8. November 2026 · 13 Min. Lesezeit

WordPress-Alternative: 5 Wege im Vergleich

Grafische Titelkarte zum Beitrag „WordPress-Alternative: 5 Wege im Vergleich“ mit einem stilisierten Motiv: ein Wegweiser mit fünf Pfeilen vor einem Browserfenster.
Grafik: HumanITy

Eine gute WordPress-Alternative hängt davon ab, was dich an WordPress stört. Ist es die Pflege von Plugins, Updates und Sicherheit, nimmt dir ein Homepage-Baukasten wie Wix, Squarespace, Jimdo oder Webador die Technik ab, dafür hängt die Seite am Anbieter. Willst du mehr Gestaltungsfreiheit, ist Webflow der Mittelweg. Brauchst du nur ein schlankeres CMS, etwa für Blog und Newsletter, gibt es Ghost. Und wenn sich deine Inhalte selten ändern, brauchst du womöglich gar kein CMS: Eine statische Seite, gebaut mit Hugo, Astro oder von einem Coding-Agenten wie Claude Code, hat keinen Admin-Login und keine Plugins, die du pflegen musst. WordPress bleibt die richtige Wahl, wenn mehrere Leute regelmäßig Inhalte einpflegen oder du auf bestimmte Erweiterungen angewiesen bist.

Alle Preise stammen von den Preisseiten der Hersteller, Stand: November 2026. Funktionen gelten laut Hersteller, nicht aus einem eigenen Test.

Warum so viele eine WordPress-Alternative suchen

WordPress ist freie Software unter der GPLv2 und laut Projektseite „die bevorzugte Plattform für Millionen von Websites“. Es richtet sich an alle, „die ihr eigenes Hosting und ihre eigene Domain möchten“, und empfiehlt PHP ab 8.3 mit MySQL ab 8.0 oder MariaDB ab 10.11. Den Betrieb trägst also du oder dein Hoster.

Die Last liegt dabei selten im Kern, sondern in den Erweiterungen. Das WordPress-Verzeichnis führt über 78.000 kostenlose Plugins. Der Sicherheitsanbieter Patchstack zählt für 2025 11.334 neue Schwachstellen im WordPress-Umfeld, 91 Prozent davon in Plugins, 9 Prozent in Themes, im Kern nur 6 mit niedriger Priorität. 46 Prozent wurden nicht rechtzeitig vor der Veröffentlichung behoben, und bei den am stärksten ausgenutzten Lücken lag die Zeit bis zum ersten Massenangriff im gewichteten Median bei 5 Stunden. Das sind Angaben von Patchstack, keine eigene Messung.

Wer WordPress betreibt, braucht deshalb eine feste Pflegeroutine. Was dazugehört, steht in Website-Wartung: Aufgaben, Checkliste, Kosten, wie du den Stand selbst prüfst, in Website-Sicherheit online prüfen. Ist dir genau diese Routine zu viel, lohnen die Alternativen.

Die 5 Wege im Überblick

Weg Beispiele Wer pflegt die Technik Was du beim Wechsel mitnimmst
Homepage-Baukasten Wix, Squarespace, Jimdo, Webador der Anbieter Domain ja, Seite meist nicht
Design-Plattform Webflow der Anbieter HTML und CSS per Export, mit Einschränkungen
anderes CMS Ghost, TYPO3 du oder dein Hoster Inhalte und Quelltext
statische Seite Hugo, Astro du, aber kaum Pflege am Server alles, es sind deine Dateien
mit KI gebaut Claude Code oder ein KI-Mitarbeiter du, mit Prüfroutine alles, eigener Quelltext

Weg 1: der Homepage-Baukasten

Ein Baukasten ist ein Mietpaket: Editor, Hosting, Zertifikat und Updates in einer Rechnung. Einstiegspreise laut Hersteller, Stand November 2026:

  • Wix Light: 16,66 Euro im Monat inklusive MwSt., als Jahresabo beim Kauf vollständig bezahlt, Gratis-Domain für ein Jahr.
  • Squarespace Basic: 12 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung, 17 Euro bei monatlicher.
  • Jimdo Start: 12 Euro im Monat bei 12 Monaten Laufzeit, also 144 Euro im Jahr inklusive MwSt. Rabatte und Gratis-Domain gelten laut Jimdo nur für die erste Laufzeit, die Domain kostet danach 26 Euro im Jahr.
  • Webador Pro: 5 Euro im Monat für die ersten 12 Monate, danach 10 Euro, zuzüglich MwSt. und bei jährlicher Zahlung. Das ist ein Aktionspreis, ausgewiesen bis 30. November 2026.

Wie sich Aktions- und Folgepreise über zwei Jahre rechnen und was Postfach, Vorlagen und Rechtstexte kosten, steht in Homepage-Baukästen im Vergleich.

