Website-Texte schreibst du am besten selbst, Seite für Seite und aus deinem eigenen Material: Jede Seite bekommt genau eine Aufgabe (Startseite, je Leistung eine Seite, Über uns, Kontakt), du sammelst, was du schon hast (Angebote, gesendete Mails, Notizen aus Kundengesprächen, ein kurzes Diktat), und lässt die KI daraus Entwürfe ordnen und formulieren. Jede Behauptung bekommt einen Beleg, sonst fliegt sie raus. Die KI ist dabei Helfer, nicht Quelle: Was nicht in deinem Material steht, kann sie nur raten. Freigeben tust du.
Bei mir beginnt jedes Website-Projekt beim Text, nicht bei Farben. Warum der Text der eigentliche Engpass ist und welche drei Zeilen ganz oben stehen müssen, steht in Webdesign für Selbstständige: lohnt es sich?. Hier geht es weiter: was auf jede Seite deiner Website gehört und wie du es aus deinem Material schreibst. Blogbeiträge für Google sind ein eigenes Thema (SEO-Texte mit KI schreiben, ohne Einheitsbrei), die Grundlagen stehen in Texte mit KI schreiben: der Einstieg.
Eine Seite, eine Aufgabe
Bevor du einen Satz schreibst, legst du fest, was jede Seite leisten soll. Die meisten kleinen Websites brauchen nicht mehr als diese vier Seitentypen, dazu Impressum und Datenschutzerklärung.
„Eine Seite, ein Thema“ hilft dem Leser, und Google kann eine Seite über genau eine Leistung leichter einer Suche zuordnen als eine Sammelseite mit zehn Leistungen zu je einem Satz (Heuristik, keine Zusage).
Für jede Leistungsseite prüfst du die Suchabsicht: Tipp die Leistung so bei Google ein, wie ein Kunde es tun würde, und schau, was oben steht. Googles SEO-Leitfaden sagt dazu: Wer sich im Thema auskennt, sucht oft mit anderen Begriffen als jemand, der neu darin ist. Schreib also in der Sprache deiner Kunden, nicht in deiner Fachsprache.
Das Material, das du schon hast
Allgemeinplätze entstehen, wenn die KI nur weiß, was sie ohnehin über deine Branche weiß. Gute Website-Texte entstehen aus dem, was nur du hast, und das meiste davon liegt schon in deinem Postfach.
Das Diktat ist der unterschätzte Teil: Erzähl, wie ein typischer Auftrag bei dir abläuft, vom ersten Anruf bis zur Rechnung. Gesprochen bist du meist konkreter als geschrieben. Wie du sprichst statt tippst, steht in Prompts diktieren in Claude und ChatGPT, kostenlose Werkzeuge für eine Aufnahme in Audio in Text umwandeln: kostenlose Tools. Wie aus wiederkehrenden Kundenfragen geprüfte Antworten werden, zeigt FAQ aus Kundengesprächen erstellen.
Für den Ton bringen echte Beispiele mehr als jede Beschreibung. Sonja, meine KI-Mitarbeiterin für Geschäftsmails, hat meine Tonalität aus 50 meiner echten gesendeten Mails gelernt, nicht aus einem Fragebogen. Für die Website reichen drei, vier Mails, in denen du einem Kunden etwas gut erklärt hast. Wie du deinen Ton beschreibbar machst, steht in Kann KI Mails in meiner Stimme schreiben?.
Namen, Adressen und Beträge von Kunden ersetzt du durch Platzhalter, bevor Mails oder Notizen in einen KI-Chat gehen.
Website-Texte schreiben, Seite für Seite
Startseite
Ganz oben stehen die drei Zeilen: was du machst, für wen und der nächste Schritt. Darunter kommt der erste Beleg, nicht die Firmengeschichte: eine Bewertung, eine Zahl, die stimmt, ein Foto einer echten Arbeit. Danach je Leistung ein Satz mit Link auf ihre Seite. Die Startseite muss nicht alles erklären, sie schickt den Besucher an die richtige Stelle.
Leistungsseiten
Hier entscheidet sich, ob jemand anfragt. Eine Leistungsseite beantwortet die Fragen, die du am Telefon sonst jedes Mal beantwortest:
- Was genau du machst, mit den Wörtern deiner Kunden.
- Für wen es passt und für wen nicht.
- Wie es abläuft, in drei bis fünf Schritten.
