Einen Newsletter selbst hosten heißt: Die Software für Liste, Anmeldung und Versand läuft auf deinem eigenen Server, und die Daten deiner Abonnenten liegen bei dir statt bei einem Anbieter. Eine verbreitete Open-Source-Lösung dafür ist Listmonk. Sie steht unter der Lizenz AGPL-3.0, kostet keine Lizenzgebühr und besteht aus einer einzigen Programmdatei plus einer PostgreSQL-Datenbank (ab Version 12). Den Versand bringt Listmonk nicht mit: Dafür brauchst du einen SMTP-Dienst, eine Domain mit SPF, DKIM und DMARC und jemanden für Updates, Backups und Bounces. Stand: November 2026 ist Version 6.2.0 (26.06.2026) die aktuelle stabile Fassung, Version 7.0.0 läuft seit 20.10.2026 als Beta.
Meinen Newsletter „Aus dem Maschinenraum“ verwalte und verschicke ich mit Listmonk, das wir selbst auf unseren Servern bei Hetzner betreiben; die Mails gehen über die Mailserver von ALL-INKL. So steht es in meiner Datenschutzerklärung, Abschnitt 7. Technisch betreut wird kevinwelter.com von Ralf, meinem KI-Mitarbeiter für Websites (Website mit KI erstellen und modernisieren). Wenn du lieber einen gehosteten Anbieter nimmst, vergleiche zuerst die Gratis-Tarife in Newsletter-Tool kostenlos: welches passt?.
Wann sich ein selbst gehosteter Newsletter lohnt
Selbst hosten spart die Monatsgebühr pro Kontakt, aber nicht die Arbeit. Die Arbeit verschiebt sich vom Anbieter zu dir.
Als Faustregel, vereinfacht: Betreibst du schon Server, die du ohnehin pflegst, ist Listmonk ein kleiner zusätzlicher Dienst. Hast du keinen Server und niemanden für Technik, ist ein gehosteter Anbieter der schnellere und sicherere Start. Welche gehosteten Dienste in Europa sitzen und wie du eine Liste mit Nachweisen umziehst, steht in Mailchimp-Alternative für Selbstständige.
Listmonk installieren: was du brauchst
Listmonk läuft als Programmdatei oder per Docker Compose. Docker ist der kürzere Weg:
# Beispiel-Datei des Projekts holen, anpassen, dann starten
curl -LO https://github.com/knadh/listmonk/raw/master/docker-compose.yml
docker compose up -d
Danach legst du unter Port 9000 den Super-Admin an. Mit der Programmdatei sind es ./listmonk --new-config, ./listmonk --install und ./listmonk.
Bevor die Installation ins Internet geht, vier Punkte:
- Passwörter ändern. Datenbank-Benutzer und Passwort stehen in der Beispiel-Datei auf
listmonk. Setz eigene Werte, am besten über _FILE-Variablen statt im Klartext.
- Port 9000 nicht offen ins Netz. Die Beispiel-Datei veröffentlicht Port 9000 auf allen Adressen. Stell einen Reverse Proxy mit TLS davor (SSL-Zertifikat prüfen: Anleitung und Tools) und lass den Port nur lokal erreichbar.
- Nur die öffentlichen Pfade freigeben. Von außen brauchen laut Dokumentation nur
/subscription/*, /link/*, /campaign/*, /public/*, /uploads/* und /webhooks/service/* erreichbar zu sein. /admin/* und /api/* gehören hinter VPN oder IP-Filter.
- Server absichern. Updates, Schlüssel statt Passwort, Firewall: Die Grundlagen stehen in Eigenen Server absichern: Linux und Windows.
Welche Hosting-Art zu dir passt, vergleicht der Hosting-Vergleich: Preise, Webspace, FTP. Meine eigenen Dienste, darunter diese Website, betreibe ich auf einem k3s-Cluster bei Hetzner Cloud (Kubernetes auf Hetzner: k3s in Produktion). Alle Beiträge dazu sammelt der Kubernetes-Hub. Für einen Newsletter allein reicht ein kleiner Server mit Docker.
Versand und Zustellbarkeit: SMTP, SPF, DKIM, DMARC
Listmonk gibt jede Mail an einen SMTP-Server weiter. Ob sie ankommt, entscheiden Versanddienst und Domain. Zwei Hürden:
Gesperrte Ports. Die Listmonk-Dokumentation warnt, dass manche Hoster ausgehende SMTP-Ports wie 25 und 465 sperren, und nennt Hetzner als Beispiel. Laut Hetzner-FAQ sind sie auf Cloud-Servern standardmäßig gesperrt; eine Freischaltung kannst du frühestens nach einem Monat und der ersten bezahlten Rechnung beantragen, entschieden wird im Einzelfall. Port 587 zu externen Versanddiensten ist frei (Stand: November 2026). Der einfachere Weg: Listmonk auf dem eigenen Server, Versand über einen SMTP-Dienst auf Port 587.
