6. November 2026 · 12 Min. Lesezeit

Newsletter kostenlos erstellen: Anleitung

Grafische Titelkarte zum Beitrag „Newsletter kostenlos erstellen: Anleitung“ mit einem stilisierten Motiv: E-Mail mit Antwortfeld.
Grafik: HumanITy

Einen Newsletter kostenlos erstellen kannst du in sechs Schritten: Du legst in einem Satz fest, was der Leser bekommt, wählst einen Rhythmus, den du durchhältst, nimmst ein Werkzeug mit Gratis-Tarif oder eine Open-Source-Software, baust ein Anmeldeformular mit Bestätigungsmail (Double-Opt-in), schreibst eine Begrüßungsmail und verschickst die erste Ausgabe nach einem festen Aufbau. Kostenlos heißt dabei: Die Gratis-Tarife von Brevo, Mailchimp oder MailerLite kosten nichts, haben aber Grenzen bei Kontakten oder Mails. Eine selbst betriebene Software wie Listmonk kostet keine Lizenz, dafür zahlst du Server und Versand und kümmerst dich selbst um die Technik.

Ich schreibe das aus dem eigenen Betrieb. Mein Newsletter heißt „Aus dem Maschinenraum“, die erste Ausgabe ging am Dienstag, 27. Oktober 2026 raus, und seitdem kommt er dienstags. Verwaltet und verschickt wird er mit Listmonk, das wir selbst auf unseren Servern bei Hetzner betreiben; die Mails gehen über die Mailserver von All-Inkl. Wo der Newsletter im Ganzen sitzt, vom Blogbeitrag bis zur Community, steht in Marketing-Funnel: Stufen am echten Beispiel.

Newsletter kostenlos erstellen: die sechs Schritte

Die Reihenfolge ist Absicht: Wer mit dem Werkzeug anfängt, hat ein hübsches Formular und keine Antwort darauf, warum sich jemand eintragen sollte.

1. Das Versprechen in einem Satz

Schreib auf, was in jeder Ausgabe steht, so konkret, dass ein Leser vorher weiß, was nächste Woche kommt. Meins steht wörtlich auf der Anmeldeseite: „Jeden Dienstag ein echter Vorgang aus meinem Büro, die Regel, mit der ich den zuständigen KI-Mitarbeiter führe, und eine Vorlage, die du direkt für deinen übernimmst.“ Drei Bausteine, ein Tag. „News und Tipps rund um mein Business“ ist dagegen kein Versprechen.

Der Test: Kannst du zehn Themen für die nächsten zehn Ausgaben aufschreiben, ohne lange zu überlegen? Dann trägt das Versprechen. Wenn nicht, ist es zu breit oder zu schmal.

2. Ein Rhythmus, den du durchhältst

Wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich, Hauptsache verlässlich. Schreib den Wochentag auf die Anmeldeseite, dann ist er eine Zusage. Bei mir ist es der Dienstag, und er steht auf der Anmeldeseite und in der Datenschutzerklärung. Wenn du unsicher bist, fang seltener an: Den Takt zu erhöhen ist leichter, als einen versprochenen Rhythmus still ausfallen zu lassen.

3. Das Werkzeug wählen

Für den Start reicht ein Gratis-Tarif. Die erste Entscheidung ist, ob ein Anbieter Server und Versand stellt, etwa Brevo*, Mailchimp oder MailerLite, oder ob du eine Open-Source-Software wie Listmonk auf deinem eigenen Server betreibst. Die Gratis-Tarife enden an unterschiedlichen Stellen, mal bei den Kontakten, mal bei den Mails pro Tag oder Monat, und bei einem wöchentlichen Newsletter zählt beides. Prüf die Grenzen vor der Anmeldung auf der Preisseite des Anbieters.

* Affiliate-Link: Wenn du dich über diesen Link bei Brevo registrierst oder einen Tarif buchst, bekomme ich eine Provision. Dein Preis ändert sich dadurch nicht.

Ich nutze beides: Den Newsletter verschicke ich mit Listmonk, für einzelne Mailserien zu Webinaren und für Wartelisten nutzen wir zusätzlich Brevo, mit Servern in der EU. Der Newsletter läuft nicht über Brevo. Für die meisten Selbstständigen ist ein gehosteter Anbieter der schnellere Start; selbst hosten passt, wenn du ohnehin Server betreibst. Den ausführlichen Vergleich der Gratis-Tarife findest du in Newsletter-Tool kostenlos: welches passt?. Was Brevo kostet und wo seine Grenzen liegen, steht in Brevo Preise, Erfahrungen und Alternativen. Wenn du von Mailchimp kommst, lies Mailchimp-Alternative für Selbstständige.