- Was es kostet oder wovon der Preis abhängt. Wenn du keine Preise nennen willst, schreib, wann der Kunde einen Preis bekommt.
- Die häufigsten Fragen aus deinen Gesprächsnotizen.
- Der nächste Schritt, mit Telefon oder Formular.
Ein gebautes Beispiel, kein Kundenfall: Ein Elektrobetrieb nennt seine Seite „Ladeinfrastruktur für Privat und Gewerbe“, seine Kunden suchen „Wallbox installieren lassen“. Die Seite heißt deshalb so, die Fachbegriffe stehen weiter unten.
Über uns
„Mit Leidenschaft seit 1998“ steht auf Tausenden Seiten. Nur auf deiner kann stehen, wer im Betrieb arbeitet, was ihr gelernt habt und wie ihr arbeitet. Das holst du aus dem Diktat, dazu ein echtes Foto statt Stockfoto. Berufsbezeichnungen und Titel schreibst du nur so, wie du sie führen darfst. Was für Handwerksbetriebe bei Meistertitel und Handwerkskammer gilt, steht in Homepage für Handwerker: was drauf muss.
Kontakt
Die Kontaktseite sagt, was nach der Anfrage passiert: wer sich meldet und bis wann, aber nur eine Zeit, die du hältst. Telefon, E-Mail und ein kurzes Formular reichen. Erhebt das Formular personenbezogene Daten, gehört ein Hinweis auf die Datenschutzerklärung dazu. Das Impressum ist eine eigene Seite: Für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste verlangt § 5 DDG unter anderem Name und Anschrift und eine schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit. Was sonst noch dazugehört, steht im Abschnitt zu den Pflichtangaben in Website kostenlos mit KI erstellen: die Wege. Das ist keine Rechtsberatung.
Belege statt Behauptungen
Jeder Satz, der für dich wirbt, braucht etwas, das ihn trägt, sonst liest der Besucher darüber hinweg. Die Übung: Markier im Entwurf jedes lobende Adjektiv und ersetz es durch eine prüfbare Angabe. Die Beispiele sind gebaut, die Angaben rechts schreibst du nur, wenn sie bei dir stimmen.
Bei Bewertungen gilt eine Pflicht, die viele übersehen: Wer Kundenbewertungen zugänglich macht, muss angeben, ob und wie er sicherstellt, dass sie von Kunden stammen, die die Leistung tatsächlich genutzt haben (§ 5b Abs. 3 UWG). Der einfachste Weg ist ein Link auf dein Google-Profil. Wie du dort antwortest, steht in Google-Bewertungen beantworten mit KI.
Dieselbe Regel gilt für die KI. Ralf, mein KI-Mitarbeiter für Websites, übernimmt nur Aussagen, die sich aus den Quellen belegen lassen. Fehlende Angaben werden markiert, nicht still ergänzt. Dass das nötig ist, zeigte eine frühe Gegenprüfung: Ralf fand Fehler in vier von zehn Briefings. Ohne diese Regel füllt die KI Lücken mit Plausiblem; warum, steht in KI-Halluzinationen erkennen und reduzieren.
Die Briefing-Vorlage für deine Website-Texte
Diese Vorlage nimmst du je Seite in einen neuen Chat, mit Claude, ChatGPT oder einem anderen KI-Chat. Der wichtigste Teil sind die Regeln am Ende: Die KI stellt zuerst Fragen und markiert, was fehlt, statt es zu erfinden.
Du schreibst den Text für eine Seite meiner Website. Du erfindest nichts.
Seite: <Startseite | Leistung „…“ | Über uns | Kontakt>
Aufgabe der Seite: <was der Besucher danach tun soll>
Leser: <wer kommt hier an, mit welcher Frage, welchem Vorwissen>
Suchbegriff (nur Leistungsseiten): <so, wie Kunden es bei Google eintippen>
Ansprache: <du | Sie>, wie in meinen Mails unten
Mein Material:
1. Angebote/Leistungsbeschreibung: <einfügen>
2. Drei Mails, in denen ich Kunden etwas erkläre: <einfügen, Namen ersetzt>
3. Häufige Kundenfragen aus Gesprächen: <einfügen>
4. Diktat (Abschrift): <einfügen>
5. Belege: <Bewertungen mit Einwilligung, Zahlen, Nachweise>
Regeln:
- Bevor du schreibst, stell mir bis zu fünf Fragen zu dem, was im Material
fehlt. Warte auf meine Antworten.