Absender-Anforderungen der Postfach-Anbieter. Google schreibt für Mails an Gmail-Konten vor (Stand: November 2026):
- Alle Absender: SPF oder DKIM für die Absenderdomain, gültige Vorwärts- und Rückwärts-DNS-Einträge (PTR) der sendenden IP, TLS beim Versand, eine in den Postmaster Tools gemeldete Spamrate unter 0,3 Prozent.
- Ab 5.000 Mails am Tag an Gmail: SPF und DKIM, dazu DMARC (die Richtlinie darf auf
none stehen), die Domain im From-Header muss zur SPF- oder DKIM-Domain passen, und Werbe- und Newsletter-Mails brauchen eine Abmeldung mit einem Klick plus einen sichtbaren Abmeldelink im Text.
SPF und DKIM sind DNS-Einträge bei deiner Domain, die Werte gibt dir der Versanddienst. Für die Abmeldung mit einem Klick hat Listmonk in den Datenschutz-Einstellungen die Option, den List-Unsubscribe-Header mitzuschicken. Frag deinen Versanddienst nach seinen Grenzen pro Stunde und Tag; Listmonk drosselt über eine Nachrichtenrate und ein gleitendes Zeitfenster.
Bounces verarbeiten
Ein Bounce ist eine Mail, die zurückkommt: Adresse falsch, Postfach voll, abgewiesen. Wer sie ignoriert, schickt weiter an tote Adressen. Listmonk kennt zwei Wege:
- Eigenes POP3-Postfach. Listmonk liest es ab, ordnet jeden Bounce als weich oder hart ein und löscht die Mails danach. Deshalb laut Dokumentation nie dein normales Postfach.
- Webhooks des Versanddienstes. Für Amazon SES, Azure Communication Services, SendGrid, Postmark, Forward Email und Lettermint gibt es fertige Endpunkte, sonst eine eigene Bounce-Schnittstelle.
Je Art legst du fest, nach wie vielen Bounces was passiert: nichts, Sperrliste oder Löschen. Für SES empfiehlt die Dokumentation: hart nach einem Bounce auf die Sperrliste.
Double-Opt-in, Vorlagen und API
Listen sind Single- oder Double-Opt-in. Bei Double-Opt-in gehen Kampagnen nur an Abonnenten, die den Link in der Bestätigungsmail geklickt haben; auf Wunsch speichert Listmonk die IP-Adresse der Bestätigung. Was rechtlich dahintersteckt und welche Nachweise du brauchst, steht in Double-Opt-in: Ablauf, Pflicht und Nachweis. Bei mir wird laut Datenschutzerklärung bis zum Klick auf den Bestätigungslink nichts gespeichert; danach Zeitpunkt und IP-Adresse von Anmeldung und Bestätigung.
Vorlagen schreibst du in HTML mit Go-Templates, im Baukasten, in Markdown oder als Text. Drei Platzhalter brauchst du fast immer: {{ UnsubscribeURL }} für den Abmeldelink, {{ TrackView }} für das Zählpixel (einmal, im Fuß) und {{ TrackLink "…" }} für gezählte Links. Die Programmierschnittstelle deckt alle Funktionen ab und verschickt auch Einzelmails wie Zugaben aus Vorlagen.
Betrieb: Updates, Backups und Datenschutz bleiben bei dir
Hier liegt der eigentliche Preis des Selbst-Hostens.
Updates. Vor jedem Update die Datenbank sichern, so steht es in der Dokumentation. Dann neue Version holen, --upgrade ausführen, neu starten. Zurück auf eine ältere Version geht nur mit der Sicherung von vorher. Lies die Versionshinweise: 6.2.0 brachte Sicherheitskorrekturen bei den Rechten mehrerer Benutzer, die Beta 7.0.0 ersetzt die Oberfläche und ändert das Absenderfeld in der Einstellungs-API.
Backups. Die Datenbank, etwa mit pg_dump, und den Upload-Ordner mit Bildern, getrennt vom Server abgelegt und einmal testweise zurückgespielt. Für Kubernetes steht es in Kubernetes Backup: etcd und Volumes sichern.