4. Anmeldeformular mit Double-Opt-in

Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Betreiber-Perspektive. Werbung per E-Mail ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ohne „vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten“ eine unzumutbare Belästigung, und ein Newsletter mit Hinweisen auf eigene Angebote ist Werbung. Deshalb arbeiten seriöse Newsletter mit Bestätigungsmail: Erst der Klick auf den Link trägt die Adresse ein, und du kannst später zeigen, wer wann eingewilligt hat.

Bei mir gilt der Bestätigungslink sieben Tage, und bis zum Klick speichern wir nichts; was danach gespeichert wird, steht in meiner Datenschutzerklärung unter Punkt 7.2.

Unter dem Formular steht in einem Absatz, was du bekommst, wie oft, dass Hinweise auf Trainings und Angebote dabei sind und dass Abmelden jederzeit mit einem Klick unter jeder Mail geht. Diesen Absatz würde ich nicht kürzen: Wer sich einträgt, soll vorher wissen, dass auch Werbung kommt, und nicht erst in der dritten Ausgabe davon überrascht werden. Eine Ausnahme ohne Einwilligung gibt es nach § 7 Abs. 3 UWG nur für Bestandskunden, die bei dir gekauft haben, für ähnliche eigene Angebote und mit Hinweis auf das Widerspruchsrecht. Für eine neue Liste hilft sie dir nicht. Wie du das Verfahren Schritt für Schritt einrichtest, steht in Double-Opt-in: Ablauf, Pflicht und Nachweis.

Für eine eigene Anmeldeseite mit nur einem Ziel gelten die Regeln aus Landingpage erstellen: Anleitung und Tools.

5. Begrüßungsmail und Zugabe

Nach der Bestätigung kommt bei mir eine Begrüßungsmail, danach die wöchentlichen Ausgaben. Die Begrüßung ist die Mail, die am sichersten gelesen wird, also gehört dort hinein, was der Newsletter für dich tut und nach welchen Regeln er arbeitet. Meine erste Ausgabe greift genau darauf zurück, mit „Regel 2 aus meiner Begrüßungsmail“. Eine Willkommensmail zum Kopieren steht in der Newsletter-Vorlage mit Willkommensmail. Wie daraus eine Serie mit mehreren Mails wird, steht in E-Mail-Automation: Willkommensserie aufbauen.

Ein Grund mehr, sich einzutragen, ist eine Zugabe. Auf meiner Seite mit den kostenlosen Vorlagen gibt es unter anderem das Personalakten-Paket für den ersten KI-Mitarbeiter, einen Katalog mit 150 Aufgaben, Prompt-Vorlagen, ein Whitepaper, einen KI-Datenschutz-Check und eine Hardware-Entscheidungshilfe, jeweils zusammen mit dem Newsletter. Wer sich mit einer Zugabe anmeldet, bekommt sie in einer eigenen Mail mit Download-Link, die Begrüßungsmail folgt am Morgen nach der Bestätigung. Die aufwendigste Form ist ein Mini-Kurs: Beim Mini-Kurs gegen den Papierkram kommt die erste Mail am Tag nach der Bestätigung um 18 Uhr, dann jeden Abend eine, fünf Abende lang.

6. Die erste Ausgabe nach festem Aufbau

Ein fester Aufbau spart dir jede Woche die Frage, wie du anfängst. Meine erste Ausgabe steht im Wortlaut der Mail auf der Website und hat diese Teile:

  1. Anrede und Problem in zwei Sätzen: für wen das Thema ist und was nicht geht.
  2. Das Prinzip: die Idee in einem Absatz, mit einem Beispiel.
  3. So ist es gebaut: die Bausteine als kurze Liste.
  4. Wo ich gerade stehe: was fertig ist und was nicht.
  5. Zum Mitnehmen: ein Handgriff, den der Leser heute ohne mein Angebot umsetzen kann.
  6. In eigener Sache: der Hinweis auf ein Angebot, am Ende und klar abgesetzt.
  7. Gruß mit Vornamen.

Zwei Dinge daraus kannst du direkt übernehmen. Erstens: Das Angebot steht am Ende, die Ausgabe trägt auch ohne. Zweitens: Leg die erste Ausgabe als Beispiel auf deine Website. Wer vor der Anmeldung lesen kann, was kommt, muss dir nicht auf Verdacht seine Adresse geben.

