Prompts diktieren geht auf zwei Wegen. Erstens mit den eingebauten Funktionen: In den Claude-Apps für iPhone und Android tippst du auf das Mikrofon, in Claude Desktop auf dem Mac diktierst du über die Schnellerfassung per Feststelltaste, in Claude Code schaltest du mit /voice das Diktat ein, und in ChatGPT nimmst du über das Mikrofon-Symbol auf. In allen vier Fällen landet die Sprache als Text im Eingabefeld, bei Claude Code und ChatGPT wird sie laut Doku beim Anbieter erkannt. Zweitens mit einer Diktier-App, die systemweit in das Textfeld schreibt, in dem dein Cursor steht, und je nach App die Sprache lokal auf dem Rechner erkennt. Nicht verwechseln solltest du das Diktat mit dem Sprachmodus: Dort sprichst du mit der KI, und sie antwortet hörbar. Damit aus dem Diktat ein guter Prompt wird, sprichst du dieselben Teile, die du sonst tippen würdest: Ziel, Kontext, ein Beispiel und das gewünschte Format.
Ich diktiere meine Aufträge an Claude und an meine KI-Mitarbeiter, auch die Aufträge für diesen Beitrag. Seit April 2026 sind es 2.794 Diktate, im Median 15 Sekunden lang. Dass dabei Namen schief ankommen, etwa „Voice Inc.“ statt VoiceInk, stört Claude kaum: Es erschließt aus dem Zusammenhang, was gemeint ist.
Prompts diktieren: die Wege im Überblick
Der Text des Prompts geht in jedem Fall an Claude oder ChatGPT. Eine lokale Diktier-App hält nur die Aufnahme auf dem Rechner, nicht den Inhalt.
Claude diktieren in den Apps und am Desktop
Claude-App auf iPhone und Android: Laut Anthropic-Hilfe ist das Diktat für alle Pläne verfügbar, von Free bis Enterprise. Chat öffnen, rechts im Eingabefeld auf das Mikrofon tippen, beim ersten Mal die Sprache wählen, sprechen, mit dem Pfeil absenden. Deutsch ist dabei, die Sprache änderst du später über deine Initialen oben rechts unter „Speech Input Language“. Sprachen außer Englisch laufen laut Hilfe noch als Beta.
Claude Desktop auf dem Mac: Die Schnellerfassung („Quick entry“) öffnest du mit doppeltem Druck auf die Wahltaste. Die Spracheingabe dort ist standardmäßig aus, weil sie die Feststelltaste belegt. Einschalten kannst du sie unter Einstellungen → Allgemein im Bereich Desktop-App. Dann startet ein Druck auf die Feststelltaste das Diktat, ein zweiter beendet es, und du schickst den Text mit dem Pfeil ab. Voraussetzung laut Hilfe: macOS 14 oder neuer und die Berechtigung zur Spracherkennung.
Diktat oder Sprachmodus: Die Spracheingabe in Claude macht aus Sprache einen geschriebenen Prompt, Claude antwortet in Text. Der Sprachmodus ist laut Anthropic ein ganzes Gespräch, Claude spricht zurück. Er ist eine Beta, zählt auf deine normalen Nutzungsgrenzen und ist in Claude Code und Cowork nicht verfügbar, dort gibt es nur das Diktat.
Claude Code diktieren mit /voice
In Claude Code tippst du /voice und schaltest damit das Diktat ein. Standard ist Halten: Leertaste gedrückt halten, sprechen, loslassen. Mit /voice tap tippst du einmal zum Start und noch einmal zum Absenden. Der Text erscheint beim Sprechen im Eingabefeld, und du kannst Tippen und Sprechen mischen.
Drei Punkte aus der Doku, die du vorher kennen solltest:
- Sprache einstellen: Das Diktat nutzt die Einstellung
language, ohne Eintrag ist es Englisch. Für Deutsch setzt du die Sprache über /config. Dieselbe Einstellung bestimmt auch, in welcher Sprache Claude antwortet.
- Konto: Es läuft nur mit einem Claude.ai-Konto, nicht mit einem direkten API-Schlüssel, Amazon Bedrock oder anderen Anbietern. Die Umwandlung verbraucht laut Doku keine Nachrichten oder Token.
- Audio: „Voice dictation streams your recorded audio to Anthropic's servers for transcription. Audio is not processed locally.“
Die Erkennung ist laut Doku auf Programmier-Vokabular abgestimmt, Projektname und Git-Branch gehen automatisch als Hinweis mit. Im Tipp-Modus stoppt die Aufnahme nach 15 Sekunden Stille oder nach zwei Minuten. Wie Claude Code insgesamt funktioniert, steht in Claude Code: Anleitung für Einsteiger.
