Ein SEO-Audit prüft in vier Bereichen, ob deine Website gefunden, verstanden und schnell ausgeliefert wird: Technik (Erreichbarkeit, Indexierbarkeit, Ladezeit), On-Page (Titel, Beschreibungen, Überschriften, Links), strukturierte Daten und, bei einem lokalen Betrieb, der Ortsbezug. Das ist der Basisaudit, und bei einer kleinen, technisch einfachen Website trägt ihn kostenloses Werkzeug komplett: Search Console, Bing Webmaster Tools, Lighthouse und Screaming Frog gratis bis 500 URLs. Ohne angeschlossenes Messwerkzeug erhebt die KI diese Werte nicht selbst, und genau da werden die meisten Anleitungen unsauber. Sie liest die Roh-Ausgaben deiner Werkzeuge, findet Muster über hunderte Seiten und baut daraus einen priorisierten Maßnahmenplan. Gemessen wird mit Werkzeugen, interpretiert wird mit KI. Wer die KI stattdessen nach „dem SEO-Score meiner Seite" fragt, bekommt eine Zahl, die nirgendwo herkommt. Ein Durchlauf über alle sieben Schritte kostet bei unter 500 URLs etwa einen halben Tag und endet mit der Nachmessung, nicht mit dem Bericht.
Ich führe mein Business als Solo-Selbstständiger mit einer Belegschaft aus KI-Mitarbeitern auf Claude-Basis, und einer macht nichts anderes: messen, bewerten, nachmessen. Wie das Konzept aufgebaut ist, steht auf KI-Mitarbeiter einstellen, die Rollen der Reihe nach in Meine KI-Belegschaft. Hier geht es um den Ablauf, inklusive der Stellen, an denen die KI nichts beiträgt.
Was ein SEO-Audit überhaupt prüft
Ein Audit ist keine Meinung, sondern eine Liste von Befunden mit Fundort. Vier Bereiche decken ab, was bei kleinen Websites schiefgeht.
Diese vier Bereiche sind der Basisaudit für eine kleine, technisch einfache Website. Nicht darin: Backlinks und Off-Page-Signale, mehrsprachige Websites, JavaScript-Rendering, Logdateien, Relaunch-Migrationen, komplexe Informationsarchitektur. Ob einer davon bei dir der entscheidende ist, hängt nicht an der Seitenzahl. Ein sauberes Audit legt den Prüfumfang deshalb vorher fest und schreibt ihn in den Bericht, statt am Ende „vollständig geprüft" darunterzusetzen.
Ein Sonderfall ist FAQPage: Das Markup kann gültig sein, aber Google zeigt FAQ-Rich-Results laut eigener Dokumentation nur noch für bekannte, maßgebliche Behörden- und Gesundheitsseiten. Für einen normalen Betrieb ist es sauberes Markup ohne Sondereffekt, und so gehört es in den Bericht.
Was ein Audit nicht liefert: eine Zusage, wo du danach stehst. Google im eigenen Einsteiger-Leitfaden: „There are no secrets here that'll automatically rank your site first in Google (sorry!)", und weiter: manche Änderungen wirken in Stunden, andere brauchen Monate. Wer dir eine Position verspricht, widerspricht dem Hersteller der Suchmaschine.
Die kostenlosen Werkzeuge, die für ein Audit reichen
Bezahlte SEO-Suiten sind für einen Ein-Personen-Betrieb selten der Engpass. Der Engpass ist, dass niemand misst. Diese sechs Werkzeuge decken den Ablauf ab; wie sie sich gegen Crawler-Lizenzen und Fremdindex-Suiten stellen, steht im Werkzeugvergleich.
Am Unterschied zwischen Labor- und Felddaten scheitern die meisten Audits. Lighthouse misst unter kontrollierten Bedingungen; der Chrome UX Report ist laut Google „a dataset that reflects how real-world Chrome users experience popular destinations on the web" und enthält nicht jede Seite, weil sie dafür genug Besucher braucht. Bei einer neuen Website hast du deshalb oft nur Labordaten, und das gehört so in den Bericht, statt Laborwerte als Nutzererfahrung auszugeben.
