6. November 2026 · 12 Min. Lesezeit

Quiz-Funnel bauen: Engpass-Check als Beispiel

Grafische Titelkarte zum Beitrag „Quiz-Funnel bauen: Engpass-Check als Beispiel“ mit einem stilisierten Motiv: drei Fragekarten mit Auswahlpunkten, von denen Pfeile zu einer Ergebniskarte mit Häkchen führen.
Grafik: HumanITy

Ein Quiz-Funnel ist eine kurze Strecke aus Fragen, einer Auswertung und einer Ergebnisseite, an deren Ende genau ein nächster Schritt steht: eine Eintragung, ein Termin oder ein Kauf. Statt einer PDF gegen eine E-Mail-Adresse bekommt dein Besucher eine Antwort auf seine eigene Lage. Bauen kannst du ihn mit Formular-Werkzeugen wie Typeform oder Tally, mit Quiz-Spezialisten wie ScoreApp oder als eigene Seite auf deiner Website, zum Beispiel mit Claude Code. Vier Bausteine entscheiden: Fragen, die auf eine Auswertung hinführen, eine nachvollziehbare Auswertung, eine Ergebnisseite mit einem einzigen nächsten Schritt und eine Einwilligung, an der das Ergebnis nicht hängt.

Mein Beispiel ist der Engpass-Check auf kevinwelter.com, live auf Deutsch und auf Englisch. Die Website, auf der er läuft, baut und betreut Ralf, mein KI-Mitarbeiter für Websites (Website mit KI erstellen und modernisieren). Wo der Quiz-Funnel im Weg vom ersten Kontakt bis zum Kauf sitzt, steht in Marketing-Funnel: Stufen am echten Beispiel. Alle Beiträge zum Thema sammelt die Übersicht Leads gewinnen.

Quiz-Funnel: was er ist und wann er besser zieht als ein PDF

Ein PDF verspricht Wissen, ein Quiz verspricht eine Einordnung. Das ist der ganze Unterschied, und er entscheidet, was besser passt. Die Tabelle ist eine Faustregel aus dem Aufbau beider Formate, keine Messung.

Lage deines Besuchers Quiz PDF, Checkliste, Vorlage
Er weiß nicht, wo er steht oder womit er anfangen soll passt: Er bekommt seine eigene Antwort schwach: Er muss sich selbst einordnen
Er weiß, was er will, und sucht ein Werkzeug Umweg passt: Vorlage zum Mitnehmen
Deine Antwort hängt von wenigen Angaben ab (Größe, Zeitaufwand, Ziel) passt wird lang, weil jeder Fall drinstehen muss
Du willst wissen, wer sich einträgt passt: Das Ergebnis sagt dir, wo es hakt du weißt nur, was heruntergeladen wurde

Dazu siehst du, welche Ergebnisse häufig herauskommen: Stoff für deine nächsten Beiträge, Mails und Angebote.

Aufbau eines Quiz-Funnels in fünf Bausteinen

1. Das Versprechen. Die Startseite sagt in einem Satz, welche Frage das Quiz beantwortet, wie lange es dauert und was der Besucher danach weiß. Beim Engpass-Check steht dort: „Welcher Ablauf in deinem Büro hängt am stärksten an dir?“ und darunter „10 Fragen, rund 5 Minuten.“

2. Die Fragen. Drei Sorten reichen fast immer:

  • Einordnungsfragen, die den weiteren Weg bestimmen, zum Beispiel die Teamgröße.
  • Schätzfragen mit festen Spannen statt freier Zahlen, damit niemand ins Grübeln kommt.
  • Bauchfragen („Was bleibt zuerst liegen?“), die ein Unentschieden bei den Zahlen auflösen.

Jede Frage braucht eine Rolle in der Auswertung; Fragen, die nur Daten sammeln, fliegen raus.

3. Die Auswertung. Üblich sind Ergebnistypen (der stärkste Typ gewinnt), Punktwerte (die Summe ergibt eine Stufe) und Rechnungen (aus Angaben wird eine Zahl, etwa Stunden pro Woche). Schreib die Regeln vorher als Tabelle auf.

4. Die Ergebnisseite. Sie nennt das Ergebnis mit Namen, erklärt es in zwei, drei Sätzen, zeigt, was es kostet oder bringt, und hat einen nächsten Schritt. Wie du so eine Seite aufbaust, steht in Landingpage erstellen: Anleitung und Tools.

5. Die Eintragung. Wer mehr will, gibt seine Adresse, und der Text daneben sagt, was danach kommt: Bestätigungsmail, Newsletter, Abmeldung.

