6. November 2026 · 12 Min. Lesezeit

Lead-Magnet erstellen: acht echte Beispiele

Grafische Titelkarte zum Beitrag „Lead-Magnet erstellen: acht echte Beispiele“ mit einem stilisierten Motiv: ein Hufeisenmagnet, der drei kleine Vorlagenblätter anzieht.
Grafik: HumanITy

Ein Lead-Magnet (englisch Lead Magnet) ist etwas Nützliches, das du kostenlos hergibst, und zwar im Tausch gegen eine Kontaktmöglichkeit, meist die E-Mail-Adresse: eine Checkliste, eine Vorlage, ein kurzer Kurs per Mail, ein Test mit Auswertung. Einen Lead-Magneten erstellst du in fünf Schritten: ein konkretes Problem wählen, ein Versprechen formulieren, das man in einem Satz versteht, den Umfang so klein halten, dass er in einer Sitzung nutzbar ist, eine Seite mit einem Formular bauen und die Auslieferung über eine Bestätigungsmail (Double-Opt-in) laufen lassen. Unten stehen acht Beispiele, die auf meiner Website live sind, zum Nachklicken.

Wo der Lead-Magnet im Weg vom ersten Kontakt bis zum Kauf sitzt, steht in Marketing-Funnel: Stufen am echten Beispiel, wie die Seite dafür aufgebaut ist, in Landingpage erstellen: Anleitung und Tools. Alle Beiträge zum Thema sammelt die Übersicht Leads gewinnen. Die Seiten für drei der Beispiele haben zwei meiner KI-Mitarbeiter getextet und gebaut, Conny und Ralf; dazu mehr weiter unten.

Was ein Lead-Magnet ist, und was nicht

Ein Lead-Magnet hat eine Aufgabe: Er gibt jemandem, der dich noch nicht kennt, einen guten Grund, dir seine Adresse zu geben. Danach beginnt erst die eigentliche Arbeit, nämlich die Mails, die folgen.

Zwei Abgrenzungen helfen beim Planen:

  • Kein Produkt. Ein Lead-Magnet löst ein kleines Problem vollständig, nicht ein großes halb. Wer nach dem Download noch zehn offene Fragen hat, war nicht zufrieden, sondern bekam Werbung.
  • Kein Newsletter-Kasten. „Trag dich für meinen Newsletter ein“ ist ein Angebot für Leute, die dich schon mögen. Der Lead-Magnet holt die ab, die dich nur bei einer Frage gefunden haben.

Formate: welcher Lead-Magnet zu welcher Frage passt

Das Format folgt der Frage, die deine Zielgruppe hat, nicht dem, was am schnellsten gemacht ist.

Format Passt zu der Frage Aufwand für dich
Checkliste „Habe ich an alles gedacht?“ gering
Vorlage oder Vorlagenpaket „Wie sieht das fertig aus?“ gering bis mittel
Test oder Check mit Auswertung „Wo stehe ich?“ mittel, braucht Fragen und Auswertungslogik
Kurs per Mail „Wie fange ich an?“ mittel, mehrere Mails mit Abstand
Leitfaden oder Whitepaper „Was ist da dran?“ hoch, braucht Quellen
Entscheidungshilfe oder Rechner „Was davon brauche ich?“ mittel bis hoch
Katalog oder Ideenliste „Was ist überhaupt möglich?“ mittel

Für Selbstständige und Coaches ist die Vorlage oft der leichteste Einstieg, weil es sie meist schon gibt: die Checkliste aus deinem Erstgespräch, die Fragen an jeden neuen Kunden.

Acht Lead-Magnet-Beispiele von kevinwelter.com

Auf meiner Seite Kostenlose Vorlagen stehen acht Papiere, Checks und Vorlagen aus meiner Arbeit mit fünfzehn KI-Mitarbeitern. So sind sie gebaut, Stand November 2026:

Lead-Magnet Format Was man bekommt
Engpass-Check Test 10 Fragen, rund 5 Minuten, Ergebnis sofort auf der Seite ohne Anmeldung; die ausführliche Auswertung auf Wunsch per Mail
Personalakten-Paket Vorlagenpaket Personalakte, Anweisungsdatei, Learnings-Datei und die Checkliste, bevor deine KI etwas rausschickt, mit ausgefülltem Beispiel, als PDF und Textdateien
Aufgaben-Katalog Katalog 150 Aufgaben, zehn je KI-Mitarbeiter, markiert, was bei mir schon läuft, als PDF
Mini-Kurs Kurs per Mail fünf Mails an fünf Abenden, je ein Projekt gegen den Papierkram mit Briefing zum Kopieren
Prompt-Vorlagen Vorlagensammlung die zwölf Briefings als Datei, dazu Spickzettel, Ausfüll-Seite und der Weg zum KI-Mitarbeiter
Whitepaper Leitfaden das Wichtigste in 60 Sekunden, dahinter fünf Befunde aus der Forschung mit Quelle, als PDF
KI-Datenschutz-Check Checkliste fünf Ja-Nein-Fragen und 20 Punkte zum Abhaken, jeweils mit Gesetzesstelle
Hardware-Entscheidungshilfe Entscheidungshilfe ob du eigene Hardware brauchst, die Antwort in drei Zeilen, dahinter Messwerte mit Herkunft

Drei der acht, Aufgaben-Katalog, Mini-Kurs und Prompt-Vorlagen, haben eine eigene Seite ohne Menü, die als Ziel für Werbeanzeigen gebaut wurde. Diese Seiten sind bewusst nicht für die Suche freigegeben, du kannst sie dir aber ansehen.