ChatGPT diktieren: Mikrofon und Voice
In ChatGPT drückst du auf das Mikrofon-Symbol, sprichst und bekommst Text, den du vor dem Absenden bearbeiten kannst. OpenAI beschreibt den Weg so: „the recorded audio is sent to our models to be transcribed.“ Das Audio bleibt laut Hilfe so lange gespeichert, wie der Chat im Verlauf steht, und wird nach dem Löschen des Chats innerhalb von 30 Tagen entfernt, mit Ausnahmen für Sicherheits- und Rechtsgründe. Bei Privatnutzern, die das Teilen von Audio erlaubt haben, kann OpenAI laut Hilfe mit dem Diktat-Audio trainieren; abschalten kannst du das in den Datenkontrollen unter „Include your audio recordings“.
ChatGPT Voice ist wie bei Claude das Gespräch: ChatGPT antwortet gesprochen, mit eigenen Nutzungsgrenzen je Plan. Für einen geschriebenen Prompt brauchst du das Mikrofon, nicht Voice.
Systemweit diktieren mit einer Diktier-App
Die eingebauten Funktionen enden an ihrem Fenster. /voice gibt es nur in Claude Code, das App-Diktat nur in der App. Systemweit diktierst du über das Betriebssystem, etwa mit dem Apple-Diktat oder der Windows-Spracheingabe, oder mit einer Diktier-App: Tastenkürzel drücken, sprechen, und der Text landet im Textfeld, in dem der Cursor steht, im Browser, in Claude Desktop, im Terminal oder in einer Mail.
Mein Weg dafür ist VoiceInk* auf dem Mac. Die Transkription läuft bei mir mit einem lokalen Modell, die Aufnahme verlässt den Mac also nicht, solange Cloud-Modelle und KI-Nachbearbeitung über Cloud-Anbieter aus sind. Für die Transkription gibt es damit keinen externen Dienstleister. VoiceInk kostet laut Preisseite einmalig ab 25 Dollar (Stand Oktober 2026). Meine Zahlen und die Einrichtung stehen in VoiceInk Erfahrungen nach 2.800 Diktaten, den Vergleich mit dem Cloud-Werkzeug Wispr Flow, das auch unter Windows und auf dem Handy läuft, in VoiceInk vs. Wispr Flow: lokal oder Cloud. Weitere Apps und die eingebauten Diktierfunktionen von macOS und Windows findest du in Wispr Flow Alternativen ohne Abo.
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Was das für Datenschutz und Kundendaten heißt
Wer diktiert, verschickt zwei Dinge: die Aufnahme und den Text. Bei /voice und beim ChatGPT-Diktat geht die Aufnahme laut Doku an den Anbieter, bei einer lokalen Diktier-App bleibt sie auf dem Rechner. Der Text des Prompts geht in beiden Fällen an Claude oder ChatGPT. Wenn du Namen von Kunden, Patienten oder Mitarbeitern nennst, gilt für den Prompt dasselbe wie beim Tippen.
Welche Daten bei mir überhaupt in einen Chat dürfen und was je Claude-Plan beim Training und beim Auftragsverarbeitungsvertrag gilt, steht in Claude Datenschutz und DSGVO: was gilt. Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern meine Sicht als Betreiber.
So diktierst du gute Prompts
Ein diktierter Prompt braucht dieselben Bausteine wie ein getippter. In Claude Prompts auf Deutsch: Vorlagen beschreibe ich meinen Bauplan mit Rolle, Aufgabe, Kontext, Daten, Grenzen und Format. Beim Sprechen helfen diese fünf Regeln:
- Ziel zuerst: Sag im ersten Satz, was am Ende herauskommen soll. Dann ist klar, worauf sich alles Weitere bezieht.
- Kontext dazusagen: Für wen ist das Ergebnis, was ist schon passiert, was weißt du, was Claude nicht weiß. Beim Sprechen ist ein Satz Kontext schnell gesagt.
- Ein Beispiel nennen: Beschreibe oder füge ein, wie es aussehen soll, etwa einen alten Text als Stilvorlage.
- Format ansagen: Länge, Aufbau, Sprache, Ton. „Drei Absätze, Du-Form, keine Aufzählung“ ist schneller gesagt als getippt.
- Grenzen und Lesen: Sag, was Claude nicht tun soll, und lies vor dem Absenden Namen, Zahlen und Verneinungen. Ein überhörtes „nicht“ dreht den Auftrag um.
Ansagen wie „Ziel:“ oder „Format:“ helfen dir beim Sortieren, Claude braucht sie nicht zwingend. Fachbegriffe und Eigennamen, die die Erkennung oft falsch schreibt, gehören ins Wörterbuch deiner Diktier-App.
Ein gebautes Beispiel: vom Diktat zum Prompt
Das folgende Diktat ist erfunden und dient nur zur Anschauung. So könnte ein roher Auftrag klingen, Füllwörter inklusive:
„Also, ich brauch eine Antwort auf eine Kundenmail, Ziel ist, dass die Kundin versteht, warum ihre Bestellung zwei Wochen später kommt, und dass sie nicht storniert. Kontext: Unser Lieferant hat Holz zu spät geliefert, das ist nicht ihre Schuld und auch nicht so richtig unsere, äh, aber wir entschuldigen uns trotzdem. Als Beispiel für den Ton nimm die Mail, die ich unten einfüge. Format: höchstens 120 Wörter, Sie-Form, kein Rabatt anbieten, das entscheide ich selbst.“
Alle vier Teile sind drin: Ziel, Kontext, Beispiel, Format, dazu eine Grenze. Die Füllwörter muss niemand vorher entfernen. Was fehlt, ist die Mail selbst, die fügst du darunter ein. Achte auf den Satz zur Schuldfrage: Solche Zwischentöne steuern den Ton der Antwort, und gesprochen kosten sie nur Sekunden.
Wie ich Aufträge an meine KI-Mitarbeiter diktiere
Meine KI-Mitarbeiter sind feste Rollen auf Claude-Basis. Wie so eine Rolle entsteht, steht in KI-Mitarbeiter einstellen: der Ablauf. Ihre Aufträge diktiere ich, auch die zu diesem Beitrag.
In der Diktier-App nutze ich keine KI-Nachbearbeitung. Der rohe Text geht direkt an Claude oder meine KI-Mitarbeiter, die kommen mit Füllwörtern zurecht. Das spart einen Zwischenschritt. Der Preis dafür: Ein falsch erkanntes Wort landet genau so im Auftrag. Deshalb lohnt vor dem Absenden der Blick auf Namen, Zahlen und Verneinungen.
Häufige Fragen
Kann man in Claude diktieren?
Ja. In den Claude-Apps für iPhone und Android tippst du auf das Mikrofon, laut Anthropic in allen Plänen und auch auf Deutsch. In Claude Desktop auf dem Mac gibt es die Spracheingabe in der Schnellerfassung über die Feststelltaste, standardmäßig ausgeschaltet. In Claude Code schaltest du das Diktat mit /voice ein. In anderen Programmen hilft das Diktat des Betriebssystems oder eine systemweite Diktier-App.
Wie stelle ich in Claude Code Deutsch fürs Diktat ein?
Über die Einstellung language, die du mit /config oder in der Einstellungsdatei setzt. Ohne Eintrag diktiert Claude Code auf Englisch. Deutsch steht mit dem Code de in der Liste der unterstützten Sprachen. Dieselbe Einstellung legt auch Claudes Antwortsprache fest. Steht dort eine nicht unterstützte Sprache, warnt /voice und fällt fürs Diktat auf Englisch zurück, Claudes Antworten betrifft das nicht.
Wird mein Audio beim Diktieren gespeichert?
Das hängt vom Weg ab. Die Claude-App löscht die Aufnahme laut Anthropic nach der Umwandlung in Text. ChatGPT bewahrt das Audio laut OpenAI auf, solange der Chat im Verlauf steht, und löscht es nach dem Löschen des Chats innerhalb von 30 Tagen. Bei einer Diktier-App mit lokalem Modell bleibt die Aufnahme auf deinem Rechner.
Kostet das Diktieren in Claude Code Token?
Nein. Laut Claude-Code-Doku verbraucht die Umwandlung von Sprache in Text weder Claude-Nachrichten noch Token und zählt nicht auf die Grenzen in /usage. Voraussetzung ist ein Claude.ai-Konto. Mit einem direkten API-Schlüssel, Amazon Bedrock oder anderen Anbietern steht /voice nicht zur Verfügung. Der Prompt selbst verbraucht danach wie gewohnt Token.
Muss ich diktierte Prompts aufräumen, bevor ich sie abschicke?
Ich mache es nicht. Meine Diktate gehen roh an Claude und an meine KI-Mitarbeiter, die kommen mit Füllwörtern zurecht. Lies aber Namen, Zahlen und Verneinungen gegen, denn ein falsch erkanntes Wort kann den Auftrag verändern. Wer sauberen Text für Mails will, kann in vielen Diktier-Apps eine KI-Nachbearbeitung zuschalten, oft über einen Cloud-Anbieter.
Wie du weitermachst
Nimm deinen nächsten längeren Auftrag an Claude und sprich ihn, statt ihn zu tippen: Ziel, Kontext, Beispiel, Format. Vergleich das Ergebnis mit dem, was du sonst bekommst. Wenn du systemweit und lokal diktieren willst, kannst du VoiceInk* sieben Tage testen.
Fragen dazu, wie du Aufträge an Claude formulierst und an KI-Mitarbeiter übergibst, kannst du in meiner deutschsprachigen Community Claude Practitioners stellen. Alles dazu unter Community.
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