SEO-Audit in sieben Schritten
1. Zugänge klären und das Ziel festlegen
Ohne Search Console misst du im Nebel. Richte sie ein, falls sie fehlt, und lege in einem Satz fest, was das Audit beantworten soll: „Warum bekommt die Leistungsseite keine Klicks?" ist ein Ziel, „mach mal SEO" nicht. Prüft ein Dritter für dich, bekommt er lesenden Zugang, nichts darüber hinaus.
2. Die Seite crawlen
Screaming Frog holt gratis bis zu 500 URLs. Danach linkinator über dieselbe Domain für kaputte Links und Ketten. Wichtig: moderate Frequenz. Auf günstigem Shared Hosting legt ein zu schneller Testlauf die Seite eine halbe Stunde lahm. Ein Request alle drei bis fünf Sekunden ist meine Hausregel für fremde Seiten, keine Garantie: Crawl-Delay in der robots.txt, Nutzungsbedingungen und das, was der Server trägt, gehen vor.
3. Indexierbarkeit prüfen
robots.txt und sitemap.xml abrufen und gegeneinander halten: Steht in der Sitemap eine URL, die 404 liefert oder auf noindex steht? Blockiert robots.txt versehentlich einen ganzen Ordner? Der Indexierungsbericht der Search Console zeigt dieselbe Frage von Googles Seite, mit Gründen für ausgeschlossene Seiten.
4. Ladezeit messen, Feld vor Labor
Die drei Core Web Vitals und ihre Schwellen: Largest Contentful Paint bis 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint bis 200 Millisekunden, Cumulative Layout Shift bis 0,1. Bewertet wird am 75. Perzentil, getrennt nach Mobil und Desktop. Miss die drei bis fünf wichtigsten URLs, nicht nur die Startseite, Feld- und Labordaten in getrennten Spalten.
5. On-Page und strukturierte Daten durchgehen
Aus dem Crawl fallen Titel- und Beschreibungslängen, Duplikate und fehlende h1 von selbst heraus. Danach das JSON-LD der wichtigsten Seitentypen extrahieren und gegen Schema.org prüfen. Hier spart eine KI zum ersten Mal wirklich Zeit: 500 Zeilen Crawl-Ausgabe nach Mustern zu durchsuchen ist ihre Stärke.
6. Search Console gegenlesen
Jetzt kommen echte Nutzerdaten dazu. Interessant sind Suchbegriffe auf Position fünf bis fünfzehn mit vielen Impressionen und wenigen Klicks, und solche, für die mehrere eigene Seiten gleichzeitig erscheinen. Der zweite Fall ist ein Diagnoseanlass, noch keine Diagnose: Dahinter stecken überlappende Suchabsicht, zu ähnliche Texte, ein falsches Canonical, die interne Verlinkung oder alte URLs, die noch mitlaufen. Die Search-Console-Zeilen allein entscheiden das nicht. Nimm dir die betroffenen Seiten vor und prüfe Inhalt, Suchabsicht, Canonicals und interne Links zusammen, dann steht die Ursache fest.
7. Maßnahmenplan und Nachmessung
Jede Maßnahme bekommt einen Befund, einen Aufwand und eine erwartete Wirkung als Hypothese, nicht als Zusage. Keine Maßnahme ohne Befund, sonst schreibst du das Lehrbuch ab. Und ein Datum für die Nachmessung, weil ein Audit ohne zweite Messung eine Meinung mit Tabellen ist.
Was gemessen wird und was die KI interpretiert
Eine Sprach-KI hat keinen Browser, keinen Crawler und keinen Zugang zu deiner Search Console, solange du ihr keinen gibst. Lesen, vergleichen, priorisieren kann sie. Die Tabelle trennt beides je Schritt.