Was du daraus übernehmen kannst:

  1. Ein Titel, ein Ergebnis. „150 Aufgaben, die nicht mehr an dir hängen müssen“ sagt, was man bekommt, nicht, wovon das Papier handelt.
  2. Eine Kostprobe auf der Seite. Die Seite zum Aufgaben-Katalog zeigt zehn der 150 Aufgaben, die Mini-Kurs-Seite den Anfang der ersten Mail, die Prompt-Seite eine der zwölf Vorlagen. Wer schon einen Teil gelesen hat, weiß, worauf er sich einlässt.
  3. Der Test gibt zuerst. Beim Engpass-Check siehst du dein Ergebnis ohne E-Mail-Adresse; die Mail ist das Angebot für mehr.
  4. Alles passt zum Angebot dahinter. Jeder der acht dreht sich um KI-Mitarbeiter im eigenen Betrieb, genau das Thema meiner Community.
  5. Klartext unter dem Knopf. Unter jedem Formular steht, was mit der Anmeldung kommt: die Vorlage und mein Newsletter „Aus dem Maschinenraum“, dienstags, mit Hinweisen auf meine Trainings und Angebote, dazu der Hinweis auf die Bestätigungsmail.

Weitere Ideen, welche Freebies sich für welche Zielgruppe eignen, sammelt Was ist ein Freebie? Ideen finden und testen. Wie ein Test wie der Engpass-Check aufgebaut ist, steht in Quiz-Funnel bauen: Engpass-Check als Beispiel.

Lead-Magnet erstellen in fünf Schritten

1. Ein Problem, das deine Zielgruppe heute hat. Nicht „Marketing“, sondern „Ich weiß nicht, was ich im Erstgespräch fragen soll“. Hör in deine Kundengespräche hinein: Welche Frage kommt jede Woche? Ein Lead-Magnet, der die beantwortet, braucht kaum Erklärung.

2. Ein Versprechen in einem Satz. Schreib Titel und Untertitel, bevor du den Inhalt baust. Wenn der Satz nicht ohne „und“ auskommt, ist der Lead-Magnet zu groß. Prüf ihn an der Frage: Weiß jemand nach zehn Sekunden, was er bekommt und wofür?

3. Ein Umfang, der in einer Sitzung nutzbar ist. Eine Seite, eine Liste, eine Vorlage. Bei einem Kurs per Mail ein Schritt pro Mail.

4. Eine Seite mit einem Ziel. Überschrift mit dem Versprechen, ein Satz dazu, das Formular, eine Kostprobe, noch einmal das Formular. Frag nur nach dem, was du für die Zustellung brauchst, meist reicht die E-Mail-Adresse. Wie die Bausteine einer solchen Seite aussehen und welche Pflichttexte daran hängen, steht in Landingpage erstellen: Anleitung und Tools. Woran du misst, ob sie funktioniert, und wann sich ein Test lohnt, steht in Conversion-Optimierung: Schritte und A/B-Test.

5. Auslieferung per Double-Opt-in. Nach dem Absenden kommt eine Mail mit Bestätigungslink, erst danach folgt der Lead-Magnet. Das braucht ein E-Mail-Werkzeug mit Formular und automatischer Folgemail. Brevo* zum Beispiel führt auf seiner Preisseite im Tarif Starter Formulare auf, die „automatisch Follow-up E-Mails“ auslösen, sobald sich jemand anmeldet; Starter kostet ab 7 Euro im Monat bei monatlicher Zahlung, für 5.000 E-Mails im Monat, einen Gratis-Tarif gibt es ohne Kreditkarte (Stand: November 2026). Wie Bestätigungsmail, Bestätigungsseite und Protokoll aussehen, steht in Double-Opt-in: Ablauf, Pflicht und Nachweis.

Danach kommt, was den Lead-Magneten erst wertvoll macht: die Mails der nächsten Tage. Schreib die erste Folgemail, bevor der Lead-Magnet live geht. Das ist etwas anderes als das Nachfassen nach einem Angebot, bei dem der Kontakt schon kaufen will; Vorlagen dafür stehen in Nachfass-Mail-Vorlage: Angebot ohne Druck. Wie du daraus eine Willkommensserie baust, steht in E-Mail-Automation: Willkommensserie aufbauen. Was du mit den neuen Kontakten danach anfängst, beschreibt Lead Nurturing: was nach der Eintragung kommt. Und für den Moment direkt nach dem Absenden: Thank You Page: Danke-Seite mit Beispielen.