Der Haken ist der Ausstieg. Wix schreibt im Hilfe-Center, die Seite müsse auf den Servern von Wix laufen; die Inhalte gehören dir, die Technik nicht. Squarespace exportiert nur einen Teil der Inhalte, als XML-Datei im WordPress-Format. Die Domain nimmst du mit (Jimdo: „Sie bleibt deine“), die Seite baust du beim Wechsel neu.

Weg 2: Webflow als Mittelweg

Webflow ist ein visueller Editor mit eigenem CMS und eigenem Hosting. Laut Preisseite kostet der Tarif Basic für einfache Seiten ohne CMS 15 US-Dollar im Monat, der neue Tarif Premium mit Webflow CMS 25 US-Dollar, jeweils bei jährlicher Zahlung und zuzüglich Steuern.

Für die Frage, wer Herr der Lage ist: Laut FAQ kannst du die Seite exportieren und woanders hosten, aber nur mit einem bezahlten Workspace-Tarif. Dynamische Inhalte aus dem CMS exportierst du Sammlung für Sammlung, Formulare funktionieren danach nicht mehr, und exportierten Code kannst du nicht wieder einspielen. Webflow passt, wenn du mehr Gestaltung willst als ein Baukasten erlaubt und den Editor behalten möchtest.

Weg 3: ein anderes CMS

Wer ein CMS braucht, aber nicht WordPress, findet im CMS-Vergleich vor allem zwei Richtungen. Ghost ist auf Blog und Newsletter zugeschnitten und steht unter der MIT-Lizenz, du kannst es also selbst betreiben. Ghost(Pro), die gehostete Fassung, beginnt laut Preisseite bei 18 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung für bis zu 1.000 Mitglieder. Ghost schreibt dazu sinngemäß: Wer selbst hostet, verliert bei einem Angriff den Schlaf, bei Ghost(Pro) übernimmt das Ghost.

TYPO3 ist wie WordPress freie Software unter der GPL ab Version 2, mit Erweiterungen, die laut Projekt mit TYPO3 ein gemeinsames Programm bilden. Der Wechsel löst die Pflegefrage also nicht, er verlagert sie. Er lohnt sich für Funktionen, die dort besser passen, nicht für weniger Arbeit.

Weg 4: eine statische Seite ohne CMS

Hier steckt die eigentliche Frage: Brauchst du überhaupt ein CMS? Eine Firmenwebsite mit Startseite, Leistungen, Kontakt und Impressum ändert sich oft nur ein paar Mal im Jahr. Dafür muss keine Datenbank laufen.

Ein Static Site Generator baut aus Textdateien fertige HTML-Seiten. Hugo ist laut Projekt Open Source und kostenlos, unter der Apache-Lizenz 2.0. Astro beschreibt sich als JavaScript-Framework für schnelle, inhaltsgetriebene Websites und steht unter der MIT-Lizenz. Die fertigen Dateien legst du auf einen Webspace oder ein Hosting für statische Seiten, teils kostenlos. Welche Bedingungen dort gelten, steht in Website kostenlos mit KI erstellen: die Wege, Tarife mit Webspace und SFTP vergleicht Hosting-Vergleich: Preise, Webspace, FTP.

Das ist eine WordPress-Alternative, kostenlos und Open Source, mit einem Haken: Ohne Editor änderst du Texte in Dateien. Hier setzt der fünfte Weg an.

Weg 5: mit KI gebaut, per Claude Code

Ein Coding-Agent wie Claude Code schreibt den Quelltext nach deiner Beschreibung in normaler Sprache. Wo die Risiken liegen, steht in Vibe Coding: was es ist und für wen es taugt, den Einstieg zeigt Claude Code: Anleitung für Einsteiger. Claude Code ist laut Anthropic im Tarif Pro enthalten: 15 Euro im Monat bei Jahresabo, 180 Euro im Voraus, oder 18 Euro bei monatlicher Abrechnung, jeweils ohne Steuern.

Das Ergebnis ist eigener Quelltext. Er gehört dir, läuft bei jedem Hoster, und eine Änderung ist ein Satz an den Agenten statt eine Suche im Plugin-Menü. Bei einem KI-Website-Generator entscheidet dagegen der Anbieter, ob du den Code bekommst, dazu KI-Website-Generatoren im Vergleich.

So mache ich es selbst. Ich betreibe meine eigenen Seiten nicht im Baukasten, sondern lasse sie von einem KI-Mitarbeiter als eigenen Quelltext bauen, und auch bei meiner Website schreibe ich den Code nicht selbst. Das übernimmt Ralf, mein KI-Webdesigner. Er arbeitet in Claude Code wie meine übrigen KI-Mitarbeiter, hat über 20 Kunden-Websites gebaut und betreut kevinwelter.com technisch. Er bekommt einen Auftrag, Quellen und klare Grenzen, übernimmt nur Aussagen, die sich daraus belegen lassen, und prüft Build, Desktop, Mobil und Klickwege. Den Livegang bereitet er vor, die Freigabe bleibt bei mir. Die Website läuft auf meinem eigenen k3s-Cluster bei Hetzner Cloud; für eine kleine Firmenwebsite ist das zu viel, dort reicht ein einfacher Webspace.