Die Spalte, die zählt, ist die erste. In keinem Schritt entsteht der Messwert im Sprachmodell, er entsteht im Werkzeug. Ob du es startest oder ein Agent es ausführt, ändert daran nichts, es muss nur eines laufen. Der Ablauf ist immer: Werkzeug laufen lassen, Ausgabe abspeichern, in die KI geben, Bewertung zurück. Als Skill festgehalten, erfindest du den Prompt nie wieder neu: Claude Skills: erstellen und nutzen.
Wo KI im SEO-Audit Unsinn produziert
Vier Fehler sehe ich immer wieder.
Erfundene Messwerte. Eine KI ohne Werkzeugzugriff antwortet auf jede Zahlenfrage mit einer Zahl: Frag sie nach deinen Core Web Vitals, und du bekommst eine ausgedachte. Die Gegenmaßnahme ist banal und wirkt: Jede Zahl im Bericht zeigt auf eine gespeicherte Datei. Keine Datei, keine Zahl.
Maßnahmen aus dem Lehrbuch. Frag eine KI allgemein nach SEO-Tipps, und du bekommst dieselben zwanzig Punkte wie alle anderen. Frag sie nach einer Bewertung deiner Crawl-Ausgabe, und du bekommst fünf, die zu deiner Seite passen. Der Unterschied sind die mitgelieferten Daten.
Ranking-Versprechen. Google selbst: „While there's no guarantee that any particular site will be added to Google's index, sites that follow the Search Essentials are more likely to show up in Google's search results." Eine KI, die „Seite 1 in drei Monaten" in den Plan schreibt, hat sich das ausgedacht.
Modethemen ohne Beleg. Bekanntestes Beispiel ist llms.txt, die KI-Systemen sagen soll, welche Seiten zählen. Googles John Mueller am 15.06.2026: „It's basically you're telling these systems, like, I have the best website ever. And here are all of the pages that everyone must go to." Sein einziges Zugeständnis: „If someone is already on your website, maybe some kind of automated system is helpful." Dazu passt eine Ahrefs-Auswertung von 137.210 Domains aus Juni 2026: Von rund 38.000 Domains mit gültiger llms.txt bekamen 97 Prozent im Mai 2026 keine einzige Anfrage auf die Datei. Belegt ist damit weder Nutzen noch Schaden; tragfähig ist nur: kein nachgewiesener Prioritätshebel. In eine Maßnahmenliste, in der jede Zeile einen Befund und eine begründete Wirkung hat, gehört sie nicht.
Der Mitarbeiter, der diesen Ablauf regelmäßig fährt
Der Unterschied zwischen Audit und Betreuung ist nicht die Tiefe des Berichts, sondern die Wiederholung: Ob eine Maßnahme gewirkt hat, sagt erst die zweite Messung, und genau die fällt am häufigsten aus. Deshalb ist der Ablauf bei mir eine feste Rolle, kein Projekt. Sebastian, mein KI-Mitarbeiter für SEO und GEO, bekommt URL und Ziel, fährt die sieben Schritte mit denselben Werkzeugen, legt jede Roh-Ausgabe in einem datierten Auftragsordner ab und liefert eine Bewertung, in der jeder Befund seinen Fundort nennt. Live-Websites ändert er nicht, in fremde Konten kommt er nur lesend. Er misst, ich entscheide.
Diese Rolle misst zusätzlich die KI-Suche. Der Bericht „AI Performance" in den Bing Webmaster Tools zeigt seit Februar 2026, wie oft Microsoft Copilot einzelne Seiten zitiert. Auf meiner Website kam dabei der Befund heraus, der die Arbeitsweise begründet: Die Seite mit den meisten Google-Klicks und die mit den meisten Copilot-Zitaten waren nicht dieselbe. Ranking und Zitierhäufigkeit sind getrennte Messgrößen; wer nur eine misst, sieht die Hälfte.
Wer sich so eine Rolle selbst baut, findet den Weg in KI-Mitarbeiter erstellen: so startest du. Für einen Betrieb, der erst sortiert, wo KI sich lohnt, ist KI für kleine Unternehmen einführen der Einstieg.
Häufige Fragen
Kann eine KI meine Website für SEO analysieren?
