Claude Connectors sind fertige Anbindungen, über die Claude in claude.ai, in der Desktop-App, auf dem Handy und in Cowork auf deine Apps zugreift: Dateien in Google Drive suchen, Mails in Gmail zusammenfassen, eine Nachricht in Slack schicken, eine Seite in Notion aktualisieren. Technisch ist fast jeder Connector ein entfernter MCP-Server, den du per Klick aus Anthropics Verzeichnis verbindest und mit deinem eigenen Konto beim Dienst anmeldest; nur Desktop-Erweiterungen laufen lokal. Claude sieht dabei nur, was du im Dienst selbst sehen darfst. Connectors aus dem Verzeichnis stehen laut Anthropic allen Nutzern offen, auch im kostenlosen Plan; eigene Connectors per URL gibt es in allen Plänen, in Free aber nur einen. In Team und Enterprise schaltet erst ein Owner einen Connector für die Organisation frei, danach meldet sich jede Person einzeln an. Für jedes Werkzeug eines Connectors legst du fest, ob Claude es immer nutzen darf, vorher fragt oder es gar nicht nutzt. Was Connectors nicht können: dir mehr Rechte geben, als du im Dienst hast, als eigener Connector per URL einen Server in deinem privaten Netz erreichen oder bei Gmail den Inhalt von Anhängen lesen.
Ich arbeite täglich mit Claude und betreibe damit meine Belegschaft aus vierzehn KI-Mitarbeitern. Dieser Beitrag erklärt Connectors nach Anthropics Hilfe und Doku, Stand 01.11.2026. Alles zu Claude sammle ich auf der Seite Claude. Wenn du MCP-Server lieber selbst per Befehl in Claude Code einrichtest, lies Claude MCP Server einrichten; hier geht es um die Claude-Integrationen per Klick in claude.ai.
Was Claude Connectors sind
Anthropic beschreibt Connectors so: Sie lassen Claude auf deine Apps und Dienste zugreifen, Daten abrufen und dort handeln. Ein Connector erbt die Rechte der Person aus dem angebundenen Dienst. Was du in Google Drive nicht öffnen darfst, kann auch Claude nicht öffnen. In Anthropics deutscher Hilfe heißen Connectors übrigens Konnektoren.
Gefunden werden Connectors im Verzeichnis, Anthropics Katalog für Erweiterungen. Jeder Eintrag hat eine eigene Seite mit Anwendungsfällen, Lese- und Schreibfähigkeiten und Verfügbarkeit, dazu ein Etikett „Verified“ oder „Community“. Auf der Website Claude Marketplace nennt Anthropic über 2.000 Connectors und Plugins zusammen.
Es gibt zwei Arten:
- Remote-Connectors: Dienste in der Cloud, bei denen du dich anmeldest, etwa Slack, Notion oder GitHub. Sie funktionieren laut Anthropic überall, wo du Claude nutzt: Web, Desktop, Mobil, Cowork und Claude Code.
- Desktop-Erweiterungen: lokale Connectors für Dateien, Datenbanken auf
localhost oder Desktop-Programme. Sie laufen nur in Claude Desktop und Claude Code, nicht im Web und nicht mobil.
Meldest du dich in Claude Code mit deinem claude.ai-Konto an, stehen dir die Connectors aus claude.ai dort automatisch zur Verfügung; /mcp zeigt sie mit Herkunftskennzeichnung. Mit API-Schlüssel oder über Amazon Bedrock lädt Claude Code sie laut Doku nicht. Wie Connector, MCP-Server, Skill und Plugin zusammenhängen, ordne ich in Claude Code Erweiterungen: was ist was? ein.
Neu: Connectors auf der Plugins-Seite
Seit dem 29.10.2026 führt Anthropic Plugins, Skills und Connectors schrittweise auf einer gemeinsamen Seite zusammen. Der Bereich „Customize“ in der Seitenleiste heißt danach „Plugins“, und eine Seite ersetzt die getrennten Reiter Skills, Connectors und Plugins. Über Schnellfilter siehst du nur Skills oder nur Connectors, jede Karte zeigt ihren Typ. Wie Skills funktionieren, erkläre ich in Claude Skills: erstellen und nutzen.
Deine verbundenen Connectors bleiben laut Anthropic installiert. Eine Falle gibt es: Entfernst du ein Plugin, das Skills und einen Connector bündelt, bleibt der Connector verbunden. Den trennst du getrennt. Wie Plugins sonst funktionieren, steht in Claude Code Plugins: installieren und bauen.
