Eine Mailchimp-Alternative lohnt sich für Selbstständige vor allem aus drei Gründen: Der Gratis-Tarif endet bei 250 Kontakten und 500 Mails im Monat, die Preise steigen mit jeder Kontaktstufe, und Mailchimp ist ein US-Anbieter, der Daten laut eigenem Vertrag in die USA übertragen kann. Brauchbare Ziele für den Wechsel sind Anbieter mit Sitz in Europa wie Brevo (Vertragspartner in Deutschland: Brevo GmbH, Berlin), CleverReach und rapidmail (beide aus Deutschland) oder MailerLite (Datenspeicher in der EU), und für alle mit eigenem Server die Open-Source-Software Listmonk. Wichtiger als die Wahl des Werkzeugs ist der Umzug selbst: Du nimmst die Liste mit den Einwilligungsnachweisen mit, also Zeitpunkt und IP-Adresse von Anmeldung und Bestätigung, und die Abgemeldeten als Sperrliste. Alle Preise unten stammen von den Preisseiten der Anbieter, abgerufen am 06.11.2026, Stand: November 2026; ein eigener Mailchimp-Test steckt nicht dahinter.
Meinen eigenen Newsletter „Aus dem Maschinenraum“ verschicke ich mit Listmonk, das wir selbst auf unseren Servern bei Hetzner betreiben; die Mails gehen über die Mailserver von ALL-INKL. Für einzelne Mailserien zu Webinaren und für Wartelisten nutzen wir zusätzlich Brevo. So steht es in meiner Datenschutzerklärung. Wo der Newsletter im Gesamtbild sitzt, vom Blogbeitrag bis zur Community, zeige ich in Marketing-Funnel: Stufen am echten Beispiel. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, lies zuerst Newsletter kostenlos erstellen: Anleitung.
Was Mailchimp kostet (Stand: November 2026)
Mailchimp rechnet nach Kontakten. Die Preisseite zeigt aus Deutschland diese Einstiegspreise in Euro für die kleinste Stufe mit bis zu 500 Kontakten:
Drei Punkte aus dem Kleingedruckten, die bei der Entscheidung zählen:
- Free ist eng. Geplanter Versand ist nicht enthalten, das Mailchimp-Branding bleibt in der Mail, und E-Mail-Support gibt es nur in den ersten 30 Tagen. Wird das Kontakt- oder Sendelimit überschritten, pausiert der Versand.
- Die Testphase braucht eine Zahlungsart. Essentials und Standard sind 14 Tage kostenlos, bei der Anmeldung müssen gültige Zahlungsinformationen angegeben werden. Danach berechnet Mailchimp den Tarif nach Kontakten und gesendeten E-Mails.
- Mehrkosten kommen automatisch. Wer im bezahlten Tarif sein Kontakt- oder Sendelimit erreicht, bekommt die Mehrkosten laut Mailchimp automatisch in Rechnung gestellt.
Die Mailchimp-Kosten wachsen also mit der Liste, auch wenn du nicht öfter schreibst. Spätestens dann lohnt ein Vergleich.
Mailchimp und DSGVO: was der Vertrag sagt
Vertragspartner ist The Rocket Science Group LLC, die unter dem Namen Mailchimp auftritt. In ihrem Auftragsverarbeitungsvertrag steht, dass Mailchimp Kundendaten weltweit in die USA und andere Länder übertragen und dort verarbeiten kann. Für diese Übermittlungen verpflichtet sich Mailchimp, den EU-US Data Privacy Framework einzuhalten, hilfsweise gelten Standardvertragsklauseln. Den Angemessenheitsbeschluss für diesen Rahmen hat die EU-Kommission am 10. Juli 2023 angenommen.
Rechtlich ist ein US-Anbieter damit nicht ausgeschlossen. Manche Selbstständige wollen die Frage trotzdem gar nicht erst stellen, weil sie ihren Kunden „Daten bleiben in der EU“ sagen möchten oder weil ein Großkunde danach fragt. Das ist eine Abwägung, die du selbst triffst. Was KI-Werkzeuge in derselben Frage dürfen, steht in KI und Datenschutz: was die KI sehen darf.
Mailchimp-Alternativen im Vergleich
Die Tabelle zeigt den Einstieg je Anbieter, abgerufen am 06.11.2026. Bei allen steigt der Preis mit Kontakten oder Versandmenge.
Wer nicht selbst hosten will, kommt mit einem gehosteten Anbieter am schnellsten weiter. Bei Brevo* kannst du dich ohne Kreditkarte anmelden; das ist der Anbieter, den wir für Webinar-Serien und Wartelisten nutzen. CleverReach wirbt auf seiner Preisseite mit einem Wechselrabatt: 20 Prozent für die ersten drei Monate gegen Vorlage der letzten Rechnung des bisherigen Anbieters, es gelten die Aktionsbedingungen. Was Brevo bei mehr Mails kostet und wo die Grenzen liegen, steht in Brevo Preise, Erfahrungen und Alternativen. Alle Gratis-Tarife nebeneinander findest du in Newsletter-Tool kostenlos: welches passt?.
* Affiliate-Link: Wenn du dich über diesen Link bei Brevo registrierst oder einen Tarif buchst, bekomme ich eine Provision. Dein Preis ändert sich dadurch nicht.
Listmonk ist der Weg ohne Anbieter. Die Software besteht aus einer einzigen Programmdatei und einer Postgres-Datenbank und verwaltet laut Projektseite Listen mit Single- und Double-Opt-in. Den Versand übernimmt sie nicht selbst, dafür brauchst du einen Mailserver oder SMTP-Dienst. Und die Pflege bleibt bei dir: Updates, Backups, Absicherung. Was dazugehört, steht in Eigenen Server absichern: Linux und Windows; wie ich meine eigenen Dienste betreibe, in Kubernetes auf Hetzner: k3s in Produktion. Wie Installation, Versand und Bounces bei Listmonk aussehen, steht in Newsletter selbst hosten mit Listmonk.
Liste mit Einwilligungsnachweisen umziehen
Der heikelste Teil des Wechsels ist nicht das neue Werkzeug, sondern die Liste. Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine unzumutbare Belästigung, und nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO musst du die Einwilligung nachweisen können. Der Nachweis muss also mit umziehen. Das ist keine Rechtsberatung; die Schritte unten sind die technische Seite.
- Ganze Zielgruppe exportieren. Mailchimp exportiert eine Zielgruppe als ZIP mit getrennten CSV-Dateien für angemeldete, nicht angemeldete, abgemeldete und bereinigte Kontakte. Exporte liegen nur 30 Tage im Konto, also lädst du sie herunter und legst sie sicher ab.
- Nachweisfelder behalten. Im Export stehen unter anderem
OPTIN_TIME (Zeitpunkt der Anmeldung), OPTIN_IP, CONFIRM_TIME (Klick auf den Bestätigungslink) und CONFIRM_IP, bei DSGVO-Formularen außerdem die erteilten Marketing-Erlaubnisse. Leg im neuen Werkzeug für jedes dieser Felder ein eigenes Feld an. In Listmonk heißen solche Zusatzfelder Attribute.
- Lücken kennen. Nicht im Export sind laut Mailchimp unter anderem die Anmeldequelle und Öffnungen oder Klicks. Einen Teil davon kannst du für Datenschutzzwecke am einzelnen Kontaktprofil exportieren. Heb zusätzlich den Wortlaut deines alten Anmeldeformulars auf, als Screenshot oder Textdatei mit Datum.
- Abgemeldete als Sperrliste importieren. Wer sich abgemeldet hat oder als bereinigt markiert ist, darf nicht wieder als aktiver Kontakt auftauchen. Listmonk kennt beim Import dafür einen eigenen Modus
blocklist neben subscribe.
- Neue Anmeldestrecke zuerst. Formular, Bestätigungsmail und Datenschutzerklärung stehen beim neuen Anbieter, bevor der erste Kontakt importiert wird. Erst dann stellst du das alte Formular ab und kündigst Mailchimp.