Absender, Betreff, Abmeldung: was in jede Mail gehört

Ein Newsletter, der im Spam landet, existiert nicht. Google verlangt laut seinen Richtlinien für E-Mail-Absender (Stand: November 2026) von allen Absendern an Gmail-Konten SPF oder DKIM für die Absenderdomain und eine Spamrate in den Postmaster Tools unter 0,3 Prozent. Wer mehr als 5.000 Mails am Tag an Gmail-Konten schickt, braucht SPF, DKIM und DMARC, eine Abmeldung mit einem Klick und einen gut sichtbaren Abmeldelink im Text. Bei einem gehosteten Anbieter richtest du dafür ein paar DNS-Einträge bei deiner Domain ein, der Anbieter zeigt dir welche; beim Selbsthosten ist das deine Aufgabe.

Rechtlich: Nach § 6 Abs. 2 DDG darf in Kopf- und Betreffzeile weder der Absender noch der kommerzielle Charakter verschleiert werden. Nach § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG braucht jede Werbemail eine gültige Adresse, an die der Empfänger die Abbestellung richten kann. Praktisch heißt das: ein echter Absendername, ein Betreff, der sagt, was drin ist, und unter jeder Mail ein Abmeldelink. Bei mir geht das Abmelden über den Link am Ende jeder Ausgabe oder mit einer Antwort auf eine Mail.

Wo eine KI beim Newsletter hilft, und wo nicht

Schreiben ist der Teil, der jede Woche wiederkommt. Eine Newsletter-Rohfassung aus Notizen, Calls und Beiträgen der Woche, mit Betreff und Vorschauzeile, hat Conny, meine KI-Mitarbeiterin für Content, bei mir erprobt. In meinem Aufgaben-Katalog heißt „bei mir erprobt“: in meinem Betrieb durchgespielt, läuft aber nicht regelmäßig. Auf ihrer Seite stehen Newsletter-Rohfassungen als Beispiel für das, was mit ihr außer Reels auch geht.

Was sie dabei nicht tut, gilt für jede KI am Newsletter: Sie erfindet keine persönlichen Fakten, keine Anekdoten, keine Zahlen, keine Kundendetails; im Zweifel bleibt die Stelle offen. Und sie entwirft, ich gebe frei.

Wenn du ohne eigenen KI-Mitarbeiter anfangen willst, nimm Vorlage 8 aus meinen Prompt-Vorlagen: ein Text in deiner Stimme aus Stichpunkten, für Blog, Newsletter oder LinkedIn. Den ganzen Ablauf mit Briefing und Faktenprüfung beschreibt Newsletter mit KI erstellen: der Ablauf. Warum das mit Beispielen besser klappt als mit Adjektiven, steht in Kann KI Mails in meiner Stimme schreiben?.

Häufige Fragen

Kann ich einen Newsletter komplett kostenlos erstellen?

Ja, mit dem Gratis-Tarif eines Anbieters wie Brevo, Mailchimp oder MailerLite, jeweils mit Grenzen bei Kontakten oder Mails (Stand: November 2026). Listmonk kostet keine Lizenz, braucht aber einen eigenen Server und einen Mailserver für den Versand.

Brauche ich für einen Newsletter ein Double-Opt-in?

Für Werbung per E-Mail verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Die Bestätigungsmail ist der übliche Weg, sie nachweisen zu können. Wie du die Bestätigungsstrecke aufsetzt, schauen wir uns gemeinsam an.

Wie oft sollte ein Newsletter erscheinen?

So oft, wie du ihn ohne Ausfall schreiben kannst. Wichtiger als der Abstand ist ein fester Tag, der auf der Anmeldeseite steht.

Was schreibe ich in die erste Ausgabe?

Ein Thema, das dein Versprechen einlöst, mit einem Handgriff zum Mitnehmen, und das Angebot erst am Ende. Leg die Ausgabe danach als Beispiel auf deine Website, damit neue Leser sehen, was sie bekommen.

Darf eine KI meinen Newsletter schreiben?

Sie darf entwerfen. Freigeben solltest du selbst, weil der Newsletter in deinem Namen verschickt wird, und eine KI, die keine Angabe hat, soll eine Lücke lassen statt etwas Plausibles zu erfinden.

Wie du weitermachst

Schreib heute dein Versprechen in einem Satz auf und zehn Themen darunter. Wenn die Liste steht, such dir einen Gratis-Tarif aus und bau Formular und Begrüßungsmail. Wie ein fertiger Newsletter mit diesem Aufbau aussieht, siehst du in der Beispielausgabe, und wenn du ihn jeden Dienstag selbst bekommen willst, trag dich für „Aus dem Maschinenraum“ ein.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus fünfzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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