Ehrlich dazu: Herr der Lage sein heißt auch, dass Positionierung, rechtliche Aussagen und Livegang bei dir bleiben, nicht beim Agenten. Und wer Code nicht selbst liest, braucht vor jedem Livegang eine feste Prüfroutine.

Wann WordPress die richtige Wahl bleibt

Eine WordPress-Alternative ist nicht für jede Seite besser. Bleib bei WordPress, wenn:

  • mehrere Leute regelmäßig Inhalte einpflegen, mit Rollen und Rechten, etwa eine Redaktion oder ein Verein.
  • du auf Erweiterungen angewiesen bist, die es nur dort gibt, etwa für Buchungen, Kurse oder Mitgliederbereiche.
  • deine Seite über Jahre gewachsen ist und gut läuft. Ein Umzug kostet Arbeit, alte Adressen brauchen Weiterleitungen.
  • ein Hoster oder Dienstleister die Pflege zuverlässig übernimmt. Dann ist die größte Schwäche gelöst.

Wie du beim Umbau den Bestand erfasst und alte Adressen weiterleitest, steht in Website mit KI modernisieren: so geht's. Willst du den Umbau abgeben, findest du die Anbietertypen in Website erstellen lassen: Ablauf, Anbieter, die Kostenrechnung in Was kostet eine Website oder Landingpage?.

So entscheidest du

Wenn du … dann passt
bei null anfängst und keine Technik willst ein Homepage-Baukasten
frei gestalten und trotzdem im Editor arbeiten willst Webflow
vor allem bloggst und Newsletter verschickst Ghost
eine Firmenwebsite hast, die sich selten ändert eine statische Seite
eigenen Quelltext willst, ohne selbst zu programmieren Claude Code oder ein KI-Mitarbeiter
ein Team mit vielen Autoren hast WordPress, mit Pflegeroutine

Für deinen individuellen Fall schauen wir uns das gemeinsam an.

Den ganzen Weg von der Domain bis zur Pflege beschreibt Website selbst bauen: Anleitung mit KI. Wie eine Website mit einem Coding-Agenten Schritt für Schritt entsteht, zeigt Website mit Claude Code erstellen: Anleitung. Wer statt WordPress einen KI-Builder erwägt, findet den Vergleich in Lovable-Alternativen: 6 Wege im Vergleich. Was beim Wechsel mit Domain und Postfach passiert, steht in Website umziehen: Domain und Mails behalten.

Häufige Fragen

Was ist die beste WordPress-Alternative?

Die beste gibt es nicht, nur die passende zu dem, was dich stört: gegen Pflegeaufwand ein Baukasten, gegen enge Vorlagen Webflow, gegen ein überladenes CMS Ghost. Ändert sich die Firmenwebsite selten, ist eine statische Seite oft am schlanksten.

Gibt es eine kostenlose WordPress-Alternative?

Ja. Hugo und Astro sind Open Source und kostenlos, Ghost kannst du unter der MIT-Lizenz selbst betreiben. Domain, Hosting und deine Zeit kosten trotzdem. Was ohne Geld wirklich geht, steht in Website kostenlos mit KI erstellen: die Wege.

Ist ein Baukasten sicherer als WordPress?

Beim Baukasten pflegt der Anbieter die Technik, du hältst keine Plugins aktuell, und dort liegen laut Patchstack 91 Prozent der neuen WordPress-Lücken. Dafür hast du keinen Einfluss auf die Plattform und nimmst die Seite meist nicht mit.

Kann ich meine WordPress-Seite mit KI umziehen?

Ja, das gehört zu Ralfs häufigsten Aufträgen. Er liest die bestehende Website vollständig aus, bewahrt Leistungen und Preise und baut Struktur und Gestaltung neu. Danach zählen die Weiterleitungen der alten Adressen, sonst gehen Besucher und Suchtreffer verloren.

Wie du weitermachst

Schreib auf, was dich an WordPress konkret stört: Updates, Sicherheit, Kosten oder fehlende Freiheit. Dann wählst du in der Tabelle oben den Weg, der genau dieses Problem löst, nicht den, der am meisten kann. Wenn du den Weg mit eigenem Quelltext gehen willst, ohne selbst zu programmieren: Ralf liegt als fertige, getestete Vorlage in der Premium-Stufe meiner Community Claude Practitioners, 149 US-Dollar im Monat (Stand 18.10.2026 laut seiner Team-Seite); in der Standard-Stufe für 27 US-Dollar baust du ihn mit dem erprobten Ablauf selbst nach.

Kevin Welter

Kevin Welter

Entwickler, IT-Architekt, Fachbuchautor (Kubernetes, Cloud-Infrastrukturen) und Speaker. Betreibt sein Business mit einer KI-Belegschaft aus fünfzehn KI-Mitarbeitern und zeigt Selbstständigen in seiner Community, wie sie ihren ersten KI-Mitarbeiter einstellen.

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