- Nur Aussagen, die im Material stehen. Fehlt etwas, schreib [FEHLT: …].
- Kein Lob ohne Beleg: keine Wörter wie „höchste Qualität“, „zuverlässig“,
„individuell“, wenn kein Beleg aus Punkt 5 daneben steht.
- Die Wörter meiner Kunden aus Punkt 3, nicht meine Fachsprache.
- Keine Einleitung über die Branche. Der erste Satz sagt, was ich mache.
Ausgabe:
- Überschrift, zwei Sätze Einstieg, Abschnitte mit Zwischenüberschriften,
am Ende der nächste Schritt (Telefon, Formular oder Termin).
- Danach eine Liste: jede Aussage im Text mit der Stelle im Material,
aus der sie stammt.
Die Belegliste ist dein Prüfwerkzeug: Was keine Stelle im Material hat, streichst oder ergänzt du selbst. Weitere fertige Briefings findest du in Prompt-Vorlagen: 12 Briefings zum Kopieren für Selbstständige.
Was die KI übernimmt und was bei dir bleibt
Die KI ordnet dein Material, findet wiederkehrende Fragen, kürzt, schlägt Überschriften vor und schreibt Varianten. Das spart dir den leeren Bildschirm. Bei dir bleiben die Dinge, die Ralfs Team-Seite ausdrücklich beim Menschen lässt: Positionierung, neue Leistungen, rechtliche Aussagen, sensible Kundendaten und der tatsächliche Livegang. Bei mir wird nichts verschickt oder gepostet, was ich nicht selbst gelesen habe, und live geht nichts ohne mich.
Blogbeiträge für Google schreibt bei mir Sebastian, mein KI-Mitarbeiter für SEO, nach Leitfaden und Faktenblatt und mit Prüfung in getrennter Rolle. Für die festen Seiten deiner Website reicht meist der Ablauf oben.
Website-Texte selbst schreiben oder schreiben lassen?
Ein Texter bringt Schreiberfahrung und den Blick von außen mit, das Material muss trotzdem von dir kommen. Frag vorher, wie er an dein Material kommt, ob er KI einsetzt und wer die Fakten prüft. Wie ein ganzes Website-Projekt mit einem Anbieter abläuft, steht in Website erstellen lassen: Ablauf, Anbieter.
Meine Haltung: Die Zeit für teure Websites ist vorbei, und ich finde den Gedanken gut, selbst Herr der Lage zu sein. Mit deinem Material und einer KI als Helfer schreibst du deine Texte selbst und änderst sie, ohne auf jemanden zu warten.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Website-Text sein?
So lang, wie die Frage des Besuchers es verlangt. Die Startseite bleibt kurz, eine Leistungsseite darf länger sein, wenn sie die Fragen aus deinen Gesprächen beantwortet. Eine bevorzugte Wortzahl gibt es laut Google nicht.
Darf ich meine Website-Texte mit KI schreiben?
Ja. Google bewertet nach eigener Aussage die Qualität eines Inhalts, nicht wie er entstanden ist. Entscheidend ist, dass er stimmt und etwas Eigenes enthält. Was Google genau dazu sagt, steht in SEO-Texte mit KI schreiben.
Braucht jede Leistung eine eigene Seite?
Jede, nach der Kunden getrennt fragen oder suchen. Kleine Zusatzleistungen fasst du auf der passenden Hauptseite zusammen. Wenn alles auf eine Seite passt, prüf, ob ein Onepager reicht.
Du oder Sie auf der Website?
So, wie deine Kunden mit dir reden. Ein Blick in deine gesendeten Mails zeigt es dir. Wichtig ist nur, dass es auf allen Seiten gleich bleibt.
Wie du weitermachst
Fang mit einer einzigen Leistungsseite an, deiner wichtigsten. Sammle dafür zwei Angebote, drei Mails und die fünf Fragen, die du am häufigsten hörst, und gib sie mit der Vorlage oben in einen neuen Chat. Wie es nach den Texten weitergeht, von der Domain bis zur Pflege, steht in Website selbst bauen: Anleitung mit KI. Wie du aus Texten und Material mit Claude Code eine Website baust, zeigt Website mit Claude Code erstellen: Anleitung. Ob dir eine einzige Seite reicht, klärt Onepager erstellen: wann eine Seite reicht. Ralf und die übrigen fertigen Rollen liegen zum Laden in meiner Community Claude Practitioners. Für deinen individuellen Fall schauen wir uns das gemeinsam an.