Datenschutz. Verantwortlich bist du. Die DSGVO verlangt, dass du eine Einwilligung nachweisen kannst (Art. 7 Abs. 1), dass du mit Auftragsverarbeitern arbeitest, die „hinreichend Garantien“ bieten (Art. 28 Abs. 1, also Vertrag mit Hoster und Versanddienst), dass du Daten nach einem Zwischenfall rasch wiederherstellen kannst (Art. 32 Abs. 1 lit. c) und dass du auf Verlangen löschst (Art. 17). Listmonk hilft: Abonnenten können ihre Daten exportieren oder löschen, die Verfolgung je Abonnent lässt sich abschalten. Was du wie lange speicherst, legst du fest. Bei mir laut Datenschutzerklärung: Öffnungen und Klicks werden einmal im Monat gelöscht, sobald sie älter als zwölf Monate sind, und nach einer Abmeldung wird der Eintrag 30 Tage danach gelöscht, außer die Adresse steht in einem anderen Verteiler oder auf der Sperrliste. Das ist eine technische Einordnung, keine Rechtsberatung.
Wo ein KI-Mitarbeiter hilft
Die Technik von kevinwelter.com betreut bei mir Ralf, mit festem Ablauf: Bestandsabgleich, Build, Screenshots und Klicktest gehören immer dazu, den Livegang bereitet er vor, die Freigabe bleibt bei mir. Ein Beispiel, wie ein Wartungsauftrag für Listmonk an einen KI-Mitarbeiter aussehen kann: „Prüf die Versionshinweise der neuen Listmonk-Version auf Änderungen, die uns betreffen, sicher die Datenbank, spiel das Update auf einer Testumgebung ein, schick eine Testkampagne an das interne Postfach und leg mir das Ergebnis zur Freigabe hin.“
Für die Ausgaben gibt es Conny, deren Rolle laut ihrer Seite zum Beispiel auch Newsletter-Rohfassungen umfasst (KI für Instagram-Reels: so arbeitet Conny); eine Rohfassung aus den Notizen der Woche hat sie bei mir erprobt. Und was das Haus verlässt, ein Mailversand eingeschlossen, geht nur mit meinem ausdrücklichen Wort raus. Wie der Newsletter im Ganzen mit Blog und Community zusammenhängt, steht in Marketing-Funnel: Stufen am echten Beispiel.
Häufige Fragen
Ist Listmonk kostenlos?
Ja, die Software steht unter der Lizenz AGPL-3.0 und kostet keine Lizenzgebühr. Du zahlst den Server, den Versanddienst und deine Zeit für Betrieb, Updates und Backups.
Kann Listmonk Mails selbst verschicken?
Nein. Listmonk übergibt die Mails an einen SMTP-Server, das kann ein eigener Mailserver oder ein Versanddienst sein. Auf vielen Cloud-Servern, etwa bei Hetzner, sind die Ports 25 und 465 zunächst gesperrt; Port 587 zu einem externen Dienst geht.
Kann ich von Mailchimp oder Brevo zu Listmonk umziehen?
Ja. Listmonk importiert Kontakte per CSV oder Schnittstelle, Abgemeldete importierst du als Sperrliste. Nimm die Einwilligungsnachweise mit, also Zeitpunkt und IP-Adresse von Anmeldung und Bestätigung. Was Brevo kostet und wo seine Grenzen liegen, steht in Brevo Preise, Erfahrungen und Alternativen.
Ist ein selbst gehosteter Newsletter DSGVO-konform?
Nicht von selbst. Die Daten liegen zwar bei dir, aber Einwilligungsnachweis, Verträge mit Hoster und Versanddienst, Löschfristen, Sicherheit und Datenschutzerklärung bleiben deine Aufgabe.
Wie du weitermachst
Starte Listmonk zuerst lokal mit Docker, bau eine Double-Opt-in-Liste und eine Vorlage und schick eine Testkampagne über den SMTP-Zugang, den du später nutzen willst. Ins Netz geht die Installation erst, wenn SPF, DKIM, DMARC und Bounces laufen. Wie du vom ersten Satz bis zur ersten Ausgabe kommst, steht in Newsletter kostenlos erstellen: Anleitung. Wenn du sehen willst, was in so einem selbst gehosteten Newsletter steht, trag dich für meinen Newsletter „Aus dem Maschinenraum“ ein: jeden Dienstag ein echter Vorgang aus meinem Büro, die Regel dahinter und eine Vorlage. Ralf, Conny und die anderen fertigen KI-Mitarbeiter gibt es in meiner Community Claude Practitioners.