Ein kostenloses Newsletter-Tool gibt es von fast jedem großen Anbieter, aber die Gratis-Tarife enden an sehr unterschiedlichen Stellen (Stand: November 2026, laut Preisseiten): Brevo erlaubt 300 E-Mails am Tag bei bis zu 100.000 Kontakten, MailerLite 250 Abonnenten und 2.500 E-Mails im Monat, Mailchimp unter 250 Kontakte und höchstens 500 E-Mails im Monat, CleverReach 250 Empfänger und 1.000 E-Mails im Monat, Kit bis zu 10.000 Abonnenten, aber ohne automatische Mailserien. Listmonk kostet als Open-Source-Software gar nichts, läuft aber auf deinem eigenen Server. Welches Werkzeug passt, entscheiden drei Fragen: Wie groß ist deine Liste in einem Jahr, soll eine Begrüßungsserie automatisch laufen, und wo sollen die Daten deiner Leser liegen?
Ich nutze zwei davon. Meinen Newsletter „Aus dem Maschinenraum“ verwalte und verschicke ich mit Listmonk, das wir selbst auf unseren Servern bei Hetzner betreiben; die Mails gehen über die Mailserver von All-Inkl. Für einzelne Mailserien zu Webinaren und für Wartelisten nutzen wir zusätzlich Brevo, mit Servern in der EU. Wie eine Ausgabe aussieht, zeigt die erste Ausgabe vom 27. Oktober 2026, und wo der Newsletter zwischen Blogbeitrag und Community sitzt, steht in Marketing-Funnel: Stufen am echten Beispiel. Wie du vom leeren Konto zur ersten Ausgabe kommst, erkläre ich in Newsletter kostenlos erstellen: Anleitung.
Newsletter-Tool kostenlos: die Gratis-Tarife im Vergleich
Alle Angaben habe ich am 6. November 2026 von den Preis- und Produktseiten der Anbieter abgerufen. Die Anbieter ändern Grenzen und Preise regelmäßig, prüf sie deshalb direkt vor der Anmeldung noch einmal. Preise so, wie die Seiten sie aus Deutschland anzeigen; je nach Anbieter kommen Steuern dazu.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens zählen die Anbieter unterschiedlich: Brevo begrenzt die Mails pro Tag, Mailchimp, MailerLite und CleverReach begrenzen Kontakte und Mails im Monat zugleich, Kit nur die Abonnenten, und das erst bei 10.000. Zweitens ist die automatische Begrüßungsserie, die eine Liste wachsen lässt, nicht überall gratis dabei. Bei Kit steht in der Tabelle der Preisseite für automatische E-Mail-Sequenzen im Gratis-Tarif ausdrücklich „No“.
Was die Grenzen im Alltag heißen
Ein Beispiel: Angenommen, du hast nach einem halben Jahr 400 Abonnenten und schreibst einmal pro Woche. Das sind rund 1.600 Mails im Monat.
- Mailchimp, MailerLite, CleverReach: Mit 400 Kontakten bist du über der Gratis-Grenze von 250 und zahlst.
- Brevo: Die Kontakte passen, aber 300 Mails am Tag reichen nicht, um alle 400 an einem Tag zu erreichen. Für einen Wochen-Newsletter ist das lästig, für eine Liste unter 300 kein Problem. Wechselst du auf Starter, um alle an einem Tag zu erreichen, sind im Einstieg 500 Kontakte erlaubt; 400 passen noch.
- Kit: Passt kostenlos, solange du ohne automatische Begrüßungsserie auskommst.
- Listmonk: Die Software setzt keine Grenze. Die Grenze setzt dein Versanddienst, also das, was dein Mailserver oder Anbieter pro Stunde und Tag zulässt.
Rechne mit deiner Liste in zwölf Monaten, nicht mit heute: Ein Umzug mit Abonnenten, Formularen und Vorlagen ist mehr Arbeit als die Wahl am Anfang.