Datenschutz beim Lead-Magneten: Einwilligung, Bestätigung, Kopplung

Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Betreiber-Perspektive. Drei Normen solltest du kennen, bevor dein Formular live geht:

  • § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG: Werbung per E-Mail ist eine unzumutbare Belästigung, wenn keine „vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten“ vorliegt. Schickst du nach dem Lead-Magneten einen Newsletter, brauchst du diese Einwilligung.
  • Art. 7 Abs. 1 DSGVO: Beruht die Verarbeitung auf einer Einwilligung, musst du sie nachweisen können. Die Bestätigungsmail mit Zeitpunkt ist der übliche Weg dazu.
  • Art. 7 Abs. 4 DSGVO, das Kopplungsverbot: Bei der Frage, ob eine Einwilligung freiwillig ist, muss „in größtmöglichem Umfang“ berücksichtigt werden, ob eine Leistung von einer Einwilligung abhängig gemacht wird, die für diese Leistung nicht erforderlich ist. Erwägungsgrund 43 formuliert strenger: Die Einwilligung „gilt nicht als freiwillig erteilt“, wenn die Leistung von ihr abhängt, obwohl sie dafür nicht erforderlich ist.

Für einen Lead-Magneten heißt das: Gibt es die Vorlage nur zusammen mit dem Newsletter, ist genau diese Verbindung der Punkt, den Art. 7 Abs. 4 anspricht. Was in deinem Fall zulässig ist, klärt die Norm nicht pauschal; lass deinen Aufbau einmal von jemandem prüfen, der das beurteilen darf. Unabhängig davon gilt: Schreib offen ans Formular, dass der Newsletter dazugehört und wie man ihn wieder abbestellt, so wie es auf meinen Seiten steht.

Wie KI-Mitarbeiter beim Lead-Magneten helfen

Ein echtes Beispiel aus meinem Betrieb: Am 22. Oktober 2026 brauchten drei kostenlose Downloads je eine eigene Seite als Ziel für Werbeanzeigen. Das Briefing kam von Susi, die Texte von Conny, gebaut hat Ralf. Die Vorgaben: ein Ziel je Seite, kein Menü, Formular im ersten Bildschirm, die Überschrift wiederholt die Anzeige. Vor dem Livegang lief je Seite eine echte Testanmeldung bis zur Bestätigungsmail.

Conny ist meine KI-Mitarbeiterin für Content. Sie schreibt in meiner Stimme und erfindet keine persönlichen Fakten über mich, keine Anekdoten, keine Zahlen, keine Kundendetails; im Zweifel bleibt die Stelle offen. Eine Newsletter-Rohfassung aus den Notizen der Woche hat sie bei mir erprobt. Ralf baut Websites und Landingpages, prüft sie am Desktop und am Handy und bereitet den Livegang vor. Fehlende Angaben markiert er, statt sie still zu ergänzen. Live geht es erst nach meiner Freigabe.

Für deinen Lead-Magneten heißt das: Den Inhalt lieferst du, denn nur du kennst die Frage deiner Kunden und die Vorlage, die du ihnen sonst schickst. Ein KI-Mitarbeiter kann daraus Titel, Seitentext und Seite machen, das Formular bis zur Bestätigungsmail testen und dir alles zur Freigabe hinlegen.

Häufige Fragen

Was ist ein Lead-Magnet?

Ein kostenloses Angebot im Tausch gegen eine Kontaktmöglichkeit, meist die E-Mail-Adresse. Typische Formate sind Checkliste, Vorlage, Test mit Auswertung, Kurs per Mail und Leitfaden.

Welcher Lead-Magnet passt für Coaches?

Einer, der eine Frage aus deinen Erstgesprächen beantwortet: eine Checkliste, ein kurzer Selbsttest oder die Vorlage, die du Kunden sonst einzeln schickst. Wichtiger als das Format ist, dass er zu deinem bezahlten Angebot führt.

Brauche ich für einen Lead-Magneten ein Double-Opt-in?

Wenn du danach Werbung per E-Mail schickst, brauchst du nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, und nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO musst du sie nachweisen können. Die Bestätigungsmail ist dafür der übliche Weg.

Wie du weitermachst

Schreib die Frage auf, die dir Kunden am häufigsten stellen, und daneben den Satz, mit dem dein Lead-Magnet sie beantwortet. Wenn du sehen willst, wie das fertig aussieht, klick dich durch meine kostenlosen Vorlagen und trag dich bei einer ein: Dann erlebst du Formular, Bestätigungsmail und Auslieferung von der anderen Seite. Wenn du die Arbeit an Text und Seite abgeben willst: Connys und Ralfs fertige Vorlagen stehen in der Premium-Stufe meiner Community Claude Practitioners. Wenn noch gar kein Newsletter da ist, an den der Lead-Magnet anschließt: Newsletter kostenlos erstellen: Anleitung.

* Affiliate-Link: Wenn du dich über diesen Link bei Brevo registrierst oder einen Tarif buchst, bekomme ich eine Provision. Dein Preis ändert sich dadurch nicht.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus fünfzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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