holst es mit /resume zurück.
Zwischen Sitzungen: /resume, /rename und /rewind
/resume öffnet eine Auswahl deiner früheren Gespräche. Damit du dort etwas wiederfindest, gibst du Sitzungen mit /rename einen Namen, zum Beispiel /rename rechnungsvorlage. Auch /clear nimmt einen Namen an, dann heißt das alte Gespräch in der Auswahl so.
/rewind ist der Rückwärtsgang. Du setzt das Gespräch, den Code oder beides auf einen früheren Punkt zurück. Laut Doku kannst du damit auch nur einen Teil des Gesprächs ab einer gewählten Nachricht zusammenfassen.
Wenn etwas hakt: /diff, /usage und /doctor
Mein häufigster Fehler am Anfang war, Änderungen einfach durchzuwinken, ohne sie zu lesen. Dafür gibt es /diff: Es zeigt, was sich in deinem Ordner geändert hat, auch das, was Claude bearbeitet hat.
/usage zeigt, was die Sitzung verbraucht hat und wo du bei den Limits deines Plans stehst. /doctor prüft deine Einrichtung, findet Fehler in Installation, Einstellungen und CLAUDE.md und schlägt Lösungen vor, die Claude erst nach deiner Bestätigung umsetzt.
Befehle für Erweiterungen
Sobald du Claude Code erweiterst, kommen weitere Befehle dazu. Sie gehören nicht zu den ersten 15, du triffst sie aber schnell:
Eigene Befehle legst du laut Doku als Skills an. Wie Skills, Subagents und Agents zusammenhängen, steht in Claude Subagents, Skills und Agents. Welche Erweiterung wofür da ist, ordne ich in Claude Code Erweiterungen: was ist was? ein.
Vier Tastenkürzel, die du kennen solltest
Neben den Befehlen helfen dir vier Tasten laut der Doku zum interaktiven Modus:
Esc stoppt die laufende Antwort, damit du umsteuern kannst. Was Claude bis dahin erledigt hat, bleibt.
Esc zweimal leert bei Text im Eingabefeld den Entwurf. Bei leerem Feld öffnet es das Menü zum Zurückspulen, wie /rewind.
Shift+Tab wechselt der Reihe nach zwischen den Freigabe-Modi, vom normalen Modus über das automatische Annehmen von Änderungen bis zum Plan-Modus.
! am Anfang führt einen Befehl direkt in der Kommandozeile aus, zum Beispiel ! ls, und Claude antwortet auf das Ergebnis.
Worauf du achten solltest
- Listen im Netz veralten schnell. Ein Beispiel aus der Doku:
/agents öffnete bis Version 2.1.197 ein eigenes Menü, heute erinnert der Befehl nur daran, Claude um einen Subagent zu bitten. Im Zweifel gilt, was /help bei dir zeigt.
- Fehlt ein Befehl, ist das oft kein Fehler. Manche Befehle gibt es nur auf bestimmten Plänen oder Systemen.
Häufige Fragen
Wie sehe ich alle Claude Code Befehle?
Tipp / in das Eingabefeld. Claude Code zeigt dann alle Befehle, die dir zur Verfügung stehen, und filtert die Liste, sobald du weitere Buchstaben tippst. /help zeigt die Hilfe mit den verfügbaren Befehlen.
Wie setze ich ein altes Gespräch fort?
Mit /resume. Ohne Zusatz öffnet sich eine Auswahl deiner früheren Gespräche, mit einem Namen oder einer ID springst du direkt hinein. Gib wichtigen Sitzungen vorher mit /rename einen Namen, dann findest du sie leichter.
Kann ich eigene Befehle anlegen?
Ja. Eigene Befehle sind laut Anthropic Skills: eine Datei mit Anweisungen, die du dann mit /name aufrufst. Claude Code bringt selbst schon einige solcher mitgelieferten Skills mit, zum Beispiel /doctor.
Warum fehlt bei mir ein Befehl aus einer Anleitung?
Entweder gibt es ihn auf deinem Plan, System oder in deiner Version nicht, oder die Anleitung ist veraltet. Claude Code blendet Befehle aus, die dir nicht zur Verfügung stehen. Tippst du ihn trotzdem ein, meldet es einen unbekannten Befehl.
Wie du weitermachst
Starte deine nächste Sitzung mit /help, benenne sie mit /rename und schau einmal mit /context, was schon geladen ist, bevor du die erste Aufgabe gibst. Wenn dir die Grundlagen von Claude Code noch fehlen, ist Claude Code: Anleitung für Einsteiger der Schritt davor. Wie andere ihre Sitzungen und KI-Mitarbeiter organisieren, besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.