Bewerten ja, erheben nur mit angeschlossenem Werkzeug: Ohne Crawler, ohne Lighthouse, ohne Zugriff auf deine Search Console hat ein Sprachmodell keine Datenquelle. Die Werkzeuge liefern die Rohdaten, die KI liest sie und schreibt Bewertung und Maßnahmenplan. Wer direkt nach Zahlen fragt, bekommt erfundene.
Was kostet ein SEO-Audit mit kostenlosen Werkzeugen?
Nichts außer deiner Zeit. Search Console, Bing Webmaster Tools, Lighthouse und PageSpeed Insights sind kostenlos, Screaming Frog crawlt gratis bis 500 URLs, linkinator ist Open Source. Für eine kleine, technisch einfache Website unter 500 Seiten trägt das den ganzen Basisaudit. Backlink-Analyse, JavaScript-Rendering, Logdateien oder eine Relaunch-Migration brauchen mehr, und spätestens dort stellt sich die Frage, ob du das selbst machst oder eine Agentur beauftragst. Die Screaming-Frog-Lizenz, die unter anderem JavaScript-Rendering, gespeicherte Crawls und den Crawl-Vergleich freischaltet, kostet 245 Euro je Jahr (Stand: September 2026).
Wie oft sollte ich ein SEO-Audit machen?
Den ganzen Ablauf einmal im Jahr oder nach einem Relaunch, die Nachmessung einzelner Maßnahmen vier bis acht Wochen nach der Umsetzung. Google selbst schreibt, manche Änderungen wirkten in Stunden, andere brauchten Monate. Dazwischen monatlich in die Search Console schauen: Ihre Daten reichen 16 Monate zurück und verschwinden danach.
Brauche ich Screaming Frog, oder reicht Lighthouse?
Beides, sie messen Verschiedenes. Lighthouse prüft eine einzelne Seite tief, in Performance, Zugänglichkeit, Best Practices und SEO. Die zusätzliche Kategorie „Agentic Browsing" ist experimentell, setzt Chrome 150 oder neuer voraus und braucht für WebMCP-Prüfungen die Origin Trial. Screaming Frog geht breit und findet, was erst im Vergleich vieler Seiten sichtbar wird: doppelte Titel, Weiterleitungsketten, verwaiste Seiten. Gratis sind 500 URLs und die Grunddaten dieses Ablaufs; JavaScript-Rendering, gespeicherte Crawls und Crawl-Vergleich hängen an der Lizenz.
Bringt llms.txt etwas für die Sichtbarkeit in KI-Suchen?
Dafür gibt es bisher keinen Beleg. Googles John Mueller ordnete die Datei im Juni 2026 als Selbstauskunft ein, die einem KI-System nicht hilft, Websites zu unterscheiden. Eine Ahrefs-Auswertung fand, dass 97 Prozent der untersuchten llms.txt-Dateien im Mai 2026 keine einzige Anfrage bekamen. Belegt ist weder Nutzen noch Schaden; tragfähig ist nur: kein nachgewiesener Prioritätshebel. Wer sie anlegt, tut das aus eigenem Antrieb, nicht weil ein Angebot sie abrechnet. Was stattdessen auf der Liste steht, Crawler-Zugang, lesbares HTML und eine Seite je Frage, ist eine eigene Anleitung.
Wie du weitermachst
Fang mit einer Messung an, nicht mit dem ganzen Audit: Search Console einrichten, falls sie fehlt, und Lighthouse über deine wichtigste Seite laufen lassen. Zwanzig Minuten, und du hast zum ersten Mal Zahlen statt Vermutungen. Danach der Crawl, erst dann der Maßnahmenplan, in der Reihenfolge, die für einen kleinen Betrieb zählt.
Willst du den Ablauf nicht jedes Quartal selbst fahren, ist die Rolle interessanter als das Werkzeug: KI-Mitarbeiter einstellen und Meine KI-Belegschaft. Die Vorlagen, die Prüfliste zu diesen sieben Schritten und die Leute, die dieselben Fragen gerade durchhaben, findest du in meiner Community.