Der Engpass-Check als Beispiel: so sieht er live aus

So ist der Check aufgebaut (Stand: 6. November 2026):

Frage Worum es geht Sorte
1 Wie viele Leute arbeiten in deinem Business, dich mitgezählt? Einordnung
2 Eine Woche offline: Was bleibt zuerst liegen? Bauchfrage
3 bis 8 Wie viel deiner eigenen Zeit geht pro Woche in Posteingang, Angebote und Nachfassen, Belege und Buchhaltung, Content, Kundenkommunikation und in Wissen, das nur in deinem Kopf ist? Schätzung in Spannen von „Fast nichts“ bis „Mehr als 6 Stunden“
9 Wo steht heute, wie dein wichtigster Ablauf funktioniert? Einordnung
10 Wobei sagst du am häufigsten: „Das mach ich schnell selbst“? Bauchfrage

Die Ergebnisseite nennt den Engpass, zum Beispiel „Angebote und Nachfassen“, erklärt ihn kurz und beschreibt, welcher KI-Mitarbeiter ihn übernehmen könnte. Darunter stehen die Stunden pro Woche für diesen Bereich und für alle sechs Bereiche zusammen. Ein freiwilliges Feld rechnet das mit deinem Stundenwert in Euro um, dazu kommt ein Platz 2.

Zwei Dinge fallen auf. Die Verzweigung: Wer bei Frage 1 mehr als nur sich selbst angibt, bekommt zusätzlich einen 20-Minuten-Termin angeboten. Die Reihenfolge: Das Ergebnis steht auf der Seite, bevor irgendwo eine Adresse verlangt wird.

Technisch steht in meiner Datenschutzerklärung (7.9): „Dein Ergebnis berechnet dein Browser, dafür schicken wir deine Antworten nicht an unseren Server.“ Die Website-Statistik zählt ohne Personenbezug, dass der Check begonnen und abgeschlossen wurde und welcher Ergebnistyp herauskam, nie die einzelnen Antworten. Erst wer die Auswertung anfordert, schickt Adresse und Antworten ab und bekommt einen Bestätigungslink, der sieben Tage gilt.

Übertragbar auf jeden Quiz-Funnel: Ergebnis vor Adresse, Spannen statt freier Zahlen, ein Ast je Zielgruppe, und optionale Felder bleiben optional.

Werkzeuge für deinen Quiz-Funnel im Vergleich

Preise laut den Preisseiten der Anbieter, abgerufen am 6. November 2026 aus Deutschland (Stand: November 2026). Sie ändern sich, prüf sie vor dem Kauf.

Werkzeug Kostenloser Einstieg Einstiegstarif Was auffällt
Typeform kostenloser Plan mit begrenzten Antworten, ohne Zahl auf der Preisseite Basic 25 Euro im Monat bei jährlicher, 35 Euro bei monatlicher Zahlung, 100 Antworten im Monat, 1 Nutzer „Conditional logic“ ab Basic, Punkte, Rechnungen und Ergebnis-Quiz in der Funktionsliste; Wahl zwischen US- und EU-Rechenzentrum nennt die Seite beim Enterprise-Tarif
Tally unbegrenzte Formulare und Antworten im Rahmen der Fair-Use-Regeln, mit Logik und Rechnungen Pro 25 Euro im Monat, 20 Euro bei jährlicher Zahlung Firma in Belgien, Formulardaten laut Anbieter in Europa gespeichert; eigene Domain ab Pro
ScoreApp 1 aktives Quiz (Scorecard), bis zu 10 Antworten im Monat Starter 35 Euro im Monat, 27 Euro bei jährlicher Zahlung, 100 Antworten, 3 aktive Quizze gebaut für Quiz-Funnels mit Ergebnisseiten; eigene Domain erst ab Business (90 bzw. 68 Euro)
Selbst gebaut dein vorhandenes Hosting kein Tarif, dafür Bau- und Pflegeaufwand volle Kontrolle über Logik, Daten und Aussehen; Fehler und Tests bleiben bei dir

Bei ScoreApp können laut Preisseite Steuern dazukommen. Für einen ersten Versuch reicht oft der kostenlose Tally-Plan, für viele Ergebnisseiten ohne eigene Technik ist ein Quiz-Spezialist bequemer. Selbst bauen lohnt, wenn das Quiz Teil deiner Website sein soll und die Antworten bei keinem weiteren Anbieter liegen sollen.

Quiz-Funnel selbst bauen mit Claude Code

Mit Claude Code baust du das Quiz als Seite in deiner bestehenden Website. Der Weg in vier Schritten:

  1. Fragen und Regeln als Datei. Fragen, Antworten und welche Antwort für welches Ergebnis zählt, als Tabelle oder JSON. Daran prüfst du später alles.
  2. Seite bauen lassen. Ein Beispiel für den Auftrag: „Bau aus quiz.json eine Seite unter /check: eine Frage pro Ansicht, Zurück-Knopf, Ergebnis im Browser berechnet, keine Antworten an den Server. Ergebnisseite mit Name, Erklärung, Stunden und einem Knopf. Prüf Desktop und Handy.“
  3. Eintragung anschließen. Das Formular unter dem Ergebnis geht an dein Newsletter-Werkzeug, mit Bestätigungsmail.
  4. Testen. Jeden Ergebnistyp, jeden Gleichstand und leere optionale Felder einmal durchklicken.

Wie du mit Claude Code anfängst, steht in Claude Code: Anleitung für Einsteiger. Wo das schnelle Bauen per Prompt an Grenzen stößt, steht in Vibe Coding: was es ist und für wen es taugt.