Welche Connectors es gibt
Die Liste im Claude Marketplace zeigte am 01.11.2026 1.050 Connectors. Die meistgenutzten laut Anthropic, mit Anthropics Kurzbeschreibung:
In welchen Plänen Connectors gehen
Für Microsoft 365 brauchst du laut Anthropic einen Microsoft-Entra-Tenant mit Microsoft-Business-Plan; private Konten wie @outlook.com gehen nicht. Ein Entra-Administrator muss die Anbindung einmalig für den Tenant genehmigen. Ich selbst nutze für Outlook und meinen Kalender nicht diesen Connector, sondern einen MCP-Server. Was beide Wege im Vergleich mit Copilot bedeuten, steht in Copilot vs Claude: was fürs Büro taugt.
Connectors in Team und Enterprise freischalten
Ein Owner oder Primary Owner schaltet einen Connector unter Organization settings > Connectors frei („Add to your team“). Das gibt noch niemandem Zugriff: Jede Person meldet sich danach mit dem eigenen Konto beim Dienst an. Damit sieht jede nur ihre eigenen Daten. Ausnahme sind eigene Connectors mit einem gemeinsamen Schlüssel: Dann erreicht jeder, der den Connector nutzt, alles, was dieser Schlüssel darf. Ob sich Team für dich lohnt, steht in Claude Team: Kosten und wann es lohnt.
Fehlt ein Connector, können Mitglieder ihn über „Request“ anfragen. Im Team-Plan ist das standardmäßig an, im Enterprise-Plan aus. Als Beta gibt es außerdem eine zentrale Anmeldung für die ganze Organisation; auf Enterprise legen Rollen fest, welche Connectors und Werkzeuge eine Gruppe nutzen darf. Was Enterprise darüber hinaus bietet, vergleiche ich in Claude Enterprise oder Team: Kosten, DSGVO.
Rechte: lesen, schreiben, nachfragen
Für jede Gruppe von Werkzeugen oder für ein einzelnes Werkzeug wählst du unter „Tool permissions“ eine von drei Stufen:
- Always allow: Claude nutzt das Werkzeug ohne Rückfrage.
- Needs approval: Claude fragt vor jedem Aufruf. Du antwortest mit „Allow once“ oder „Always allow“.
- Blocked: Claude kann das Werkzeug nicht nutzen.
Die Werkzeuge sind nach Typ sortiert, etwa in lesende und schreibende bzw. löschende. So lässt du Claude Mails durchsuchen und zusammenfassen, aber nicht senden. In Team und Enterprise setzen Owner diese Grenzen für die ganze Organisation; einzelne Mitglieder können sie nicht aufheben. Eine Freigabe in Claude gibt nie mehr Rechte, als der Dienst selbst erlaubt, sie kann sie nur einschränken.
Bei Gmail und Google Drive fragt Claude laut Anthropic standardmäßig vor dem Senden, Antworten und Weiterleiten von Mails und vor dem Teilen, Verschieben und Löschen von Dateien. In Team und Enterprise entscheiden die Owner, ob Mitglieder das abschalten dürfen. Pro Gespräch schaltest du jeden Connector zusätzlich über „+“ und „Connectors“ an oder aus. Ab zehn aktiven Connectors rät Anthropic zur Einstellung „On demand“, damit sie nicht zu viel Platz im Gespräch belegen.
Datenschutz: wo deine Daten landen
Alle Übertragungen sind laut Anthropic verschlüsselt. Drei Punkte solltest du kennen:
- Der Dienst bleibt zuständig. Angebundene Dienste verarbeiten Daten auf ihrer eigenen Infrastruktur und unter ihren eigenen Bedingungen, auch außerhalb der USA. Einstellungen, wo Claude rechnet, ändern daran nichts.
- Abgerufene Daten liegen beim Chat. Bei den Google-Connectors speichert Anthropic abgerufene Daten mit dem zugehörigen Chat; löschst du den Chat, sind sie weg. Mit Gmail-, Drive- und Kalender-Daten trainiert Anthropic laut eigener Aussage nicht.
- Training hängt am Plan. In Free, Pro, Max und Ultra fließen Rohdaten aus Connectors nicht ins Training, selbst wenn du Training erlaubt hast; was du selbst in den Chat kopierst, aber schon. In den gewerblichen Plänen nutzt Anthropic Ein- und Ausgaben standardmäßig nicht fürs Training.