DSGVO: Serverstandort und AVV als Kriterium
Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Betreiber-Perspektive. Sobald ein Anbieter die Adressen deiner Abonnenten für dich speichert und verschickt, arbeitet er in der Regel als Auftragsverarbeiter. Art. 28 Abs. 3 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag, der den Auftragsverarbeiter bindet, bei Newsletter-Tools meist als AVV oder DPA (Data Processing Agreement) bezeichnet. Dazu gehört die Frage, ob Daten die EU verlassen. Was die Anbieter selbst angeben (abgerufen am 6. November 2026):
Ein Anbieter aus den USA ist damit nicht automatisch ausgeschlossen, aber du musst mehr erklären, in der Datenschutzerklärung und im Zweifel gegenüber deinen Lesern. Bei mir steht genau diese Kette in der Datenschutzerklärung: Listmonk auf eigenen Servern, Versand über All-Inkl als Auftragsverarbeiter, Brevo mit Servern in der EU. Wichtig ist außerdem die Bestätigungsmail bei der Anmeldung, das Double-Opt-in. Listmonk nennt Double-Opt-in-Listen ausdrücklich, CleverReach „Double-Opt-in als Standard“; bei den anderen prüfst du vor der Anmeldung, wie das Formular bestätigt. Wie das sauber geht, steht in Double-Opt-in: Ablauf, Pflicht und Nachweis.
Listmonk: kostenlos, aber nicht ohne Arbeit
Listmonk ist laut eigener Dokumentation ein selbst gehosteter Newsletter- und Mailinglisten-Manager unter der Lizenz AGPLv3, geliefert als einzelne Programmdatei; die einzige Abhängigkeit ist eine Postgres-Datenbank. Single- und Double-Opt-in-Listen, Auswertungen von Öffnungen, Klicks und Bounces, Vorlagen und eine Programmierschnittstelle sind eingebaut.
Was die Software nicht mitbringt, ist der Versand. Listmonk gibt die Mails an einen SMTP-Server weiter, und die Dokumentation warnt selbst: Manche Hoster sperren ausgehende SMTP-Ports wie 25 und 465, als Beispiel nennt sie Hetzner. Bei mir läuft Listmonk auf den eigenen Servern, verschickt wird über die Mailserver von All-Inkl. Wer so etwas aufsetzt, braucht einen sauber abgesicherten Server (Eigenen Server absichern: Linux und Windows), Backups der Datenbank und jemanden, der Updates und Zustellbarkeit im Blick behält. Die Einrichtung Schritt für Schritt steht in Newsletter selbst hosten mit Listmonk. Wie meine eigenen Dienste laufen, steht in Kubernetes auf Hetzner: k3s in Produktion; für einen Newsletter reicht ein kleiner Server. Was Hosting kostet, steht im Hosting-Vergleich: Preise, Webspace, FTP.
Welche Newsletter-Software passt: vier Fragen
- Wie viele Abonnenten erwartest du in zwölf Monaten, und wie oft schreibst du? Unter 250 und höchstens zwei Ausgaben im Monat: Jeder Gratis-Tarif reicht. Wöchentlich werden Mailchimp (500 Mails im Monat) und CleverReach (1.000 im Monat) schon vor 250 Kontakten eng, MailerLite, Brevo und Kit reichen. Bis einige Tausend und ohne Automationen: Kit. Größer, mit Lust auf Technik: Listmonk.
- Soll eine Begrüßungsserie automatisch laufen? Dann scheidet der Gratis-Tarif von Kit aus. Bei den anderen prüfst du, welche Automationen gratis enthalten sind; MailerLite nennt „Free automations“ im Gratis-Tarif, Brevo stellt „Marketing-Automatisierung“ mit beliebig vielen mehrstufigen Workflows beim Tarif Standard heraus.
- Wo sollen die Daten liegen? Wenn EU wichtig ist: Brevo, MailerLite, CleverReach oder Listmonk auf einem Server in der EU.
- Wie oft schreibst du? Wöchentlich an mehr als 300 Leute passt nicht zum Tageslimit von Brevo Free. Monatlich an wenige passt fast überall.