Bei mir baut Ralf die Website, auf der der Engpass-Check läuft. Laut seiner Seite integriert er neue Landingpages und Funktionen in das bestehende System, prüft Build, Screenshots, Mobilansicht und Klickwege, und den Livegang bereitet er vor, die Freigabe bleibt beim Menschen. Ralf liegt als fertige Vorlage in der Premium-Stufe meiner Community für 149 US-Dollar im Monat; in der Standard-Stufe für 27 US-Dollar baust du ihn selbst nach (Stand: 18.10.2026, laut seiner Seite).

Datenschutz: Einwilligung und Kopplung

Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Betreiber-Perspektive. Drei Regeln für die Praxis, mit den Normen dahinter:

  1. Das Ergebnis hängt nicht an der Adresse. Art. 7 Abs. 4 DSGVO verlangt bei der Frage, ob eine Einwilligung freiwillig ist, zu berücksichtigen, ob eine Leistung von einer Einwilligung in eine Verarbeitung abhängig gemacht wird, die für die Leistung nicht nötig ist. Zeigt dein Quiz das Ergebnis ohne Eintragung, hängt das Ergebnis an keiner Einwilligung. Die ausführliche Auswertung per Mail gibt es beim Engpass-Check dagegen nur zusammen mit dem Newsletter (Datenschutzerklärung 7.9), und genau diese Verbindung ist der Punkt, den Art. 7 Abs. 4 anspricht.
  2. Werbung per Mail nur mit ausdrücklicher Einwilligung. § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG nennt Werbung per elektronischer Post ohne „vorherige ausdrückliche Einwilligung“ eine unzumutbare Belästigung. Schreib deshalb direkt über den Knopf, dass mit der Auswertung der Newsletter kommt, und hol die Bestätigung per Mail ein. Beim Engpass-Check steht dort: „Mit dem Absenden bekommst du die ausführliche Auswertung und meinen Newsletter“, dazu Bestätigungslink und Abmeldung mit einem Klick.
  3. Nur speichern, was du brauchst. Brauchst du eine Antwort nach der Auswertung nicht mehr, speicherst du sie nicht. Verarbeitet ein fremdes Werkzeug die Antworten in deinem Auftrag, verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag mit dem Anbieter.

Wie du die Strecke in deinem Werkzeug sauber aufbaust, schauen wir uns gemeinsam an. Wie die Bestätigungsmail im Detail abläuft, steht in Double-Opt-in: Ablauf, Pflicht und Nachweis.

Woran du siehst, ob dein Quiz-Funnel funktioniert

Vier Zahlen, jede zeigt eine andere Stelle:

Kennzahl Was sie zeigt Was du änderst, wenn sie schwach ist
Starts je Besuch der Startseite ob das Versprechen zieht Überschrift, Dauer, Nutzen
Abschlüsse je Start ob das Quiz zu lang oder unklar ist Fragen streichen, Spannen vereinfachen
Verteilung der Ergebnisse ob die Auswertung trennt Regeln prüfen, wenn fast alle dasselbe bekommen
Anforderungen je Ergebnis ob die Ergebnisseite überzeugt Text, nächster Schritt, Formular

Wie du Änderungen sauber gegeneinander testest, steht in Conversion-Optimierung: Schritte und A/B-Test.

Häufige Fragen

Was ist ein Quiz-Funnel?

Eine Strecke aus wenigen Fragen, einer Auswertung und einer Ergebnisseite mit einem nächsten Schritt. Der Besucher bekommt eine Einordnung seiner Lage, du bekommst auf Wunsch eine Eintragung mit dem Wissen, wo er steht.

Wie viele Fragen sollte ein Quiz haben?

So viele, wie die Auswertung braucht. Der Engpass-Check hat zehn Fragen und nennt rund fünf Minuten. Jede Frage ohne Rolle in der Auswertung streichst du.

Darf ich das Ergebnis erst nach der E-Mail-Eingabe zeigen?

Art. 7 Abs. 4 DSGVO stellt die Frage, ob eine Leistung von einer nicht nötigen Einwilligung abhängig gemacht wird. Der vorsichtige Weg: Ergebnis ohne Adresse, mehr mit Eintragung, und das klar über dem Knopf.

Wie du weitermachst

Mach den Engpass-Check einmal selbst und achte darauf, an welcher Stelle du deine Adresse eingeben würdest. Danach schreib die drei bis fünf Ergebnisse deines eigenen Quiz auf, bevor du die erste Frage formulierst. Ralf und die anderen fertigen KI-Mitarbeiter gibt es zum Laden in meiner Community Claude Practitioners. Welche anderen Formate es für die Eintragung gibt, steht in Lead-Magnet erstellen: acht echte Beispiele. Ideen für das Freebie hinter der Auswertung findest du in Was ist ein Freebie? Ideen finden und testen. Was nach dem Absenden auf der Seite stehen sollte, steht in Thank You Page: Danke-Seite mit Beispielen. Wie es nach der Eintragung per Mail weitergeht, steht in Lead Nurturing: was nach der Eintragung kommt.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus fünfzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

Mehr über KI-Mitarbeiter

In einer Stunde läuft dein erster KI-Mitarbeiter

7 Tage kostenlos testen