Bei meinem eigenen Newsletter speichern wir genau diese Art von Nachweis: E-Mail-Adresse, Zeitpunkt und IP-Adresse der Anmeldung und der Bestätigung, um die Einwilligung nachweisen zu können. So steht es in der Datenschutzerklärung. Wie die Bestätigungsstrecke aufgebaut ist, erkläre ich in Double-Opt-in: Ablauf, Pflicht und Nachweis. Wo das Formular auf deiner Seite sitzt, entscheidet über die Anmeldungen; Grundlagen dazu in Landingpage erstellen: Anleitung und Tools.
Welche Mailchimp-Alternative zu dir passt
Als Vereinfachung gemeint, nicht als Regel für jeden Fall:
- Unter 250 Kontakten und selten eine Mail: Bleib vorerst, wo du bist, oder nimm einen Gratis-Tarif oder einen Anbieter, der je Versand abrechnet, etwa rapidmail. Ein Wechsel kostet dich vor allem Zeit.
- Wachsende Liste, keine Technik im Haus: Ein gehosteter Anbieter aus Europa. Vergleiche die Preise für deine echte Kontaktzahl in einem Jahr, nicht für heute.
- Du betreibst schon Server und willst alles bei dir: Listmonk. Plane Zeit für Versand, Zustellbarkeit und Pflege ein.
Wo Conny hilft
Das Werkzeug zu wechseln ändert nichts daran, dass jede Woche eine Ausgabe geschrieben werden will. Eine Newsletter-Rohfassung aus den Notizen der Woche hat Conny, meine KI-Mitarbeiterin für Content, bei mir schon erprobt; sie entwirft, freigeben musst du selbst.
Häufige Fragen
Ist Mailchimp kostenlos?
Ja, bis 250 Kontakte. Der Free-Tarif erlaubt höchstens 500 E-Mails im Monat oder 250 am Tag, einen Nutzer und eine Zielgruppe, ohne geplanten Versand und mit Mailchimp-Branding (Stand: November 2026).
Was kostet Mailchimp bei 500 Kontakten?
Laut Preisseite ab 11,69 € im Monat für Essentials und ab 17,98 € für Standard, so wie die Seite es am 06.11.2026 aus Deutschland zeigt. Mit mehr Kontakten steigt der Preis.
Welche Mailchimp-Alternative ist DSGVO-freundlich?
Anbieter mit Sitz und Datenhaltung in der EU, zum Beispiel Brevo, CleverReach oder rapidmail, oder Listmonk auf deinem eigenen Server. Den Auftragsverarbeitungsvertrag brauchst du bei jedem gehosteten Anbieter.
Muss ich meine Kontakte nach dem Umzug neu bestätigen lassen?
Nicht automatisch, wenn du die Einwilligungsnachweise aus Mailchimp mitnimmst und die Kontakte für denselben Zweck angemeldet sind. Fehlen die Nachweise für einen Teil der Liste, ist eine neue Bestätigung für genau diesen Teil der saubere Weg. Wie du den Umzug mit den Nachweisen technisch aufsetzt, schauen wir uns gemeinsam an.
Wie lange dauert der Wechsel?
Export und Import sind schnell erledigt. Die meiste Zeit kosten die neue Anmeldestrecke, die Vorlagen und die Datenschutzerklärung; plane sie vor dem Import ein.
Wie du weitermachst
Exportier heute deine Zielgruppe aus Mailchimp und schau nach, ob OPTIN_TIME und CONFIRM_TIME bei deinen Kontakten gefüllt sind. Danach weißt du, wie sauber dein Umzug wird. Wie ein Newsletter aussieht, der jeden Dienstag einen echten Vorgang aus meinem Büro, die Regel dahinter und eine Vorlage bringt, siehst du in der Beispielausgabe. Eintragen kannst du dich auf der Seite Newsletter „Aus dem Maschinenraum“.