In Team und Enterprise gehen Connectors nur in privaten Projekten, und Chats mit synchronisierten Inhalten lassen sich nicht teilen. Wie Projekte funktionieren, steht in Claude Projekte richtig nutzen. Was rechtlich für Claude gilt, steht in Claude Datenschutz und DSGVO: was gilt. Was eine KI überhaupt sehen darf, wenn Kundendaten im Spiel sind, behandle ich in KI und Datenschutz: was die KI sehen darf.
Eigenen Connector per URL hinzufügen
Steht ein Dienst nicht im Verzeichnis, hat aber einen entfernten MCP-Server, fügst du ihn als eigenen Connector hinzu:
- Customize > Connectors öffnen (nach der Umstellung: Plugins), „Add“ wählen, dann „Custom“ und „Web“. In Team und Enterprise macht das ein Owner unter Organization settings > Connectors.
- Einen Namen und die URL des MCP-Servers eintragen.
- Die Anmeldung wählen: „Sign in now“, „Sign in when needed“ oder „No sign in“. Braucht der Server einen festen Schlüssel statt OAuth, trägst du ihn als Request-Header ein.
- Mit „Add“ speichern und wie bei jedem Connector verbinden.
Wichtig: Claude verbindet sich mit deinem Server aus Anthropics Cloud, nicht von deinem Rechner aus, auch in der Desktop-App und in Cowork. Der Server muss also öffentlich erreichbar sein. Liegt er hinter einer Firewall, musst du Anthropics IP-Bereiche freigeben. Eigene Connectors hat Anthropic nicht geprüft. Die Hilfe warnt vor versteckten Anweisungen in bösartigen Servern (Prompt Injection) und vor Werkzeugen, deren Verhalten sich mit einem Update ändert. Was zur Absicherung von Claude Code gehört, steht in Claude Code Sicherheit: Rechte und Sandbox.
Grenzen: was Connectors nicht können
- Kein Zugriff ins private Netz: Eigene Connectors müssen aus dem Internet erreichbar sein. Lokale MCP-Server aus der Konfigurationsdatei von Claude Desktop gibt es im Web und in Cowork nicht.
- Gmail-Anhänge: nur Metadaten, nicht der Inhalt.
- Google Drive: Claude liest nur den Text, eingebettete Bilder nicht.
- Microsoft 365: Schreibwerkzeuge, also Mails senden, Termine, Dateien und Teams-Nachrichten, gehen erst, wenn ein Entra-Administrator sie genehmigt hat. Anhänge können sie nicht verschicken, und Einstellungen oder Rechte in Teams ändert Claude nicht.
- HIPAA: Nutzt eine Organisation die HIPAA-Konfiguration, deckt der BAA Connectors, Plugins und Skills nicht ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Connector und MCP-Server?
Ein Connector ist ein MCP-Server, den du in deinem claude.ai-Konto verbindest statt per Befehl in Claude Code. Er gilt überall, wo du mit diesem Konto angemeldet bist.
Kosten Claude Connectors extra?
Bei Anthropic nicht, Connectors gehen in allen Plänen. Der angebundene Dienst kann aber ein eigenes Konto oder einen bezahlten Plan verlangen. Was die Pläne selbst kosten, steht in Claude Kosten und Abos im Überblick.
Kann Claude über einen Connector Mails verschicken?
Ja, wenn du es erlaubst. Bei Gmail fragt Claude standardmäßig vor jedem Senden. Willst du das ganz ausschließen, stell die schreibenden Werkzeuge auf „Blocked“.
Ändert die neue Plugins-Seite etwas an meinen Connectors?
Nein. Laut Anthropic bleiben sie verbunden; nur der Ort im Menü ändert sich.
Wie du weitermachst
Fang mit einem Connector an, den du täglich brauchst, und stell seine schreibenden Werkzeuge zuerst auf „Needs approval“. Wenn du Claude noch kaum kennst, hilft dir Claude Anleitung: der Einstieg; welche Lernangebote es darüber hinaus gibt, vergleiche ich in Claude Kurs: was es gibt und was taugt. Für größere Aufgaben über mehrere Apps lohnt sich Claude Cowork: was es kann und für wen. Welche Anbindungen sich in der Praxis bewähren, besprechen wir in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners.