KI-Website-Generatoren zerfallen in zwei Gruppen, und erst diese Unterscheidung macht den Vergleich brauchbar: Die einen bauen eine Seite in ihrem Baukasten, wo sie auch bleibt (IONOS, STRATO, Wix, HubSpot), die anderen geben dir Quelltext, den du woanders betreiben kannst (Hostinger AI Builder im Agentic-Modus, Lovable). Beworben wird in beiden Gruppen derselbe erste Durchgang: Aus ein paar Antworten entsteht in Minuten eine vollständige Seite. Der Unterschied zeigt sich beim zweiten Schritt und beim Ausstieg, und dazu schreiben die Anbieter selbst erstaunlich klare Sätze. Die Baukästen kosten 7 bis 177,31 Euro im Monat, HubSpot 0 bis 1.470 Euro, Lovable 0 bis 50 Euro, Stand September 2026. Rechtstexte und Barrierefreiheit nimmt dir keines der Werkzeuge ab.
Meine eigenen Seiten baut ein KI-Mitarbeiter als Quelltext, die Seite hier ist eines davon. Trotzdem ist der Generator für viele Betriebe die vernünftigere Wahl, und ich sage weiter unten, für welche. Wie eine gewachsene Seite erneuert wird, steht in Website mit KI modernisieren, und wer noch überlegt, ob er selbst baut, findet den Ablauf in Website erstellen lassen: Ablauf, Anbieter.
Zwei Dinge heißen gleich
Der Baukasten mit KI davor. IONOS, STRATO, Wix und HubSpot haben ihre Baukästen um einen KI-Einstieg ergänzt: Du beschreibst dein Vorhaben, die KI wählt Aufbau, Vorlage, Texte und Bilder, danach landest du im vertrauten Editor. Was entsteht, ist eine Seite im Format des Anbieters, mit denselben laufenden Kosten und Ausstiegsgrenzen wie beim Baukasten ohne KI-Einstieg.
Der Generator, der Code schreibt. Bei Hostingers Agentic-Modus und bei Lovable steht am Ende ein Projekt: dort Node.js mit React und Vite, hier React und TypeScript in einem Repository. Das Ergebnis ist Software, die du auch anderswo starten kannst.
Der erste Entwurf sieht in beiden Gruppen ordentlich aus, nur die zweite legt dir das Ergebnis als Dateien in die Hand. „Gehört mir" ist trotzdem die falsche Frage: Schriften, Bilder, Bibliotheken und angebundene Dienste bringen eigene Lizenzen mit, und was am Backend des Anbieters hängt, zieht nicht automatisch mit um. Brauchbar sind drei andere Fragen: Komme ich an die Dateien, darf ich sie nutzen, läuft das Ergebnis ohne diesen Anbieter?
Woran du sie vergleichst, bevor dich der erste Entwurf beeindruckt
Sechs Fragen entscheiden, keine davon lässt sich am Entwurf ablesen:
- Was entsteht beim ersten Durchgang wirklich? Struktur und Gestaltung sind fast immer ordentlich. Prüf lieber, ob Leistungen, Öffnungszeiten und Preise stimmen oder ob die KI Plausibles erfunden hat.
- Wie gut wird das Deutsch? Nicht ob es grammatisch richtig ist, sondern ob es nach deinem Betrieb klingt.
- Kommst du an den Quelltext, und was darfst du damit? Gibt es einen Export, in welchem Format, und welche Bausteine hängen an Lizenzen oder Diensten des Anbieters?
- Kannst du die Seite woanders betreiben? Das ist eine andere Frage als der Export.
- Was ist mit Rechtstexten und Barrierefreiheit? Beides ist Pflicht und selten im Lieferumfang.
- Was kostet es nach der Aktionslaufzeit? Der beworbene Preis ist selten der im zweiten Jahr.
Der Vergleich, Stand September 2026
Alle Angaben stammen von den Produkt-, Preis- und Hilfeseiten der Anbieter, abgerufen am 19. September 2026. Genannt ist der reguläre Preis, nicht der Aktionspreis der ersten Monate.
Squarespace steht nicht in der Tabelle, weil ich dort nur den Ausstieg belegt habe, nicht die Tarife. Und die Frage nach dem besten Werkzeug beantwortet keine Tabelle: Sie hängt daran, was nach dem ersten Durchgang kommt.
Der zweite Schritt ist der, der zählt
Der erste Entwurf ist die leichteste Übung, weil die Aufgabe offen ist: irgendeine vernünftige Seite für einen Betrieb dieser Art. Die zweite Aufgabe ist geschlossen, und daran trennen sich die Produkte. Sie lautet zum Beispiel: drei Spalten in der Preistabelle statt zwei, die dritte klappt auf dem Handy zusammen, darunter ein Formular, dessen Eingaben in dein Postfach laufen.
Im Baukasten hängt die Antwort daran, ob der Anbieter das Element vorgesehen hat. Ist es vorgesehen, geht es in zwei Minuten. Sonst bleiben Erweiterungen, Apps oder eingebettete Code-Bausteine, soweit der Tarif sie zulässt; findet sich auch dort nichts, ist die Aufgabe erledigt, bevor sie angefangen hat. Beim Generator, der Code ausgibt, führt fast immer ein Weg hin: ein weiterer Durchgang mit der KI, der eingebaute Code-Editor oder jemand, der den Quelltext liest. Umsonst ist keiner davon.
Prüf deine Aufgabe deshalb der Reihe nach: Geht sie ab Werk, über eine Erweiterung, mit eigenem Code oder erst nach einem Export? Je weiter hinten die Antwort steht, desto mehr Pflege hängt daran. Die ehrliche Frage vor der Werkzeugwahl lautet damit nicht „welcher baut den schönsten Entwurf", sondern „wie viele geschlossene Aufgaben habe ich vor mir": für eine Visitenkarte keine, für Buchungsstrecke, Mitgliederbereich oder Messung bis in die Anfrage viele.
Der Ausstieg: was die Anbieter selbst dazu schreiben
Diesen Punkt musst du nicht glauben, du kannst ihn nachlesen. Wix schreibt im Hilfebereich, die Seite müsse auf Wix-Servern laufen, weil die SaaS-Architektur wegen der eigenen Technologie kein externes Hosting unterstütze: Die Inhalte gehören dir, die Website als Ganzes lässt sich nicht mitnehmen. Squarespace beschreibt, dass sich nur ein Teil der Inhalte als XML ausspielen lässt, viele Seitentypen dagegen nicht, dass Bilder und Videos nicht gesammelt exportierbar sind und dass der Export nicht in eine andere Squarespace-Seite zurückläuft.
Bei IONOS, STRATO und HubSpot habe ich auf den Produkt- und Preisseiten keinen dokumentierten Weg zum Quelltext gefunden. Das belegt nicht, dass es keinen gibt, sondern nur, dass er dort nicht beschrieben ist. Wer es genau wissen will, fragt den Vertrieb vor dem Abschluss, wie sich die fertige Seite als Dateien herausholen lässt, und legt die Antwort schriftlich ab.
Hostinger hat dagegen eine eigene Hilfeseite zum Code-Export, die auch die Grenzen nennt: Du bekommst die Frontend- und Logikdateien als Node.js-Projekt, die Daten aus dem integrierten Backend bleiben draußen, ein Rückweg in das Werkzeug existiert nicht. Lovable legt beim Verbinden ein privates Repository in deinem GitHub-Konto an, gleicht in beide Richtungen ab und hält fest, dass es bei dir bleibt, auch wenn du die Verbindung trennst.
Das ist kein Urteil über die Baukästen, sondern eine Unterscheidung, die vor den Vertrag gehört: Eine Seite, die nur auf der Plattform läuft, auf der sie entstanden ist, ist keine Website, sondern eine Miete. Das ist in Ordnung, solange du weißt, dass du mietest.
Deutsch: die Stellen, an denen der erste Entwurf kippt
An der Grammatik scheitert heute kaum ein Entwurf. Die Stellen, an denen er trotzdem kippt, sind meist dieselben vier:
- Wechselnde Ansprache, weil Abschnitte einzeln erzeugt werden: Die Startseite duzt, der Leistungsteil siezt.
- Werbefloskeln statt Leistungen: „Maßgeschneiderte Lösungen für Ihren Erfolg" steht dort, wo stehen müsste, was du tust, für wen, und was es kostet.
- Erfundene Details: Öffnungszeiten, Jahreszahlen, Mitarbeiterzahlen, Auszeichnungen. Die KI füllt Lücken mit Plausiblem, wenn niemand ihr sagt, dass eine Lücke bleiben soll.
- Falsche Fachbegriffe, besonders in Handwerk, Heilberufen und Recht, wo ein halb passender Begriff teuer wird.
IONOS und STRATO haben hier den Heimvorteil, deutschsprachiges Produkt und laut STRATO deutsche Rechenzentren. Am Grundsatz ändert das nichts: Der erzeugte Text ist ein Entwurf, kein Ergebnis.
Rechtstexte und Barrierefreiheit bleiben an dir hängen
Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Einordnung vor der Werkzeugwahl.
Impressum und Datenschutzerklärung. Geschäftsmäßige Seiten brauchen nach § 5 DDG Pflichtangaben, die leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sind. Hilfen dafür gibt es: IONOS verkauft ein Zusatzprodukt zusammen mit einer Kanzlei, andere verweisen auf Vorlagen. Dass die Angaben zu deinem Betrieb passen und vollständig bleiben, garantiert dir keines davon. Plane den Posten als eigenen Punkt ein, nicht als Häkchen im Baukasten.
Barrierefreiheit. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, und zwar für die in § 1 aufgezählten Produkte und Dienstleistungen, darunter Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr: Angebote, über die Verbraucher auf elektronischem Weg einen Vertrag schließen. Eine Seite, die nur informiert, fällt nicht schon wegen eines Kontaktformulars darunter. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Wer verkauft und darüber liegt, sollte die Anforderung vor dem Bau kennen, denn nachträglich ist sie die teuerste Änderung von allen.
Für wen ein Generator die richtige Wahl ist
Ein Baukasten mit KI ist die vernünftige Entscheidung, wenn du bei null anfängst, eine überschaubare Seite brauchst, niemanden im Haus hast, der Technik pflegt, und planbare Kosten willst: Für 7 bis 20 Euro im Monat bekommst du Hosting, Zertifikat, Aktualisierungen und einen Kundendienst, der deine Sprache spricht. Die ganze Rechnung steht in Was kostet eine Website oder Landingpage?. Ein Generator mit Code-Ausgabe lohnt sich dagegen, wenn du die Seite weiterentwickeln willst, wenn sie an etwas anderes andocken soll oder wenn dich stört, dass dein Auftritt an einem Abo hängt.
Ein Fall spricht deutlich dagegen: eine gewachsene Website mit Inhalten aus Jahren. Ein Generator baut aus einer Beschreibung Neues und füllt auf, was er nicht weiß, und dann stehen erfundene Leistungen und Preise auf deiner echten Seite.
Was ein KI-Mitarbeiter anders macht als ein Generator
Bei mir macht diese Arbeit Ralf, ein KI-Mitarbeiter mit genau einer Aufgabe. Er bekommt die Adresse einer veralteten Website und liefert in einem Rutsch eine moderne Fassung fürs Handy: alle Inhalte übernommen, besser strukturiert, auf Wunsch als Demo online. Über 20 Kunden-Websites sind so entstanden, kevinwelter.com rollt er selbst aus.
Der Unterschied zum Generator ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Richtung. Ein Generator beginnt bei einer Beschreibung und erfindet den Rest. Ralf beginnt bei deiner bestehenden Seite und erfindet nichts: keine Leistungen, keine Preise, keine Bewertungen. Was fehlt, wird als Platzhalter markiert und steht im Bericht. Dass das keine Formalie ist, zeigen drei Fälle aus dem Betrieb: eine Preisliste, versteckt in einem Auto-Play-Slider, eine logo.png mit einem Vereinswappen darin, eine Navigation auf Sprungmarken, die beim Umbau ganze Unterseiten unerreichbar gemacht hätte. Vor jedem Livegang stehen Build, Screenshots und Klicktest, geschaltet wird erst nach Freigabe.
Der zweite Unterschied ist der aus diesem Beitrag: Das Ergebnis ist Quelltext, mit Node.js und Next.js gebaut, und läuft, wo du willst, bei mir auf einem eigenen Cluster, im Community-Kurs auf einem kostenlosen Dienst. Wie er arbeitet und wo ich ihn bremse, steht auf Website mit KI erstellen: so arbeitet Ralf.
Häufige Fragen
Was ist der beste KI-Website-Generator?
Es gibt keinen besten, es gibt den passenden zur zweiten Aufgabe. Für eine kleine Seite ohne Sonderwünsche sind IONOS und STRATO günstig und deutschsprachig; Formulare, Shop und Marketing aus einer Hand gibt es bei Wix und HubSpot. Wer weiterentwickeln oder umziehen will, nimmt ein Werkzeug, das Code herausgibt, also Hostinger im Agentic-Modus oder Lovable.
Gibt es einen KI-Website-Generator kostenlos?
Zum Bauen und Ausprobieren ja: IONOS hat einen Gratis-Tarif, HubSpot einen dauerhaft kostenlosen Einstieg für bis zu zwei Nutzer, Lovable einen Free-Tarif mit täglichen Credits, Stand September 2026. Nicht kostenlos sind Domain, Werbefreiheit und Rechtstexte; für wen eine kostenlose Website trotzdem reicht, steht im eigenen Beitrag.
Wie gut sind die KI-Generatoren von IONOS und STRATO?
Beide führen den KI-Website-Generator als Paketbestandteil, zusammen mit Text- und Bildgenerator und SEO-Assistent, beide deutschsprachig mit deutschem Kundendienst. Für eine Standardseite ist das ein runder Vorschlag. Einen Weg zum Quelltext nennen die Produktseiten nicht, frag also danach, bevor du abschließt.
Kann ich eine mit KI gebaute Website später umziehen?
Das hängt am Werkzeug, nicht an der KI. Wix schreibt selbst, dass die Seite auf Wix-Servern laufen muss, Squarespace exportiert nur einen Teil der Inhalte als XML. Hostinger gibt das Projekt als Node.js-Paket heraus, ohne Backend-Daten und ohne Rückweg; Lovable legt ein GitHub-Repository an, das dir bleibt.
Wie du weitermachst
Nimm dir zwanzig Minuten und stell einem Generator deiner Wahl dieselbe Aufgabe zweimal: erst die offene („bau mir eine Seite für meinen Betrieb"), dann die geschlossene, eine Änderung, die du wirklich brauchst. Die erste Antwort zeigt, wie gut das Marketing ist, die zweite, ob das Werkzeug zu dir passt. Danach liest du eine einzige Hilfeseite des Anbieters, die zum Export. Wenn du dabei lieber einen KI-Mitarbeiter hättest, der deine Inhalte übernimmt statt neue zu erfinden und dir Quelltext hinterlässt statt eines Abos: Ralf und die übrigen fertigen Rollen liegen zum Laden in meiner Community Claude Practitioners, und deine zweite Aufgabe kannst du dort vorher zur Diskussion stellen. Wie so ein Einstieg in einem kleinen Betrieb aussieht, steht in KI für kleine Unternehmen; soll es eine einzelne Zielseite sein, hilft Landingpage erstellen: Anleitung und Tools weiter.