Dazu zwei Punkte, die in keiner Preistabelle stehen. Kennzeichne die Links in deinen Ausgaben, damit du in der Website-Statistik siehst, was ein Newsletter bringt (UTM-Parameter: Aufbau, Beispiele und Fehler). Und überleg dir vor dem Tool die Anmeldeseite, denn sie entscheidet mehr über das Wachstum als das Werkzeug dahinter (Landingpage erstellen: Anleitung und Tools). Wenn du von Mailchimp kommst, lies Mailchimp-Alternative für Selbstständige.
Wo ein KI-Mitarbeiter beim Newsletter hilft
Das Tool verschickt, schreiben musst du trotzdem. Bei mir entwirft das Conny, meine KI-Mitarbeiterin für Content, Newsletter-Rohfassungen nennt ihre Seite ausdrücklich als Einsatz, und es gilt: Sie entwirft, ich gebe frei. Der Versand bleibt bei dir. Wo KI beim Newsletter hilft und wo nicht, steht in Newsletter kostenlos erstellen: Anleitung.
Dass ein Werkzeug sich anbinden lässt, wird dabei zum Auswahlkriterium. Brevo führt auf der Preisseite „MCP für ChatGPT & Claude“ im Starter-Tarif auf, MailerLite nennt „MCP for Claude, ChatGPT, and more“ schon im Gratis-Tarif, Kit hat seinen MCP-Zugang im Tarif Creator, Listmonk hat eine Programmierschnittstelle für alle Funktionen. Ein Mitglied meiner Community hatte am 20.08.2026 in unter 50 Minuten eine Newsletter-Mitarbeiterin mit Anbindung an Brevo*.
* Affiliate-Link: Wenn du dich über diesen Link bei Brevo registrierst oder einen Tarif buchst, bekomme ich eine Provision. Dein Preis ändert sich dadurch nicht.
Häufige Fragen
Welches Newsletter-Tool ist wirklich kostenlos?
Dauerhaft kostenlose Tarife haben Brevo, MailerLite, Mailchimp, CleverReach und Kit, jeweils mit Grenzen bei Kontakten oder Mails (Stand: November 2026). Ohne Grenze in der Software ist nur Listmonk, dafür zahlst du Server und Versand selbst.
Welches kostenlose Newsletter-Tool hat die meisten Kontakte?
Brevo nennt bis zu 100.000 Kontakte im Gratis-Tarif, begrenzt aber auf 300 E-Mails am Tag. Kit erlaubt bis zu 10.000 Abonnenten mit beliebig vielen Newsletter-Versänden, dafür ohne automatische Sequenzen.
Ist ein Newsletter-Tool aus den USA DSGVO-konform?
Das hängt an Vertrag und Übermittlung, nicht am Firmensitz allein. Mailchimp und Kit stützen sich auf das EU-US Data Privacy Framework und bieten einen Vertrag zur Datenverarbeitung an. Wer Daten in der EU halten will, nimmt einen Anbieter mit EU-Servern oder hostet selbst.
Brauche ich für den Gratis-Tarif einen AVV?
Ja, wenn der Anbieter Daten deiner Abonnenten für dich verarbeitet; der Preis spielt dafür keine Rolle. Bei den meisten Anbietern ist der Vertrag Teil der Bedingungen oder online abschließbar.
Lohnt sich Listmonk für Einsteiger?
Nur, wenn du selbst einen Server betreibst oder jemanden hast, der das tut. Sonst ist ein Gratis-Tarif eines Anbieters der ehrlichere Start.
Wie du weitermachst
Schreib dir die erwartete Listengröße in zwölf Monaten auf, entscheide, ob eine Begrüßungsserie automatisch laufen soll, und nimm dann das Werkzeug, das beides im Gratis-Tarif abdeckt. Wenn du sehen willst, wie ein Newsletter aus dem Betrieb mit KI-Mitarbeitern aussieht, trag dich für meinen Newsletter „Aus dem Maschinenraum“ ein: jeden Dienstag ein echter Vorgang, die Regel dahinter und eine Vorlage zum Übernehmen. Was Brevo im Betrieb kostet und wo die Grenzen liegen, steht in Brevo Preise, Erfahrungen und Alternativen.